Fotos: Andrés Navarro

K-Pop, Ironie und Teenage Angst: Dieses mexikanische Label solltest du kennen

Die Kollektion ist eine Hommage an die mexikanische Bootleg-Kultur.

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Aug. 17 2018, 10:54am

Fotos: Andrés Navarro

"Ich habe letztes Jahr zwei Monate in Tokio und Seoul verbracht, weil ich eine Pause von Mexiko City gebraucht habe", sagt uns Cheryl Santos über ihr neues Streetwear-Label Sauna, das K-Pop-Ästhetik mit der Bootleg-Kultur Mexikos verbindet. Wir wollten mehr wissen und haben mit ihr über ixxx gesprochen.


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Wie bist du auf die Idee zu deinem eigenen Modelabel gekommen?
Ich entwerfe oft T-Shirts für mich selbst, die meine Stimmung widerspiegeln. Das kann das Logo eines neuen Anime-Films sein oder ein Foto des südkoreanischen Schauspielers Park Bo Gum, aber auch K-Pop hat vor ein paar Jahren alles verändert. Ich habe einen Onlineshop gegründet, um Kollaborationen mit Designern und Künstlern zu entwickeln. Das erste Ergebnis ist die Kollektion Tea Baby, die von Designerin Carla Valdivia und mir stammt. Das ist unsere Interpretation, wie sich sich Streetwear in Zukunft entwickeln wird. Die Prints sind einfach nur lustig und sollten nicht zu ernst genommen werden.

Was hat es mit dem Label-Namen Sauna auf sich?
Der hat nichts mit einer echten Sauna zu tun! Ich habe letztes Jahr zwei Monate in Tokio und Seoul verbracht, weil ich eine Pause von Mexico City gebraucht habe. In Seoul habe ich den Musiker Hitchhiker entdeckt, seine Auftritte nannte er immer "Sauna Room". Ein Plakat davon habe ich mir zu Hause in die Wohnung gehängt – ein schönes Andenken an diese Zeit.

Erzähl uns mehr über die Kollektion.
Die Slogans meinen wir ironisch, ein bisschen schwarzer Humor gemischt mit Optimismus. Die Prints sind bewusst nicht inspirierend gemeint. Wir wollten der Angst-Ästhetik, die gerade in der Popkultur vorherrscht, etwas entgegensetzen. Ich wollte, dass sie wie alte japanische Grafikdesigns aussehen, aber auch so, als ob es auf den Straßen Mexico Citys zu kaufen gibt.

Welche Geschichte steckt hinter dem Lookbook?
Die Idee in diesem Shooting war, dass wir zwei Freundinnen zeigen, die ständig in Kontakt stehen, sich aber nie IRL treffen, weil beide zu beschäftigt sind. Alle meine Freunde aus dem kreativen Bereich müssen zig Jobs machen, um in Mexiko über die Runden zu kommen. Du verdienst hier als Kreativer nichts und musst vielseitig bleiben.

Habt ihr deswegen in einem Museum geshootet?
Nach London ist Mexico City die Stadt mit der höchsten Museumsdichte auf Welt. In der mexikanischen Hauptstadt gibt es über 170 Kunststätten. Wir haben im Erweiterungsbau der Kunst- und Designhochschule UNAM fotografiert. Die aktuelle Ausstellung zeigt Plastiken aus der Antike, die aus dem Louvre und dem Vatikan stammen.

Mehr Informationen zu "Sauna" findest du hier. Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.