Class of 2018: Raquel Fedato und Chris Phillips, Gründer Pornceptual

"Wir arbeiten mit vielen unterschiedlichen Künstlern zusammen und geben ihnen eine Plattform, ihre Sexualität auszudrücken, um Menschen anzuregen, kreativer mit ihrer Sexualität umzugehen und sich nicht dafür zu schämen."

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Dez. 12 2017, 11:19am

Wir präsentieren dir unsere Class of 2018: 17 junge Kreative, die Deutschland ihr Zuhause nennen und von denen du in der Zukunft noch viel hören wirst. Alle Beiträge findest du hier.

"Das Erste, was du siehst, sind Leute, die sich ausziehen", beschreibt Chris den ersten Eindruck, der sich Gästen bei Pornceptual-Partys bietet. Was viele nicht wissen: Pornceptual ist nicht nur eine Berliner Sex- und Fetischparty, sie ist auch Teil eines sexpositiven, multimedialen Kunstprojekts. Raquel Fedato und Chris Phillips aus Brasilien veranstalten die Partys, geben ein Magazin heraus, betreuen eine Website und organisieren Ausstellungen und Performance-Events, alles mit einem Ziel: "Durch verschiedene Kunstformen, Porno neu zu definieren."

Raquel trägt ein Top von Archive Jean Paul Gaultier. Hose: Nhu Duong. Gürtel: Arket.

Zum Studium zog es sie beide in die Stadt des Techno – Berlin. Hier lernten sie sich kennen, tauschten sich über die toxisch-konservative brasilianische Gesellschaft aus und entdeckten die sexuellen und persönlichen Freiheiten der deutschen Hauptstadt. Aus diesem Freiheitsgefühl entstand die Idee, ein Projekt zu starten, das Kreative aus den unterschiedlichsten Sparten anzieht. Pornceptual war geboren.


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"Wir arbeiten mit vielen unterschiedlichen Künstlern zusammen und geben ihnen eine Plattform ihre Sexualität auszudrücken, um Menschen anzuregen, kreativer mit ihrer Sexualität umzugehen und sich nicht dafür zu schämen", sagt Chris. Scham spielt heute zwar keine Rolle mehr in den Leben von Chris und Raquel, war aber ursprünglich einer der Hauptauslöser des Projekts. Die Körperkultur Brasiliens feiert ein ungesundes Körperbild, was bei Raquel zu einem toxischen Selbstbild und Körpergefühl geführt hat, Chris schämte sich wegen seiner Homosexualität.

"Pornceptual hat mir dabei geholfen, meinen Blick bezüglich Schönheit zu öffnen und mich in meinem Körper besser zu fühlen", erklärt Raquel die Wirkung des sexpositiven Projekts. "Durch meinen konservativen familiären Hintergrund habe ich meine Sexualität lange Zeit unterdrückt", sagt Chris. "Jedes Mal, wenn Menschen zu Pornceptual kommen und uns sagen, dass sie bei uns gelernt hätten, ihren Körper zu akzeptieren, ist das eine Belohnung für die harte Arbeit, die wir in das Projekt stecken."

Chris trägt ein Top von Arket. Jacke: Arket. Hose: Model’s Own

@Pornceptual

Credits


Fotos: Caroline Mackintosh
Styling: Rachael Rodgers
Creative Direction und Produktion: Alexandra Bondi de Antoni
Make-up: Jana Kalgajeva
Haare: Susanna Jonas
Stylingassistenz: Keva Legault
Fotoassistenz: Benny Heinrich
Produktionsassistenz: Juule Kay