Fotos: Courtesy of Moncler

Ist das die kontroverseste Kollaboration des Jahres?

Michelin-Männchen? Samurai? Tampon? Oder doch ein Schlafsack? Was auch immer du auf diesen Bildern siehst: Besser als Moncler x Craig Green kann es nicht mehr werden.

von Steve Salter; Übersetzt von Michael Sader
|
Aug. 23 2018, 10:22am

Fotos: Courtesy of Moncler

Craig Greens Menswear provoziert Reaktionen. Der in London geborene Designer besitzt die Fähigkeit, mit seiner Mode unsere tiefsten Wünsche anzusprechen. Moncler hat im Rahmen seines Genius-Projekts acht Designer eingeladen, die bekannte Daunen-Bekleidung des italienischen Labels neu zu interpretieren, darunter auch Pierpaolo Piccioli von Valentino, Simone Rocha, Noir Kei Ninomiya und Hiroshi Fujiwara. Als durchsickerte, dass auch Craig Green seine Version vorstellen wird, war eine kreative Explosion vorprogrammiert.


Auch auf i-D: Wir stellen euch den deutschen Modedesign-Nachwuchs vor


"Diet Prada hat auf seinem Account einen Wettbewerb um die beste Bildunterschrift für das Kollektionsfoto gestartet" sagt Craig Green und lacht. "Ich finde das toll, wenn jeder was anderes sieht. Die Pieces sind auf keine Zielgruppe ausgerichtet, sondern stehen für Ideen." Craig Green widmet sich in seiner Mode immer wieder dem Uniformen, sowohl den tatsächlichen als auch denen im übertragenen Sinn. Kein Wunder also, dass jeder in seinen Kreationen etwas anderes sieht.

Mit seiner skulpturalen Mode und seinen transformativen Fashionshows hat er sich nicht nur in die Herzen der Modekritiker gearbeitet, sondern feiert auch kommerziellen Erfolg. Er ist ein Genie – das erkennt auch die Industrie. Bei den British Fashion Awards wurde er gleich zwei Mal als Bester Menswear-Designer ausgezeichnet. Es überrascht nicht, dass das Mailänder Kultlabel Moncler nach dem Erfolg seiner ersten Capsule-Kollektion mit Craig Green wieder auf das Können des jungen Briten zurückgegriffen hat.

"Ich erinnere mich noch daran, als die erste Capsule-Kollektion auf den Markt kam und Moncler Tausende von aggressiven und hasserfüllten Kommentaren bekommen hat", sagt der Designer. "Ich habe geradezu auf den Anruf aus Mailand gewartet, dass sie sich Sorgen um die Kollaboration machen. Doch den Verantwortlichen schienen die Sachen zu gefallen." Anstatt die Zusammenarbeit zu beenden, lud Moncler ihn zu einer weiterer Zusammenarbeit im Rahmen von "Moncler Genius" ein, das Innovations-Lab der italienischen Luxusmarke. Das Unternehmen setzte Craig keine Grenzen, weil sie wussten, dass er Pragmatiker und Provokateur zugleich ist. "Moncler ist sehr offen, sie probieren immer neue Dinge aus", sagt Craig Green. "Selbst wenn sich die Verantwortlichen nicht absolut sicher sind, geben sie ihr Go. Das ist sehr selten in unserer Industrie."

Mit der Zeit entdeckte er Gemeinsamkeiten in der Designsprache. "Mir ging es mit meinen Kreationen immer um Konzepte wie Schutz und Funktionalität. Und diese Ideen stecken in der DNA von Moncler. Ich fand es interessant, diese Konzepte weiterzuentwickeln und ihr Designerbe zu pushen. Bei einem Moncler-Kleidungsstück geht es neben dem unglaublich technischen Know-How auch um den Auftritt." So hat Craig Green skulpturale Mode entworfen, die – auch wenn sie extrem erscheinen mag – , immer noch funktional ist.

Moncler x Craig Green ist ab sofort erhältlich. Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.