i-Diary: mit paul hutchinson auf dem roller durch athen

Paul Hutchinson wurde vor wenigen Wochen mit dem Eberhard-Roters-Stipendium für Junge Kunst geehrt. Der Fotograf lebt in Berlin, ist aber ständig unterwegs. Immer mit dabei: Seine Kamera. Anfang des Jahres war er in Athen, hat Freunde besucht und sich...

von i-D Staff
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20 April 2016, 10:05am

„Anfang des Jahres war ich ein paar Tage in Athen. Ich war zum ersten Mal dort und kann mit Glück sagen, dass ich gute Freunde dort habe. Man hört oft, dass Athen das neue Berlin sei. Ich würde spontan widersprechen. Es gibt kein U8-Ersatzverkehr und auch kein Schnee im April. Aber es gibt das Meer.

Mein erster Eindruck war ein Optimistisches-nach-vorne-Blicken. Eine Aufbruchstimmung, die in sich ein Gefühl von Freiheit überträgt. Allerdings wurde mir schnell klar, dass das nur ein oberflächiger Eindruck war—die Dinge sind immer noch sehr schwierig. Neben dem Lachen und der Wärme, dem Raki und den Umarmungen, gibt es eine unterschwellige Stimmung von Anstrengung, die ich als Fremder erst nicht wahrnehmen konnte.

Hätten mir meine Freunde vor Ort nicht die Junkies neben den großen Universitäten gezeigt, ich hätte sie nicht gesehen. Aber sie sind da. Genauso wie die vielen leer stehenden Geschäfte, die überall im Stadtzentrum verstreut sind und vor sich hinwelken. Oder die lauten politischen Debatten, die man bei jedem Abendessen hört, etwas womit wir als Generation Y in Deutschland gerade erst anfangen. Vielleicht ist das der einzige Unterschied, den ich tatsächlich klar sehen kann: Für Athen gibt es kein Sicherheitsnetz, keinen doppelten Boden, kein Bayern, das die Hauptstadt auffangen kann, kein Zurücklehnen, Sich-auf-Andere-verlassen.

Aber klar, wo es Probleme gibt, denken sich Menschen Lösungen aus. Und die Lösungen in Athen sind rührend und strahlen ein Gefühl von Neuanfang aus: ,Irgendwie wird das.' Und vielleicht trägt diese Einstellung, diese Magie, tatsächlich was von Berlin in sich. Athen ist wunderschön. Aber Athen ist auch, immer noch, schwer. Die Menschen leben mittlerweile im achten Jahr mit der Krise und die Spuren davon sind auf den zweiten Blick deutlich sichtbar.

Hier sind ein paar der tagtäglichen Stürmer, Macher, Magier. Freunde."

Mehr Infos zu den Künstlern findest du hier: 

atopos.gr

enterprise-projects.com

ventourakis.co.uk

snehtaresidency.org

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Credits


Text & Fotos: Paul Hutchinson