der sommer bleibt in napoli

i-D-Fotograf Brett Lloyd hat den Sommer in Neapel festgehalten. Seine Bilder zeigen eine Stadt, die bleibt, wie sie ist, und gleichzeitig vor unseren Augen verschwindet.

von Stuart Brumfitt
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04 Januar 2015, 8:00am

„Neapel war schon immer eine schockierende Stadt, weil Schönheit und Elend aufeinander treffen wie nirgends sonst ", erzählt Fotograf Brett Lloyd i-D über  sein neues Buch Scugnizzi, a Summer in Naples. Die alte italienische Küstenstadt ist für ihre dunkle Seite bekannt, aber auch für quirliges Chaos und ihren Charme. Neapel ist eine der ältesten Städte auf der Welt, aber Lloyd mag es, dass die Einwohner keine Käseglocke über die Stadt stülpen, sondern die Stadt sich selbst überlassen, sodass sie langsam und auf spektakuläre Weise vor unseren Augen verschwindet.

Die scugnizzi im Buchtitel beziehen sich auf die Straßenkinder, die für Lloyd „charmante, liebenswerte Gangs sind, die immer was im Schilde führen." Die meiste Zeit hat er damit verbracht, sie und den Rest der Neapolitaner an den schwarzen Vulkanstränden zu fotografieren. Der Vesuv ist auf der anderen Seite. „Die Strände gehören zu den ärmsten Gegenden mit den komischsten Leuten. Jeder ist irgendwie mit jedem verwandt, was das Gewusel und Durcheinander erklärt. Die Leute sind nur ein paar Stunden am Strand, dann packen sie ihre Sachen zusammen und kehren zurück zu ihren anstrengenden Jobs oder fordernden Familien. Selbst die Kinder am Strand arbeiten. Die meisten Teenager sammeln Miesmuscheln, die sie dann am Abend an Restaurants verkaufen."

Obwohl Kunstprojekte oft nur kurzfristig sind, denkt Lloyd, dass dieses Projekt ihn ein Leben lang fordern wird. „Ich habe mich so sehr in diese Stadt verliebt", sagt er. „Ich kann Neapel meinen Freund nennen. Ich werde weiterhin jeden Sommer zurückkehren und mich in das Getümmel stürzen."

Credits


Text: Stuart Brumfitt
Fotos: Courtesy Brett Lloyd

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