Fred Temnel, 1975 © George Dureau, Courtesy Arthur Roger Gallery and Higher Pictures

george dureaus fotos sind intime porträts der ausgeschlossenen communitys new orleans

Zum ersten Mal seit 30 Jahren werden die Fotos des verstorbenen Fotografen, der Robert Mapplethorpe inspiriert hat, in einer neuen Monografie veröffentlicht. Wir präsentieren dir eine Auswahl aus dem Bildband.

von Emily Manning
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04 August 2016, 1:38pm

Fred Temnel, 1975 © George Dureau, Courtesy Arthur Roger Gallery and Higher Pictures

Robert Mapplethorpes Fotos sind klassische Porträtfotografie, wurden bei ihrer Veröffentlichung aber kontrovers diskutiert. Im letzten Jahr haben die Arbeiten des amerikanischen Fotografen eine Art Wiederauferstehung gefeiert. In Los Angeles gab es drei Retrospektiven, die von der Kritik hochgelobte HBO-Dokumentation kam heraus und es soll ein Biopic über seine Beziehung zu Patti Smith erscheinen. Diese Woche wurde bekannt, dass Juergen Teller eine Ausstellung über Robert Mapplethorpe kuratieren wird. Sie soll diesen Herbst in London eröffnen. Trotz der Flut an Literatur über den Einfluss von Mapplethorpe auf die amerikanische Kunst und Kultur ist über seine eigenen Einflüsse weniger bekannt. Zu diesen gehört der Künstler George Dureau. Die Arbeiten des verstorbenen Künstlers aus New Orleans gelten wie Mapplethorpes als erotisch, subversiv, provokativ, intim und einflussreich. 

Roosevelt Singleton, 1974 © George Dureau, Courtesy Arthur Roger Gallery and Higher Pictures

Dureau wurde 1930 im Irish Channel-Viertel in New Orleans geboren, ungefähr vier Meilen weit weg vom berühmten French Quarter, in dem er den Großteil seines Lebens verbrachte und im Studio und auf der Straße Kunstwerke wie Gemälde, Skulpturen und Fotografien anfertigte. In dem neuen Buch The Photographs, erschienen bei Aperture, sind Porträts aus vierzig Jahren zu sehen. Es ist erst das zweite Buch mit Arbeiten von ihm, das erste wurde vor über 30 Jahren veröffentlicht. Laut dem Verlag wurde die Publikation überhaupt erst durch „das Engagement und die Unterstützung von Dureaus Unterstützern" möglich. 

David and Danny Jones, 1977 © George Dureau, Courtesy Arthur Roger Gallery and Higher Pictures

Dureaus Werk lässt sich auf vielfältige Weise beschreiben. Ein Thema, das immer wieder durchkommt, ist die Idee der Community, nicht nur in seiner Stadt, sondern auch die Communitys seiner Motive. Die Fotografien sind als persönliche Schnappschüsse von seinen Lovern oder als Studien für seine Gemälde entstanden. In seinem Vorwort zu The Photographs schreibt Autor Philip Gefter, dass Dureau die abgekoppelten Communitys in New Orleans fotografiert hat: die „Amputierten, die Zwerge, die Landstreicher und die Leute auf der Straße". Zu seinen Motiven entwickelte er oft sexuelle Beziehungen und Freundschaften. „Ich lebe ein warmherziges und mitfühlendes Leben. Es gibt viele Leute, die kommen und gehen", zitiert Gefter den Künstler. „Ich habe aufregende Erfahrungen und lerne Dinge über Menschen kennen. Das findet sich dann immer in meiner Kunst wieder. Ich kann keine Erfahrung haben, die dann nicht Eingang in meine Kunst findet."

Franklin Davis, 1975 © George Dureau, Courtesy Arthur Roger Gallery and Higher Pictures

Alias Williams, 1982 © George Dureau, Courtesy Arthur Roger Gallery and Higher Pictures

Earl Leavell, 1977 © George Dureau, Courtesy Arthur Roger Gallery and Higher Pictures

George Dureau: The Photographs ist bei Aperture erschienen und hier erhältlich.

Credits


Text: Emily Manning

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