für uns werden die mitglieder von chinah ganz persönlich

... und erzählen, an welchem Ort im Leben sie gerne ein wenig länger geblieben wären, was das Beste daran ist, jung zu sein und was sie wirklich machen, wenn keiner zusieht.

von i-D Staff
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03 Mai 2017, 10:50am

Es gibt nur wenige Bands, die uns auf Anhieb so sehr in den Bann ziehen, dass wir sie ohne mit der Wimper zu zucken als den Sound des coolen neuen Kopenhagens bezeichnen — so haben wir Chinah vor gut einem Jahr angekündigt und sind immer noch felsenfest davon überzeugt. Ihrem betörenden Mix aus minimalistischen Beats, R'n'B-Sounds, Synth-Elementen und Gitarren-Solos bleibt das dänische Pop-Trio auch mit ihrem Album Hints treu. Wir haben ihren letzten Berlinbesuch genutzt, um Sängerin Fine Glindvad und Synthesize-King Simon Andersson anhand von Fragen, die wir aus den Albumsongtiteln geformt haben, ihre Geheimnisse zu entlocken.

The Space Another Made: Was macht ihr gerne, wenn keiner zusieht?
Simon: Zu unseren eigenen Songs herumtanzen, das ist zwar bisschen peinlich, aber egal!

All Your Words: Wie findet ihr die richtigen Worte für eure Songs?
Fine: Die besten Momente sind, wenn ich nicht so viel darüber nachdenke und dabei Musik höre, die mich in eine spezielle Stimmung bringt, in der ich vergesse, dass ich gerade einen Song schreibe. Wenn ich anfange, zu sehr über die Worte nachzudenken, wie „Ist das jetzt wirklich genau das, was ich fühle" oder „Ist es politisch korrekt, das so zu sagen", dann ist das oft nichts, was ich am Ende auch verwende.

Can't Remember How It Feels: An welchen Moment in eurem Leben erinnert ihr euch noch besonders gut?
Simon: Ich glaube, wir erinnern uns noch alle sehr gut daran, wie alles anfing — die ersten wirklich großen Momente, die wir zusammen hatten.
Fine: Ich weiß noch ganz genau, wie ich an einem Abend die ersten Zeile von unserem ersten Song Away From Me geschrieben und den Jungs gezeigt habe. Wir saßen im Bett, haben ihn angehört und wussten sofort, wohin das alles geht.
Simon: Es fing mit dieser unfertigen Idee an. Und obwohl wir dachten, dass noch viel daran verändern werden müsste, haben wir letzten Endes kaum etwas daran abgewandelt — einfach um diese spontane Idee, die wir hatten, beizubehalten. Das war etwas wirklich Besonderes, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob wir das zu diesem Zeitpunkt schon wussten.

Young: Was ist das Beste daran, jung zu sein?
Fine:
Die Freiheit und Lockerheit. Du bringst dich selbst in Situationen, mit denen du nicht umzugehen weißt und alles ist neu. Als ich 14 war, hat mein Vater zu mir gemeint: „Denk daran, du wirst nie wieder so clever sein wie jetzt". Du denkst zwar, du wüsstest alles über das Leben, aber eigentlich weißt du nichts. Du hast dieses Selbstbewusstsein und im selben Moment bist du unheimlich nervös — alles ist das reinste Chaos.
Simon: Ich finde die Perspektivlosigkeit auf eine gewisse Art und Weise spannend. Du hast dich noch nicht entschlossen, dir noch keine Gedanken über etwas gemacht und bist immer noch offen für alles.

If I Stay: Wann oder wo wärt ihr gerne noch ein bisschen länger geblieben?
Fine: Ich glaube tatsächlich in der Kindheit. Dort hattest du noch diese spontanen Reaktionen auf alles. Das ist etwas, nachdem ich mich sehne, dieses Gefühl ein Kind zu sein.
Simon: Ich mochte die Zeit in der Kunsthochschule sehr gerne. Zwar war ich danach bereit für etwas Neues, aber das ist definitiv etwas, zu dem ich gerne ab und an zurückkehren würde. Alle Dinge, die mir bei dieser Frage in den Kopf geschossen sind, haben etwas gemeinsam: sie haben diese Art Perspektivlosigkeit, von der ich vorhin gesprochen habe — du hast dir nicht so viele Gedanken gemacht, warst ein bisschen abgetrennt von dem Großen und Ganzen und viel mehr mit einigen wenigen Dingen beschäftigt.

Even Love: Vervollständigt bitte folgenden Satz: Sogar Liebe …
Fine: ... kann dich verändern.
Simon: ... ist nicht immer genug.

@Chinah

Credits


Text: Juule Kay
Foto: über Humming Records

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