warum balenciagas app wichtig war

Trotz der technischen Panne war die Virtual-Reality-Erfahrung der vielversprechende Anfang von Demna Gvasalias Zeit als Artistic Director.

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07 März 2016, 9:30am

„Eine Neuinterpretation der Arbeit von Cristóbel Balenciaga—eine Garderobe als Imperativ des Zeitgenössischen und des Realistischen, geprägt durch seine Haute Couture", erklärt das Label in seinen Anmerkungen zur Herbst-/Winter-16-Show. „Eine Interpretation, keine Wiederholung. Ein neues Kapitel." Ein neues Kapitel, das von Demna Gvasalia geschrieben wird. Als sich der neue Artistic Director daran machte, Balenciagas Erbe in die Gegenwart und Zukunft zu übersetzen, konnte die interessierte Öffentlichkeit daran teilhaben. Nachdem er im letzten Monat in einem Interview mit BoF seinen Plan für ein neues Modesystem präsentierte, bot das französische Modehaus eine App an, um die Viewing Experience nicht nur für die Teilnehmer der ersten Reihe so anschaulich wie möglich zu gestalten. Dabei nutzten die Franzosen Virtual Reality (VR) und entwickelten ein ähnliches System wie Dior Eyes, um die Zuschauer mit in die digitalen Träume von Demna Gvasalia mitzunehmen.

Man konnte mit Google Cardboard, einem anderen VR-Headset oder ganz einfach mit dem normalen Stream die Show anschauen. Im Gegensatz zu vielen anderen Streams, bei denen die Kollektion nur kurz zu sehen ist, konnte man sich so die Kleidung in Ruhe aus allen möglichen Winkeln betrachten. Das erforderte besondere Aufmerksamkeit, weil in Demnas Welt nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Zwar beruhte die Kollektion auf vier Couture-Welten, bei denen es darum ging, wie sich die Tragenden darin bewegen, aber genauso wichtig war, wie die Schnittführung mit der Psychologie spielte. Verschlüsse waren ein großes Thema. Aus einem Anzug wurde ein Trompe l'oeil-Mantel und „Sportswear wurde ein falscher Glanz" verliehen, mit gerafften Überröcken. 

Und was hatte der neue Artistic Director des Traditionshauses zu sagen? Durch die neuen technischen Möglichkeiten soll sich jeder seine eigene Show zusammenstellen können und die Kollektion so erleben, wie er es für richtig hält. Ist das die Rettung des Laufstegs?