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warum die faszination versace niemals enden wird

Zu Ehren des 20. Todestages von Gianni Versace kannst du jetzt eine Auswahl der fabulösesten Looks des italienischen Designers auf der Premium in Berlin bestaunen. Wir haben den Sammler der kostbaren Stücke getroffen, um mehr über das sagenumwobene...

von i-D Staff
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05 Juli 2017, 12:55pm

Alexandre Stefani ist genauso bunt und schrill, wie man es von einem Versace-Sammler erwartet. Mit gerade mal 17 Jahren hat der Brasilianer seine Leidenschaft für das italienische Maison entdeckt, die über die Jahre hinweg zu einer wahren Sammelbesessenheit geführt hat, die mittlerweile über 500 Stücke von Versace umfasst.

Um die außergewöhnliche Arbeit von Gianni Versace in Erinnerung zu halten, findet in Deutschland nun erstmalig eine Ausstellung mit einer Auswahl seiner Kreationen statt. "Ich finde es sehr wichtig, einem deutschen Publikum die Bedeutung seines Erbes zu zeigen. Viele der Teile sind zwar 20 bis 30 Jahre alt, aber auch heute noch völlig tragbar", erklärt Alexandre. Um herauszufinden, was es mit der Faszination Versace tatsächlich auf sich hat, haben wir den Sammler zum Interview gebeten.

Was fasziniert dich so sehr an Versace?
Es ist die Freiheit der Farben und Inspiration. Es ging Gianni Versace nicht immer nur um Eleganz, er hat auch lustige Sachen gemacht. Er hat sich von der Popkultur, der europäischer Mythologie und den Kreaturen aus der Tiefsee inspirieren lassen und all' das in einem einzigen Stück oder Print zusammengeführt. Sie haben einfach alle eine Geschichte.

Was braucht ein Kleidungsstück, um deine Aufmerksamkeit zu erregen?
Mittlerweile kaufe ich nicht mehr nur, was mir gefällt. Ich habe Versaces gesamte Karriere von Anfang an verfolgt und versuche nun Stücke zu bekommen, die für die jeweilige Kollektion essentiell waren.

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Deine Sammlung beinhaltet mehr als 500 Stücke. Denkst du manchmal, dass du irgendwann genug hast?
Ja, als ich Hundert hatte. [Lacht] Ich habe mir immer gesagt, "Wenn ich dies und jenes habe, dann höre ich auf." Natürlich habe ich das nie getan. Da ich versuche, nicht nur Einzelstücke zu bekommen, sondern auch die originalen Looks wiederaufleben lassen möchte, habe ich zwar manchmal das Keypiece, zu dem mir dann aber noch etwas fehlt, um den Look komplett zu machen.

Wann hast du angefangen, dich für Mode zu interessieren?
Das war vor fast 30 Jahren. Ich war Austauschschüler in Paris und das erste Mal in einer Luxus-Boutique. Ich war hellauf begeistert. Das war auch das erste Mal, dass ich Männermode gesehen habe, die genauso cool wie die für Frauen war. Also habe mich damals dazu entschieden, für Versace zu arbeiten. Als Gianni Versace dann verstorben ist, bin ich nach Brasilien zurückgegangen. Ich war wirklich erschüttert, ihn verloren zu haben und erinnere mich noch ganz genau daran, als mich eine Freundin angerufen hat und zu mir meinte, dass er erschossen wurde.

Wie hat sich Versaces Stil entwickelt, wenn du seine ersten Stücke mit den späteren vergleichst?
Viele Leute kennen nur seine typischen Outfits: sexy Kleider und extravagante Looks. Ich habe mich erst so richtig verliebt, als ich mich intensiv mit seiner Mode in den 80ern auseinandergesetzt habe, als er noch sehr diskret war und blasse Farben verwendet hat. Ich besitze viele Sachen, von denen die Leute nicht glauben würden, dass es Versace ist. In diesen Stücken liegt sein ganzes Talent, sie waren am intimsten und intellektuellsten. Erst durch seine Verrücktheit wurde er ein Star, also mussten seine Sachen auch auffälliger werden, um Aufmerksamkeit zu erregen.

Was ist dein Lieblingsteil aus deiner Sammlung?
Ich bin verrückt nach allem aus Seide und Leder.

Die Ausstellung "Hommage to Gianni Versace" kannst du dir noch bis zum 6. Juli auf der Show & Order im Berliner Kraftwerk ansehen. Besonderer Dank gilt Anita Tillmann / PREMIUM Group, die diese Ausstellung ermöglicht hat.

Credits


Foto: Imago

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