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snakehips sind die meister des glitch-hops und kommen diesen freitag nach berlin

​Das britische Musikduo Snakehips sorgt stets für grandiose Stimmung - ob im Club oder auf den Kopfhörern am Montagmorgen. Wir trafen James & Oliver vor ihrem Berlin-Gig zum Interview.

von Zsuzsanna Toth
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03 Februar 2016, 3:50pm

Snakehips

Oliver Lee und James Carter lernten sich 2012 in Hong Kong kennen und waren sich schnell einig, dass sie zumindest musikalisch auf einer Wellenlänge schwimmen. Kurze Zeit später trafen sie sich zufällig auf einem Flug nach London und beschlossen, ab sofort mit vereinten Kräften die Musikszene der englischen Hauptstadt um einige neue Beats zu bereichern. Seither haben sie Remixes für Musiker wie The Weeknd, Banks, Syd oder Bondax produziert. Der Sound? Eine gelungene Verschmelzung von R&B-Klassikern, Glitch-Hop, Deep House und einer großzügigen Portion an Luftsprüngen. 

Für i-D hatten Snakehips bereits vor vier Jahren einen Mix gebastelt. Diesen Freitag kommt das Duo im Zuge von MLIVE von Majestic Casuals in die Malzfabrik nach Berlin. Die Veranstaltungsreihe feiert neben Snakehips mit Munk, Shir Khan, HONNE, Tom Misch (DJ Set), FloFilz und Still Parade ihren Auftakt, bevor es weiter nach London, Paris und New York geht. Wir haben mit Oliver und James vorab gesprochen. 

Der Guardian hat euch mal als „Wiederkehrenden Albtraum in Slow Motion, in dem man mit dem Lover im Club streitet, während der DJ wunderbaren Deep House spielt." beschrieben. Mögt ihr dieses Bild?
Haha, das ist eine sehr komische Beschreibung. Wir wissen nicht so recht, was die Redakteure damit aussagen wollten, aber Alpträume und ausufernde Streitereien im Club sind kein schönes Bild.

Welches Bild würdet ihr denn gerne hervorrufen?
Wir versuchen Musik zu machen, die gefühlvoll ist und bei der man Spaß hat, wenn man zuhört. Musik, die du im Club aber genauso mit Köpfhörern und nur für dich hörst. Das ist wohl die einfachste Metapher.

Mit welchem Musiker würdet ihr am allerliebsten zusammenarbeiten?
Das wären wahrscheinlich Mobb Deep oder 50 Cent. Es wäre so abgefahren, einen Beat für einen der Rapper zu produzieren, mit dessen Musik wir aufgewachsen sind.

Der bisher verrückteste Moment in eurer Karriere?
Es auf Platz 5 der UK-Charts diese Woche geschafft zu haben, ist der Wahnsinn. Wir hätten nie gedacht, dass das möglich wäre. Letztes Jahr haben wir Usher getroffen, der über eine mögliche Zusammenarbeit sprechen wollte. Das war auch ein Highlight.

Habt ihr Vorbilder?
Leslie Nielsen. Der war einfach so witzig - ein Gesicht, das dich immer wieder zum Lachen bringt. Ich will ein Gesicht wie seins.

Was war der Auftakt eurer Zusammenarbeit und wie sieht eure aktuelle Rollenverteilung aus?
Wir machen beide ein bisschen von allem, bestimmte Rollen hatten wir beide noch nie. James konzentriert sich eher auf den technischen Aspekt des Mixens und ist mit den zugehörigen Programmen etc. etwas besser vertraut. Er entwickelt oft grobe Ideen und kann sie super schnell umsetzen. Ich bin eher der Sampler und grabe mich durch alte Platten und Songs. Unsere Tracks finalisieren wir allerdings immer zusammen und die Ideen und Beats entstehen nur während der direkten Zusammenarbeit.

Wie oft hört ihr euch meistens einen Song an, bis ihr wisst, dass ihr ihn remixen wollt? 
Normalerweise wissen wir das ziemlich schnell. Es gibt bestimmte Melodien, in denen wir verschiedene Elemente oder Akkorde erkennen. Dann nehmen wir eine Acapella-Version und einen neuen Beat dafür. Den Großteil unserer Tracks machen wir weil wir eine konkrete Idee von dem Endergebnis haben, nicht, weil uns der Künstler fragt.

Warum seid ihr und bleibt ihr in London?
Wir kommen beide von hier, somit sind alle unsere Freunde und unsere Familie ständig um uns herum. Das ist wohl der Hauptgrund. Sonst würden wir nicht hier bleiben, es regnet einfach zu viel.

Euer Lieblingstrack gerade?
Einer? Oshis Kali Uchis Remix ist fantastisch, der ist auf Dauerschleife gelaufen diese Woche. Sam Gellaitry hat gerade einen Remix von Pharrell & Kanye gemacht, der auch sick ist. Und Flora von Beaty Heart.

Was erwartet euch in diesem Jahr? Worauf freut ihr euch am meisten?
Es sind einige sehr spannende Tourdaten in Aussicht, außerdem sind wir diesen Sommer beim Coachella Festival. Aber am meisten freuen wir uns einfach darauf, viel neue Musik zu veröffentlichen. 

@snakehips

Credits


Text: Zsuzsanna Toth