wie tupac amerika bereits 1992 vor donald trump gewarnt hat

„Keiner sollte 36 Millionen im Lotto gewinnen, wenn Leute auf der Straße hungern müssen“, so der sozial engagierte Rapper in einem Interview über die Ungleichheit von MTV News.

von Emily Manning
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02 Februar 2017, 10:45am

Donald Trump sorgt seit seinem Amtseintritt als US-Präsident weltweit für Proteste. Wer sicherlich auch zu einem seiner größten Kritiker zählen würde, ist der 1996 verstorbene Rapper Tupac Shakur. Schon 1992 hat er sich in einem Interview mit MTV kritisch gegenüber Trump geäußert.

Das MTV-Video stammt vom 08. August 1992, ein paar Monate nach den gewalttätigen Ausschreitungen in Los Angeles. Der Grund dafür war der Freispruch von vier Polizisten, die den Afroamerikaner Rodney King brutal niedergeschlagen haben. Wie Tupac in dem Video erklärt, trägt daran die ungleiche Verteilung von Reichtum in Amerika eine Mitverantwortung: „Jedem wird in der Schule beigebracht, dass man wie Trump sein muss, wenn man erfolgreich sein will. Es geht immer nur um Sich-nehmen und andere fertigmachen", erklärt er.

Der Clip hat auch 25 Jahre nach seiner Veröffentlichung nichts an seiner Relevanz verloren. Tupac erklärt darin weiter, wie Trumps neiderfüllte Rhetorik eine gesunde, demokratische, gleiche und gerechte Gesellschaft untergräbt: „Amerika fährt jetzt groß auf. Jeder bekommt Geld, außer wir. Jeder braucht ein bisschen Hilfe zur Selbsthilfe", sagt er. „Keine wird unabhängig geboren. Man arbeitet im Team, man lernt Kooperation und Solidarität kennen, man kämpft und dann wird man unabhängig. Das müssen wir lernen und den jungen Leuten beibringen."

Leidenschaftlich weist er auf Ungleichverteilung von Reichtum hin: „Es gibt keine Begründung dafür, dass Menschen Privatjets besitzen dürfen, wenn es Menschen gibt, die keine Wohnung haben, die keine Möbel haben und die nicht mal Hosen besitzen". Was ist mit Leuten, die sich das verdient haben? „Auch wenn man es sich verdient hat", antwortet Tupac, „bist du dennoch etwas schuldig."

Für ihn gibt es einen Zusammenhang zwischen fehlenden Aufstiegschancen und der sozialen Lage: „Nur weil eine Person kein Geld oder keine anderen Ressourcen zur Verfügung hat, heißt das nicht, dass sie schlecht, kriminell, verrückt, drogenabhängig oder sonst was ist. Es heißt einfach nur, dass diese Person weder über Geld noch über Ressourcen verfügt." Das belegen auch Zahlen. Ein weißer Haushalt verfügt über das 16-fache an Reichtum im Vergleich zu einem schwarzen Haushalt. Das ist die Realität und liegt nicht, wie Trump nicht müde wird zu betonen, an den fehlenden Anstrengungen der Menschen. Diese Vormachtstellung sei im Laufe von Jahrhunderten institutionalisiert worden — von der Sklaverei bis zum G.I. Bill genannten Gesetz über die Eingliederung von Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg.

Wie kann man daran etwas ändern?

„Es braucht etwas Revolutionäres, etwas Ungewöhnliches."

Credits


Text: Emily Manning
Foto: Screenshot von YouTube aus dem Video „Tupac Talks Donald Trump & Greed in America in 1992 Interview | MTV News" von MTV News

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