das lgbt-filmfestival in kenia

Nach dem Besuch und den Worten von US-Präsident Obama, kämpfen die Macher für ihre Rechte in einem Land, in dem Homosexualität immer noch ein Tabu ist.

von i-D Staff
|
15 September 2015, 8:51am

Obwohl viele Länder im Westen die Homo-Ehe oder Eingetragene Lebenspartnerschaften eingeführt haben, ist Homosexualität in 38 afrikanischen Ländern immer noch illegal und in fünf Ländern davon steht darauf sogar die Todesstrafe. In Kenia trafen sich jetzt aber Leute, um für die Entkriminalisierung von Homosexualität in dem afrikanischen Land zu kämpfen, auch wenn der kenianische Präsident denkt, dass LGBT-Rechte „kein Thema" seien.

Im April dieses Jahres entschied ein kenianisches Gericht, dass Schwulen- und Lesben-Gruppen in Kenia das Recht haben, sich formal als Organisationen registrieren zu dürfen. Das mag zwar als kleiner Schritt erscheinen, aber immerhin ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Ein paar Monate später widersprach US-Präsident Obama bei einem Besuch in Kenia seinem kenianischen Amtskollegen Uhuru Kenyatta, für den „Schwulenrechte in seinem Land kein Thema seien, zitiert ihn Die Zeit. Obama verglich Anti-Schwulen-Gesetze mit der Rassentrennung und sagte: „Die Weltgeschichte zeigt, dass Freiheit zerfasert und schlechte Dinge geschehen, sobald Menschen ungleich behandelt werden."

Auch wenn für eine Mehrheit der kenianischen Bevölkerung Homosexualität immer noch als unakzeptabel gilt und trotz der anhaltenden Gewalt gegen die LGBT-Community gibt es eine kleine LGBT-Aktivisten-Szene, die für Veränderungen kämpft. Letzte Woche versammelten sich junge Leute in einem Auditorium der kenianischen Hauptstadt Nairobi für „Out", ein viertägiges Filmfestival, das ür eine Diskussion um LGBT-Themen sorgen soll. Am Eröffnungstag wurden Pride (ein britischer Film über schwule und lesbische Aktivisten, die sich in den 80ern für streikende Bergleute einsetzen) und eine Episode von Sense8 (eine amerikanische Fantasyserie von Netflix, in der es auch um Homosexualität, Transgender-Rechte, Unterschiede aufgrund der Hautfarbe und Feminismus geht) gezeigt. Es gab allerdings keine kenianischen Produktionen zu sehen.

Ein Film, der gezeigt hätte werden könnten, wurde letztes Jahr von der staatlichen Filmaufsicht in Kenia verboten, weil der Film Homosexualität fördere, was gegen nationale Normen und Werte verstoßen würde. Dieser Film Stories of our Live vom The Nest Collective besteht aus fünf Kurzfilmen, in denen wahre Geschichten über das Leben als Homosexueller in Kenia erzählen werden. Dem Guardian sagte Anthony Oluoch, Executive Director vom Gay Kenya Trust: „Es ist eine Schande, dass unser eigener Film nicht gezeigt werden darf. Wir glauben, dass wir durch die Kunst die Massen besser erreichen und so für ein größeres Verständnis für andere Sexualitäts- und Genderidentitäten sorgen können. Es wäre gut gewesen, wenn sie einen kenianischen Film gesehen hätten, der verdeutlicht, dass wir nichts Besonderes von der Gesellschaft einfordern, sondern einfach nur mehr Verständnis."

Mehr zu LGBT-Themen auf i-D findest du hier.

Credits


Text: Felicity Kinsella

Tagged:
Film
LGBT+
gay
schwul
Kenia
kenya lgbt film festival