Isabel Marants AW21-Kollektion: Blick in die Vergangenheit und Projektion in die Zukunft zugleich

Das Pariser Label ließ sich für seine neue Kollektion von Sub- und Gegenkulturen aus der Musikgeschichte inspirieren – von Jimi Hendrix bis zur Gabber-Szene.

von i-D Staff
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09 September 2021, 9:35am

Isabel Marants AW21-Kollektion – die ab sofort in den Geschäften erhältlich ist – wurde erstmals im Februar, mitten im zweiten Lockdown, präsentiert. Damals sehnten wir uns alle nach einem Entkommen aus den kalten, trostlosen Wintermonaten, nach einer besseren Zukunft, und übten uns hartnäckig in Optimismus. Für ihre AW21-Show entführte Isabel Marant ihr Publikum in ein gigantisches brutalistisches Parkhaus am Rande von Paris, das mit schallenden Techno-Beats ertönte, und wo die Crème de la Crème der Supermodel-Riege eine Kollektion vorführte, die als Reaktion auf die unsicheren und oftmals beängstigenden Zeiten, in denen wir leben, entworfen wurde. Gerade in solch schweren Zeitenerleben wir gewöhnlich ein Aufblühen der Kreativität – was auch Isabel Marant mit ihrer aktuellen AW21-Kollektion eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Im Laufe ihrer fast dreißigjährigen Karriere in der Modeindustrie hat Isabel Marant eine überaus beliebte Marke mit hohem Erkennungswert geschaffen. Ihr Markenzeichen ist eher philosophischer als rein ästhetischer Natur und lässt sich am besten unter den Begriffen Leichtigkeit, Authentizität, Aufrichtigkeit, Komfort und Erhabenheit zusammenfassen. All das findet sich auch in der aktuellen Kollektion wieder, die für diese unsicheren Zeiten entworfen wurde, ohne dass sie sich jedoch in der Misslichkeit unserer Lage suhlt. Auf halbem Weg zwischen Freiheit und Einschränkung hat Isabel sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft nach Balsam für die Seele der Gegenwart gesucht.

Die Kollektion bezieht ihre Inspiration aus der Musikszene und den ihr eigenen eskapistischen Tendenzen, aus den Sub- und Gegenkulturen der vergangenen Jahrzehnte sowie aus Handarbeit und Kunsthandwerk, die uns die kleinen Freuden des Lebens und Momente der Schönheit schenken, in denen wir – insbesondere in den schwierigen Zeiten, die wir gerade durchleben – aufatmen und neue Kraft schöpfen können. Außerdem nährt sie sich am aufregenden Lebensgefühl des Futurismus. Die Kollektion will Mode allerdings nicht schlichtweg als Weltflucht verstanden wissen, sondern vielmehr uns die Freude an unserer Kleidung zurückgeben. Auch Isabel Marant weiß, dass gerade die einfachen Dinge des Lebens uns große Freude schenken können – wie zum Beispiel eine den Look dominierende Lederhose, Cowboystiefel, eine extravagant geschnittene Schulterpartie, ein Hauch von Pink, oder angenehmes Jersey-Material.

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Zu den Highlights der Kollektion zählen Prints und aufwändige Verzierungen. Paisley- und Blumenmuster rufen die Freiheitsliebe der Swinging Sixties in Erinnerung, andere Elemente die dunkle Energie der Techno- und Gabber-Szene der 90er Jahre. Diese Kontraste – zwischen Hoch- und Massenkultur, Minimalismus und Extravaganz, Tag und Nacht, Maskulinität und Femininität –, die in ihren Stücken ausbalanciert und in Einklang gebracht werden, sind charakteristischfür Isabel Marant. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine vollkommene Garderobe und zeitlose Kleidungsstücke zu entwerfen – Teile, die nicht nur getragen, sondern mit Leben erfüllt werden. 

Und das ist genau das, was wir in diesen Monaten benötigen – gefangen zwischen Lockdown und Öffnungsschritten, zwischen Verzweiflung und Hoffnung: Einen bestickten Bolero, ein Paar Cowboystiefel und einen gemütlichen Pullover kann man immer gut gebrauchen.

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