Lena Waithe: “Erfolg ist, Kunst ohne Filter zu machen”

Die Autorin und Schauspielerin spricht mit Rihanna über bedingungslose Liebe, künstlerische Freiheit und warum sie sich 2019 von kleinkarierten Menschen lösen will.

von i-D Staff
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21 Januar 2020, 6:00am

Dieser Artikel erschien erstmals in der i-D Sonderausgabe ‘Rihannazine’, Nr. 01, 2020. Bestell dein Exemplar hier. Für dieses einmalige Projekt stellte Rihanna den Frauen, die die Kultur von heute maßgeblich prägen, eine Reihe von Fragen und lud sie ein, ihre Vision für 2020 zu teilen.

Würdest du dich vorstellen?
Mein Name ist Lena Waithe. Ich bin Autorin, Produzentin und Schauspielerin.

Was siehst du als deinen bisher größten persönlichen oder beruflichen Erfolg?
Ich glaube, mein größter Erfolg war zu heiraten. Das war etwas, worauf ich mich mein ganzes Leben vorbereitet hatte, auch wenn mir das damals noch nicht klar war. Es fiel nicht leicht, an den Punkt zu kommen, wo meine Frau und ich beide bereit dafür waren und aufgeregt, unsere Leben nun wirklich zu einem gemeinsamen Leben zu verbinden, anders als im Märchen oder im Kino. Es brauchte Arbeit, es brauchte Geduld, es brauchte bedingungslose Liebe.

Das mit dem beruflichen Erfolg ist kompliziert. Manche messen ihn daran, wieviel Geld sie verdienen, oder an den Preisen, die sie gewonnen haben. Für mich ist beruflicher Erfolg die Freiheit zu haben, Geschichten so zu erzählen, wie es mir gefällt; die Stärke, Kunst zu machen, die nicht erst durch einen Filter geht. Einige meiner erfolgreichsten Momente rühren daher, dass ich ohne jede Einmischung Drehbücher schreiben konnte. So war es mit der Pilotfolge von The Chi und mit Queen & Slim. Ich mag den Prozess, alleine zu schreiben—und niemand rührt es an, bevor ich bereit dafür bin.

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Lena wears all clothing and jewellery model’s own.

Jetzt wo wir ins Jahr 2020 aufbrechen, was nimmst du mit aus dem vergangenen Jahr und was lässt du zurück?
Ehrlich, ich werde das Gleiche mitnehmen wie gehabt. Ich versuche immer, eine Balance zu finden zwischen Arbeit und Leben, weil sie ein und dasselbe für mich sind. Ich möchte Freude und Inspiration mitnehmen, und Hingabe an das, was ich tue. Das ist ein Fixpunkt: Ich bin stets dankbar dafür, was ich tue, Dinge zu schaffen mit anderen coolen, kreativen Menschen. So habe ich es dieses Jahr gehalten und so will ich auch im nächsten Jahr weitermachen. Was lasse ich zurück? Uneinigkeit, kleinkarierte Menschen und Leute, die nicht bereit sind, den großen Sprung zu wagen.

Wenn du Rihanna eine Frage stellen könntest, was wäre das?
Ich möchte sie fragen: “Wovor hast du Angst?”

Was meinst du würde sie sagen?
Keine Ahnung, aber jemand hat mal Oprah und Gayle (King) gefragt, was ihnen am meisten Angst macht, und ihre Antworten waren ziemlich lustig. Gayle sagte “Höhen” und Oprah, “mein Potenzial nicht voll entfalten zu können”. Man kann diese Frage also entweder wörtlich nehmen oder im übertragenen Sinn, was die beiden wunderbar auf den Punkt bringen. Gayles Antwort war folgerichtig, Oprahs tiefgründiger.

Welches von beidem wäre Rihanna?
Das hängt von ihrer Tagesverfassung ab.

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Lena trägt ihre eigene Kleidung und Schmuck.

Credits


Fotos Mario Sorrenti
Styling Alastair McKimm

Haare Duffy / Streeters.
Make-up Kanako Takase / Streeters.
Nägel Alicia Torello / The Wall Group (Chanel).
Set Jack Flanagan / The Wall Group.
Koloristin Lena Ott für Suite Caroline.
Beleuchtungstechnik Lars Beaulieu.
Foto-Assistenz Kotaro Kawashima, Javier Villegas und Jared Zagha.
Digitale Technik Johnny Vicari.
Styling-Assistenz Madison Matusich und Milton Dixon.
Haar-Assistenz Lukas Tralmer, Juli Akaneya und Allie J.
Make-up-Assistenz Kuma und Tomoyo Shionome.
Set-Assistenz Colin Walker und Joe Arai.
Produktion Katie Fash.
Produktionsleitung Layla Némejanski.
Produktionsassistenz Fujio Emura.
Casting-Direktor Samuel Ellis Scheinman für DMCASTING.
Casting-Assistenz Cicek Brown für DMCASTING.

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