geschwisterliebe: beyoncé hat ihre schwester solange interviewt

„Und wie war ich so als große Schwester?“ — Die beiden Musikerinnen geben der Öffentlichkeit in einem neuen Interview einen Einblick in ihre Beziehung und sprechen darüber, wie ihre eigene Familie und die Black Community zwei der besten Alben 201...

von Wendy Syfret
|
11 Januar 2017, 11:53am

Foto: via @BeyonceHard

Es mag sich komisch anhören, aber man kann leicht vergessen, dass Beyonce und Solange füreinander einfach nur Schwestern sind. Neben all ihrer Musik, ihrem Style und ihren unzähligen Fans auf der ganzen Welt sind sie immer noch einfach nur Frauen, die zu Idolen gemacht wurden. Wenn man in dieser verrückten Welt, die die Unterhaltungsbranche nun mal ist, jemanden hat, der einen nicht nur versteht, sondern sogar zur engsten Familie gehört, dann muss man die Bürde, die mit dem Starstatus kommt, einfacher meistern können.

In der neuesten Ausgabe von Interview erhalten wir einen Eindruck der Beziehung, wenn Beyonce ihre Schwester anruft. In dem Gespräch geht es um ihre Einflüsse, den Kanon von A Seat at the Table und um Familie. Die beide sprechen über den Stolz, den sie für ihre Heimatstadt Houston empfinden. „In den Südstaaten allgemein, aber besonders in der Welt, in der wir aufgewachsen sind, sind die Leute lebendige und begabte Geschichtenerzähler. Beim Frisör oder in der Warteschlange im Supermarkt, es wird nie langweilig", so Solange. Sie habe immer eine Verbindung zu den Frauen in ihrer Umgebung gespürt. „Man kann die Frau des Pastors sein, Anwältin oder Strippern oder Lehrerin—alle Frauen haben eins gemeinsam: jede will Erfolg haben und jede will es besser haben."

Als das Gespräch auf das neueste Album der jüngeren Knowles kommt, ist die Liebe zwischen den beiden Texanerinnen überdeutlich. Sie reden über Solanges Angespanntheit vor der Veröffentlichung. Letztlich habe sich der ganze Stress aber gelohnt, übrigens der Grund warum sie ausgetickt ist: „Die größte Belohnung, die ich bekommen habe, war Frauen, besonders schwarze Frauen, zu sehen, die darüber sprechen, was ihnen das Album bedeutet, den Frieden, denen es ihnen gebracht hat."

Im letzten Jahr haben beide Schwestern neue Alben herausgebracht, die sehr persönlich sind und bei denen es darum geht, was es für sie bedeutet, eine Frau zu sein, und wie sie mit den Erwartungshaltungen und Druck umgehen. Solange hat sich sogar Sorgen darum gemacht, dass es als arrogant rüberkommt, wenn sie darauf hinweist, dass sie alle Texte für A Seat at the Table geschrieben hat. „Ich habe das bisher noch nicht sagen können. Das ist das erste Mal, dass ich es tatsächlich öffentlich gesagt habe. Das liegt an den ganzen Steinen, die wir umgehen müssen, wenn wir unsere Arbeiten und unsere Erfolge feiern", so Solange Knowles.

Schon seit Kindertagen beobachten und unterstützten sich die beiden. Beyonce erinnert sich: „Schon als Kind dachte ich, dass meine kleine Schwester etwas Besonderes ist." Das hat sich in all den Jahren nicht geändert. Sie bewundert immer noch, wie Solange jeden Aspekt ihrer kreativen Welt selbst managt und fast jedes Element an ihrer neuen Platte selbst verantwortet. Diese Einstellung hätten sie von ihrer Mutter übernommen, so Solange, die ihnen beigebracht habe, die Kontrolle über ihre Stimme, über ihre Körper und ihrer Arbeiten zu behalten „Sie war das lebende Beispiel. Sie hatte immer eine Idee im Ärmel. Es gab nicht ein Element, bei dem sie nicht mitgewirkt hat."

Neben ihren Eltern sprechen sie über den Einfluss von Master P, dessen Geschichte den roten Faden auf A Seat at the Table bildet. „Ich wollte auf dem Album eine Stimme haben, die Empowerment und Unabhängigkeit repräsentiert. Eine Stimme von einer Person, die niemals aufgibt, auch wenn es einfacher wäre alles aufzugeben, was man sich aufgebaut hat. Jemand, dem schwarze Menschen wichtig sind, der in unsere Community investiert, in unser Geschichtenerzählen und dem es wichtig ist, dass seine Leute selbstbestimmt leben können", erklärt Solange.

Zum Schluss des Interviews fragt Beyonce einfach nur: „Und wie war ich so als große Schwester?" Darüber muss Solange nicht lange nachdenken: „Du hast einen fantastischen Job gemacht!"

Credits


Text: Wendy Syfret