Diese Fotos erinnern uns daran, wie schön die erste große Liebe ist

Karen Rosetzsky hat junge Paare auf der ganzen Welt fotografiert. Dabei herausgekommen ist ein einfühlsames und intimes Porträt über die bedingungslose erste Liebe.

von Tish Weinstock; Fotos von Karen Rosetzsky
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21 Oktober 2016, 10:50am

Man sagt, die erste Liebe sei auch die tiefste Liebe. Und wenn man durch die Fotos von Karen Rosetzsky blättert, ist man sich dessen sofort wieder sicher. Ihr erstes Buch Young Love zeigt auf einfühlsame Weise, was Liebe alles bewegen und verändern kann. Die schönste Inspiration dafür ist ihre eigene Geschichte: Vor 16 Jahren hat sie ihren heutigen Ehemann, einen dänischen Fotografen, kennengelernt und ist damals mit ihm zu einem dreijährigen Abenteuer aufgebrochen –über Flüsse und Grenzen hinweg, von Paris bis nach New Orleans. Auf dieser Reise hat sie immer wieder auch andere junge Paare fotografiert.


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Dabei herausgekommen ist ein sehr pures und intimes Porträt über die Liebe und die Jugend. Karens Fotos vermitteln einem sofort dieses herzergreifende, wohlige Gefühl, welches Künstler, Musiker und Dichter seit Jahrhunderten zu vermitteln versuchen. Wir haben die Fotografin getroffen und mit ihr über bedingungslose Liebe und die anziehende Wirkung von naiver Jugendlichkeit gesprochen.

Erzähl mir ein bisschen was über dich!
Ich liebe es, mein Leben mit meinen Freunden und meiner Familie zu teilen. Ich bin viel draußen in der Natur unterwegs, das ist mir wichtig. Wir leben mittlerweile in Amsterdam, aber ich versuche weiterhin die Balance zwischen Stadt- und Landleben zu halten. Ich gehe gerne abends essen in der Stadt und fahre dann am nächsten Tag raus an den Strand, um abzuschalten. Ich bin im Norden von Kopenhagen aufgewachsen und vor 16 Jahren nach Holland gezogen, als ich meinen Mann Dennis kennengelernt habe. Wir haben eine Tochter und einen Sohn, und wir reisen viel als kleine Familie.

Hast du dich schon immer für Kunst interessiert?
Schon seit ich ein kleines Mädchen war, habe ich mich für alle Arten von Fotografie interessiert, ja. Damals war mir natürlich nicht bewusst, dass ich eines Tages Modefotografin sein würde, aber ich wollte schon immer Fotografin werden, das weiß ich. Ich glaube, mein Vater hat mir die Liebe zur Fotografie vererbt.

Wer oder was inspiriert dich?
Das Leben um mich herum inspiriert mich. Ich liebe die Menschen und die Emotionen, denen man im Leben begegnet. Ich versuche immer, mit meiner Fotografie die Realität einzufangen und den Charakteren so die Möglichkeit zu geben, ganz sie selbst zu sein.

Was ist die Geschichte hinter Young Love?
Mein Mann und ich reden viel über unsere Arbeit und genau genommen war er es, der mich zu dem Projekt inspiriert hat. Nach der Geburt unserer Tochter Sally hatte ich das Gefühl, an einem freien und nicht in Auftrag gegebenen Projekt arbeiten zu wollen. Das Thema des Fotobandes erinnert mich zudem sehr stark an die Zeit, als ich meinen Mann kennengelernt habe.

Welches Gefühl von Liebe willst du gerne mit deinen Fotos vermitteln?
Das unbeschreibliche Gefühl, wenn man jung ist und sich zum ersten Mal richtig verliebt – mit allem, was dazu gehört. Während unserer Reise habe ich die Chance genutzt, Paare auf der ganzen Welt kennenzulernen und zu fotografieren. Wenn ich mir die Jungs und Mädels aus den verschiedensten Ländern und Kulturen so anschaue, erinnere ich mich daran, dass sie doch eine Sprache gemeinsam sprechen: die Sprache der Liebe.

Was bedeutet Liebe für dich?
Ich habe mich vor 16 Jahren in meinen Mann verliebt und diese Begegnung hat mein Leben auf eine Art und Weise verändert, die ich mir nie hätte erträumen können. Unsere Liebe füreinander wächst immer weiter und über die Jahre hinweg sind wir ein gutes Team geworden, auch zusammen mit unseren Kindern Sally und Isaak.

In wie fern hat die von der Gesellschaft idealisierte Vorstellung von Liebe unsere Generation beeinflusst?
Wenn ich mir die Jugendlichen ansehe, die ich für Young Love fotografiert habe, sehe ich keinen Unterschied zu meiner Generation und dem Gefühl, was Liebe bedeutet oder wie wir lieben sollten. Ich glaube zudem, dass man das Gefühl von wahrere Liebe gar nicht kontrollieren kann. Liebe ist so ein altes und tief verwurzeltes Gefühl, das lässt sich nicht so leicht von Filmen oder Social Media beeinflussen. Was sich allerdings geändert hat, ist wie man jemandem kennenlernt: Früher war es die Theke an der Bar, heute ist es eine Dating-Plattform oder -App. Aber dieses Funkeln in den Augen, das Verliebte und Liebende in ihren Augen tragen, das hat sich auf keinen Fall verändert.

Wie sehen deine Hoffnungen und Träume für die Zukunft aus?
Ich setze mir ständig neue Ziele im Leben—beruflich und privat. Es ist schön, nach vorne zu schauen und an neuen Projekten als Freelance-Fotografin zu arbeiten, aber am allerwichtigsten ist es, sich selbst und der eigenen Kunst treu zu bleiben und auch viele Arbeiten zu machen, die eben nicht von einem Auftraggeber vorgegeben sind. Mein Wunsch für die Zukunft ist, auch weiterhin das tun zu können, was ich tue; von tollen und inspirierenden Menschen umgeben zu sein, an großartigen Projekten zu arbeiten und mein Leben mit meiner kleinen Familie zu leben.

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