julian zigerlis all time favorites

Gerade noch in Mailand seine neuste Kollektion präsentiert, zeigte Julian Zigerli am Mittwoch im Rahmen der Mercedes- Benz Fashion Week Berlin zum ersten Mal seine Diffusion Line „All Time Favorite".

von Alexandra Bondi de Antoni
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23 Januar 2015, 8:40am

Julian Zigerli ist in der Schweiz aufgewachsen, hat in Berlin studiert und seine Kollektionen schon überall auf der Welt präsentiert. 2010 schloss er sein Studium ab, seit letztem Jahr zeigt er auf Einladung von Giorgio Armani hin bei der Mailänder Fashion Week und zählt Prominente wie Alan Cumming zu seinen Fans. Während er in seiner vor einigen Tagen präsentierten Hauptkollektion Point fingers and call names mit der Idee von Luxus spielt, in dem er kleine prunkvolle Details in neue Perspektiven rückt und Prints von dem Künstlerduo Rico & Michael verarbeitet, geht es bei seiner neuen Diffusion Line All Time Favorite schlichter zu. Für i-D eine der wenigen spannenden Positionen im Berliner Modezirkus, trafen wir den überdrehten Modemacher vor seiner Show und plauderten mit ihm über die Bedeutung von Film, Berlins Relevanz als Modestadt und wie wichtig es ist, seine Spur zu hinterlassen.

Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um deine Diffusion Line All Time Favorite zu präsentieren?
Ich hatte die Idee schon länger im Kopf. Die Ledertaschen habe ich schon vor einem Jahr gezeigt, hatte aber noch keinen passenden Rahmen, um sie wirklich zu präsentieren. Die Accessoires waren der Grundstein für die neue Nebenlinie, was aber nicht heißt, dass ich die Kleidung um die Taschen entworfen habe. Bei All Time Favorite geht es um Kleidung, die man jeden Tag tragen kann. Letztes Jahr ist bei mir unglaublich viel passiert, weshalb es nun an der Zeit war, diesen Schritt zu gehen.

Warum hast du dich entschlossen, in Berlin zu zeigen?
Meine Mainline präsentiere ich in Mailand. Die Stadt ist was High Fashion betrifft, viel interessanter. Jedoch ist Berlin immer in meinem Herzen. Ich habe hier studiert und komme immer wieder gerne zurück. Ich fühle mich jedes Mal, als würde ich nach Hause kommen. Hier habe ich mein Publikum.

Wo liegt Berlins Relevanz im internationalen Modebusiness?
Wenn es um deutsche, schweizer und österreichische Presse geht, ist es egal, ob ich in Mailand oder Berlin zeige. Die Reaktionen waren gleich. Mailand ist internationaler, was für den Wachstum meines Labels wichtig ist, jedoch wirkt es so, als ob die deutsche Presse doch eher nach Berlin schaut. Die Deutschen lieben ihre Fashion Week, ob sie nun international relevant ist, ist ihnen ziemlich egal. Für mehr Anerkennung aus dem Ausland, müssen wir uns vielleicht noch mehr Zeit geben.

Warum bist du dann trotzdem nach Mailand gegangen? War es vielleicht eine Prestige-Entscheidung?
Es ist wirklich schwierig zu beurteilen, was mir Mailand bringen wird. Mode muss sich verkaufen. Aufmerksamkeit von der Presse sei es national oder international ist gut, aber verkauft noch nicht. Ich habe nun drei Mal dort gezeigt - das erste Mal auf persönliche Einladung von Giorgio Armani, wodurch ich auch erst auf dieses Mailand gestoßen bin. Ich hatte es nicht geplant, fand die Idee aber interessant, weil es dort nicht besonders viele junge crazy Designer gibt. Aber wie gesagt, wie relevant es dann wirklich ist, oder ob es nur ein weiterer Punkt auf meiner Liste wird, kann ich noch nicht sagen. Man muss sicherlich präsent sein und sein Revier markieren. Es ist wichtig den Leuten zu zeigen, dass man da ist, immer besser wird und auch nicht mehr so schnell wieder verschwinden wird.

Warum produzierst du zu jeder Kollektion zusätzlich zum Look Book einen Film?
Das Medium Film ist für Mode unglaublich spannend, weil man viel mehr Möglichkeiten hat seine Stimmung und Ästhetik umzusetzen. Es gibt viel mehr Bewegung, man kann mit Musik arbeiten, alles ist inszenierter - man kann der Idee hinter der Kollektion eine weitere Ebene geben.

Wie ist deine Zusammenarbeit für Autumn / Winter 13 mit Alan Cumming zustande gekommen?
Ich habe Alan vor ein paar Jahren in Berlin kennengelernt und wir haben uns super verstanden. Er ist wirklich ein cooler Typ. Für diesen Film habe ich mir zum ersten Mal eine Storyline überlegt. Zuvor ging es mir mehr um die Stimmung. Ich habe ihn einfach gefragt und er hat ja gesagt. 

Credits


Fotos: Alexandra Bondi de Antoni 

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