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premiere: dena, trust

Morgen erscheint ihre neue EP „Trust“ - hier kannst du dir vorab den gleichnamigen, neuen Track anhören. Außerdem haben wir DENA in ihrer Wohnung in Berlin-Kreuzberg besucht.

von Lisa Leinen
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01 September 2016, 10:30am

Vor knapp zwei Jahren spazierte DENA in einem pinken, auffälligen Oversized-Pullover über einen Berliner Flohmarkt und sang über „Cash, Diamond Rings and Swimmingpools". An ihrer Hand trug sie damals eines dieser großen 90er-Jahre-Gedächtnis-Haargummis, und um den Hals eine auffällig große Goldkette.

Der Haargummi ist geblieben, alles andere hat sich ein wenig verändert. DENA hat sich verändert. „Damals wollte ich vor allem Good Vibes schaffen, jetzt will ich irgendwie was anderes erzählen", sagt sie gleich zu Beginn unseres Interviews. 

Wir sitzen auf dem Sofa in ihrer Kreuzberger Wohnung, draußen geht ein Sommertag zu Ende, hier drin ist es angenehm kühl. In der einen Ecke steht das Klavier, in der anderen noch ein Koffer, der nicht ganz ausgepackt wurde. Dena ist viel unterwegs, für ihre EP Trust, die morgen erscheint, war sie für ein paar Wochen in New York, um dort mit Freunden ins Studio zu gehen. Das Mini-Album, dass ein erster Teaser ihres neuen Albums ist, das sie noch dieses Jahr fertigstellen möchte, ist poppiger als das, was wir bislang von der Sängerin kennen. Statt eingängigem Beat gibt es jetzt mehr Melodie, mehr Gitarren und mehr Lyrics zu hören.

Deine neue EP heißt Trust—Was bedeutet Vertrauen für dich?
„Trust" ist wie ein Stichwort für mich, nicht nur in Sachen Liebe oder Zusammensein, sondern auch in Bezug darauf, dass man sich selbst vertrauen sollte, weil man nur so dahin gelangt, wo man hin möchte. Weil man nie, nie, nie aufgeben darf. Der Begriff ist vor allem im letzten Jahr sehr wichtig für mich geworden, weil bei mir und in meinem Umfeld so viel passiert ist, so vieles hat sich verändert. Als ich den Song damals geschrieben habe, wollte ich die Geschichte einer sehr guten Freundin aufschreiben. Damals wusste ich allerdings noch nicht, dass ich damit auch meine eigene schreibe. Diese EP ist so ein kleiner Auszug aus meinem Tagebuch.

Hast du es jemals bereut, jemandem vertraut zu haben?
Ja ... Ich meine, wir kennen das doch alle, oder? Dass man zu offen ist und zu viel erzählt, auch Menschen, denen mal nicht so viel anvertrauen sollte. Ich will eigentlich gar nicht darüber nachdenken, wie subjektiv unsere ganze Wahrnehmung ist. Jeder ist so ein kleiner Planet für sich und die Welt ist das, was du siehst. Das ist wichtig, dass man eine solche Schutzblase hat, aber die kann auch schnell kaputt gehen.

Beschäftigst du dich auf dieser EP ausschließlich mit dem Thema Liebeskummer?
Es ist so simpel (Lacht), aber ja, es geht dieses Mal um Liebeskummer. Bei meinem ersten Album war ich in so einer Schutzblase gefangen, glaube ich, da wollte ich vieles nicht an mich ranlassen oder einsehen. Aber es ist ja so: Love makes the world go round. Und nachdem ich unendlich viele Liebeslieder gehört hatte, war es jetzt an der Zeit, selbst welche zu schreiben. Ich lerne gerade erst, was es bedeutet, Liebeskummer zu haben.

Wir verlieren uns ein wenig im Gespräch, reden viel über Trennungen und die Zeit danach, was einem hilft und was man über sich selbst lernt—oder erst noch lernen muss. Wir haben uns erst vor einer knappen Stunde kennengelernt, aber nun sitzen wir hier wie alte Freundinnen, die sich viel zu lange nicht gesehen haben.

Wo wir so zusammen hier sitzen, lass uns über das Thema Girlpower reden!
Ich bin wirklich happy, dass so viel darüber geredet und diskutiert wird. Ich glaube, dass die Generationen nach uns sich schon über vieles wundern werden, dass damals alles so komisch war. Das hoffe ich jedenfalls, darauf müssen wir hinarbeiten.

Siehst du da einen Unterschied zwischen Deutschland und deinem Heimatland Bulgarien?
Ja, in Bulgarien orientieren sich die Frauen noch mehr an älteren, traditionellen Denkmustern. Und viele Frauen sind auch sehr bequem in diesem System. Es ist mir schon oft aufgefallen, als ich dort war, dass in anderen Ländern viel mehr davon ausgegangen wird, dass der Mann für dich die Tür aufhält oder sowas. Ich bin total froh, dass das hier anders ist. Ich kann das nämlich alleine—das mit der Tür und noch viel mehr. 

Wenn du DENA live sehen möchtest, kannst du das am 04. Oktober in Berlin, am 06. in Hamburg und am 07. in Köln. Mehr Infos dazu findest du hier.

Credits


Text: Lisa Leinen
Fotos: Wilkosz & Way