das „buffalo zine“ ist zurück und besser als jemals zuvor

Wir werfen einen Blick in die vierte Ausgabe des Kult-Modemagazins und haben mit den Herausgebern darüber gesprochen, warum wir unsere Konsumwelt endlich akzeptieren sollten.

von Felix Petty
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31 Oktober 2016, 9:49am

Photography Philippe Jarrigeon. Fashion Marc Goehring.

Buffalo Zine, das Baby von David Uzquiza und Adrian Gonzalez-Cohen, ist eine der spannendsten, lustigsten und aufregendsten Publikationen, die die Magazinwelt gerade zu bieten hat. Jedes mal überzeugen sie durch neue Zugänge und Aufmachungen. Mit der neuesten Ausgabe, The Catalogue Issue, zelebrieren sie die materielle Realität, in der wir leben, von Fotografie bis Mode, von einfachen Haushaltswaren bis zu Parfümwerbung. Um den Launch der Ausgabe zu feiern, haben sie auch einen Online-Shop ins Leben gerufen und bieten darin 20 Produkte an, die in Kollaboration mit bekannten Namen entstanden sind: von Martin Parr bis Christopher Shannon. Sie bringen mit Aqua di Buffalo sogar auch ihren eigenen Duft auf den Markt. Wir haben mit David und Adrian gesprochen.

Foto und und Fashion: Adrián González-Cohen

Ihr habt euch dazu entschlossen, Buffolo nun zweimal im Jahr zu veröffentlichen. Warum?
Wir haben gekündigt, um uns Vollzeit um Buffalo und andere Projekte als Kreativagentur zu kümmern.

Jede Ausgabe ist immer ganz anders als die Vorherige. Wie habt ihr euch dieses Mal wieder neu erfunden? Macht es euch Spaß, ständig neue Wege dafür zu finden, der Welt euer Magazin vorzustellen?
Das ist das Aufregendste daran. Jede Ausgabe ist eine neue Welt, in der wir aufgehen. Das für uns sehr abwechslungsreich und ich hoffe für die Leser auch.

Die neue Ausgabe trägt den Titel „The Catalogue Issue" und ihr habt den Fokus auf sehr lustige Art und Weise auf Produkte und Konsum gelegt. Was interessiert euch so dran?
Wir sollen angeblich in einer sehr digitalen Welt leben, fast schon virtuell. Aber wir können die materialistische Natur, die wir haben, nicht leugnen. Wir brauchen Waschmittel, Taschentücher, Milch, Insektizide und so viele weitere Dinge, die nicht digital sind. Wie Mode! Und Magazine! Das Magazin zelebriert Materialismus. Es war auch ein Erkunden der Werbeindustrie und eine gute Übung darin, ein eher konventionelleres Magazin zu sein.

Foto: Tim Elkaïm, Fashion: Daniele van Camp

Was stand auf eurem Moodboard für diese Ausgabe? Was hat euch inspiriert?
Feminine Magazine wie die italienische Vogue aus den 90ern, International Male Catalogue, Nova, Ikea, Argos, Fried Chicken, Vororte wie Dalston, Oliviero Toscani, Supermarktprospekte, Teleshopping-Kanäle, Corporation Domination, Fast Food, Spam-E-Mails, soziologische Ansätze von Menschen als Konsumenten, einfach Werbung aus allen Gebieten.

Was gefällt euch an der trashigen Wegwerf-Ästhetik, die in dieser Ausgabe verwendet? Ihr sagt, dass es nicht nostalgisch ist.
Es ist nicht nostalgisch, aber wir denken auch nicht, dass es innovativ ist. Es ist ein buntes Potpourri aus vielen Dingen und Momenten, die mit dieser Konsumwelt zusammenhängt. Und ehrlich gesagt: Wir wollten auch nie modern werden. Wir haben eher versucht, zeitlos zu sein.

Es geht auch um Konsum, wie man an den Anzeigen sieht, Referenzen an Coca-Cola, McDonalds, Dunkin Donuts etc. Wie schlaft sich das in der Art und Weise nieder, in der ihr über Mode nachdenkt? Oder vielleicht sogar eher generell über die Gesellschaft?
Mode ist der ultimative Konsum. Wie Yann DallAglio in der Einleitung zur Ausgabe sagt: Es ist sehr menschlich, durch Konsum zu kommunizieren und seine Persönlichkeit auszudrücken. „Nichts könnte weniger materialistisch oder sentimentaler sein, als ein Teenager, der eine brandneue Jeans kauft und sie an den Knien aufschneidet, um Jennifer zu gefallen."

Foto: Oliver Hadlee Pearch, Fashion: Emilie Kareh

Ihr startet auch eurem eigenen Onlineshop. Was wird es dort geben?
Es wird 20 Produkte geben, die man auch in der Ausgabe sieht, und die es bald auf unserer Website zu kaufen geben wird. Die meisten wurden extra aus diesem Grund angefertigt. Von Messersets bis zu Socken, die Martin Parr trägt, oder unser eigener Duft „Aqua di Buffalo" oder eine Merchandise-Modelinie in Kollaboration mit Christopher Shannon.

Ich liebe das Shooting mit Isabelle Hupert, Juliet Binoche, Emmanuel Seigner. Wie seid ihr dazu gekommen? Das sieht umwerfend aus.
Wir haben Jonathan Huguet kennengelernt, er ist der Red Carpet Stylist für diese Schauspielerinnen ist, die wir sehr lieben. Für uns hat es sehr viel Sinn gemacht, sie im Heft zu haben, die Ausgabe mit ihnen aufzuhübschen und sie ohne viel Glitzer zu präsentieren. Sie spielen mit diesen Frauen, die allein in der Gesellschaft sind, überwältigt von und verloren in Allgemeinplätzen. Außerdem ist es ein Vergleich zwischen der Rolle einer Frau in einem gewissen Alter im Kino und in der Gesellschaft allgemein.

Das ganze Magazin sieht mal wieder fantastisch aus! Worauf seid ihr am meisten stolz?
Die Cover. Wir lieben alle 7. Worauf wir am meisten stolz sind, ist die Art und Weise, wie die Mitwirkenden die Themen und Ideen umgesetzt haben, die wir ihnen vorgeschlagen haben. Wir sind allen auf ewig dankbar.

Foto: Reto Schmid, Fashion: Jonathan Huguet

Foto: Tina Tyrell, Fashion: Julia Ehrlich

Foto: Phillippe Jarrigeon, Fashion: Marc Goehring

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Text: Felix Petty

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