wie homophobie und transphobie kindness’ karriere beeinflusst haben

„Die Musikindustrie wird nach wie vor von heterosexuellen, weißen Männern dominiert.“

von Nick Levine
|
13 November 2015, 2:27pm

Elektro-Funk-Musiker Adam Bainbridge aka Kindness sprach über seine Pause vom Musikgeschäft, die durch Intoleranz ausgelöst wurde. Im Rahmen der Red Bull Music Academy in Paris erwähnte der britische Singer-Songwriter den Blogger Donald Crunk dabei mit Namen. Dieser habe in einem Artikel in den 2000ern auf seinem Blog Style Slut auf homophobe und transphobe Art und Weise Bezug auf den Sänger genommen.

Damals herrschte der Nu Rave vor und der Artikel traf den Sänger zu seiner Zeit, in der er seine Sexualität und seine Gender-Identität infrage stellte. „Noch mehr Sorgen, als wütend auf den Typen zu sein, habe ich mir darum gemacht, woher er das wusste und ob noch andere wissen, dass ich schwul bin. Wenn die Leute wissen, dass ich schwul und queer bin, dann kann ich kein Grime-Produzent sein", sagt er in dem Interview.

„Über Nacht hörte ich mit meiner Musik auf, packte meine Sachen und ging aus London weg. Ich hatte echt Angst", erklärt er über seinen Weggang. Zu der damaligen Zeit wurde Donald Crunk von der Musikindustrie hofiert und die BBC lud ihn sogar ein, als Juror bei der einflussreichen jährlichen „Sound Of"-Umfrage mitzuwirken. Seit dem ist viel Zeit vergangen, Adam Bainbridge macht wieder als Kindness Musik und hat unter dem Namen auch viele, von der Kritik gelobte Alben herausgebracht. Er machte aber deutlich, dass die Musikindustrie nach wie vor von heterosexuellen, weißen Männern dominiert werden würde, die mit Künstlern, die anders sind als sie, nicht viel anfangen könnten.

„Ich schaue mich hier im Raum um und sehe viele nicht-weiße Gesichter, ich sehe Frauen und freue mich darüber", erklärte er weiter. „Aber ich sage euch eins: Es wird hart und nicht einfach. Gerade weil auch die jüngere Generation in der Musikindustrie hauptsächlich aus heterosexuellen, weißen Männern besteht. Die haben eine eigene Sprache und eigene Begriffe. Die wissen gar nicht, wie sie mit euch und über euch angemessen sprechen oder wie sie eure Angelegenheiten verstehen sollen."

Lies hier unser Interview mit Dev Hynes und Kindness.

Tagged:
kindness
Musik
RBMA