matt lambert zeigt uns die verbotene welt von gay clubs

Der avantgardistische Performancekünstler David Hoyle spielt in Matt Lamberts neuem Film “God Is Watching“ die Hauptrolle.

von Felix Petty
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06 Juli 2017, 7:40am

Im Rahmen der Ausstellung Queer British Art 1861-1967 in der Tate Modern hat der britische Fernsehsender Channel 4 sechs neue Filme in Auftrag gegeben; sechs Porträts queerer Menschen von sechs queeren Regisseuren. Wir dürfen euch hier einen davon vorstellen; Matt Lambert hat den ikonischen Performancekünstler David Hoyle, den Divine Dad höchstpersönlich, gefilmt, der in einem maßgeschneiderten Outfit von Rick Owens über Gott und Gay Clubs spricht.

Matt und David haben sich über James Jeanette kennengelernt, als Matt gerade an einem Musikvideo für Declan McKenna gearbeitet hat. Der Film namens God Is Watching ist Davids Hommage an die Macht der Gay Clubs, die Safe Spaces und das Abtauchen in eine lustvolle Welt. 

"In meinem neuesten Buch, HOME, habe ich mich mit der Entwicklung und der Bedeutung digitaler Räume als zeitgenössische Safe Spaces für die LGBTQ-Community auseinandergesetzt", erklärt uns Matt seine Inspiration. "Das Buch beginnt mit einem Vorwort von Bruce LaBruce, in dem er den dramatischen Rückgang physischer Safe Spaces — von Badehäusern bis hin zu Darkrooms — beklagt, weil virtuelle Räume ihren Platz eingenommen haben. Ob physisch oder virtuell, ich war schon immer von dem transzendenten Charakter von Safe Spaces fasziniert. Sie spielen eine große Rolle in der Community."

Genau darüber redet auch David in dem Film. Zunächst spricht er über seine religiöse Erziehung und darüber, wie er sich mit 17 in Gay Clubs in Blackpool das erste Mal einer Gemeinschaft zugehörig gefühlt hat. "An diesem Abend hatte ich das Gefühl, als würde ich eine Grenze überschreiten, hinein in eine verbotene Welt, in die man eigentlich nicht eintreten sollte", sagt er im Film. "Es war, als würde ich all meinen Verpflichtungen den Rücken zukehren, die Neugierde und Aufregung haben mich immer weiter hinein getragen, ich wollte neue Leute kennenlernen und mich nicht mehr so alleine fühlen. Ich habe damals eine Gruppe Gleichgesinnter gefunden und es war, als hätte ich schon mein ganzes Leben darauf gewartet, sie kennenzulernen."

"Es war mir eine Ehre, einen unserer queeren Propheten zu würdigen, der in unserer Community sehr geschätzt, der breiten Masse aber eher unbekannt ist", sagt Matt abschließend. Überzeuge dich selbst: 

Credits


Text: Felix Petty