i-Diary: christoph schaller zeigt uns ein china voller gegensätze

Der junge deutsche Fotograf hat seine viertägige Reise durch Peking für uns dokumentiert und erzählt mit seinen fotografischen Momentaufnahmen stille Geschichten über die verbotene Stadt.

von i-D Staff; aufgeschrieben von Juule Kay
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28 April 2017, 7:30am

„Die Stadt, gigantisch, eine endlose Betonwüste mit Wolkenkratzern und Apartmentblöcken so weit das Auge sehen kann, ist bei unserer Ankunft in ein durch den Smog gefiltertes Sonnenlicht getaucht. Die Farben wirken wunderschön matt, aber das Atmen fällt etwas schwer. Es scheint,als würde sich hier an diesem fernen, so anderen Ort, von dem bei uns im Westen hauptsächlich im Zuge des rasanten chinesischen Wirtschaftswachstums oder der durch die Regierung auferlegten Zensur berichtet wird, die ein oder andere Erwartung bestätigen. Das Handy an: Facebook geht nicht, Instagram geht nicht, WhatsApp geht — immerhin etwas. Im Zuge unseres Aufenthaltes stehen wir nicht wenige Minuten im Stau, die Luft wird nicht wirklich besser und sowohl die Größe der Stadt als auch die Menge der Menschen auf den Straßen sind beindruckend, können aber auch beängstigend wirken. Man hat das Gefühl, einige der drängenden Themen der Menschheit treten an diesem Ort aufgrund seiner Dichte, seiner Aktualität besonders zu Tage — Überbevölkerung, Umweltverschmutzung, Meinungsfreiheit. Ganz anders und überraschend ist das Künstlerviertel namens „798". Jede Menge kleinerer Gebäude mit fantastischen Studios, Ateliers und Ausstellungsräumen. Auf einem offenen Platz malen und schreiben junge Künstler mit überdimensionierten Pinseln mit Wasser auf den Boden. Ihre Zeichnungen verschwinden nach wenigen Momenten wieder. Es ist einer der wenigen Orte, sagen sie, an denen man komplett frei sprechen kann, auch vermeintlich Unerlaubtes in seiner Kunst zum Ausdruck bringen kann."

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Credits


Fotos: Christoph Schaller