triff die designerin, die mit ihren stickereien drake und marc jacobs verzaubert hat

Wir trafen Marie Sophie Lockhart von „Good For Nothing Embroidery“.

von Zeyna Sy
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20 Oktober 2015, 10:53am

Wenn dich Drake und Marc Jacobs persönlich auf Instagram anschreiben, dann weißt du, dass du Teil eines Trends bist. Die Pariser Designerin Marie Sophiel Lockhart wurden vom Rapper (für die Jacke mit den Gebetshänden) und dem Designer im letzten Jahr beauftragt, und beweist einmal mehr, dass Stickereien immer mehr im Kommen sind. Diese Entwicklung ist vielleicht etwas unerwartet, aber sie ist der perfekte Gegenentwurf zur Fast Fashion unserer Zeit. 

„Sie hörten, dass ich eine ruhige Hand habe", erzählt Marie Sophie Lockhart über die Kollaboration mit Marc Jacobs. „Ich konnte frei experimentieren und etwas Irres und Kreatives entwerfen". Ihre Handarbeit erschien dann auf einer Tasche aus der SS-16-Kollektion des Designers. „In einer Welt voller massenproduziertem Müll interessieren sich die Leute wieder mehr für etwas Individuelles, das eine Tradition hat. Die Zeit, das Imaginäre und die Handwerkskunst machen aus jedem handgenähten Stück ein Unikat", erklärt der Designer seine Entscheidung.

Wehende Regenbogen, Friedenszeichen und Cannabis-Blätter finden sich in ihren 60er Designs - unbeschwert und mit einem Blumenmädchen-Vibe. Lockharts Liebe für zeitlose, klassische Denim-Schnitte wie die Levi's 501 oder 70er Vintage-Schlaghosen sind zum wichtigen Element ihres persönlichen Stils geworden. Ihr Ehemann ist Tattookünstler, der nicht nur eine große Inspiration sei, sondern auch ihre Liebe für die Pin-up-Girls aus den 50ern geweckt hat. Diese Figuren im selbstgemachten Tattoo-Style wurden schnell zu ihrem Markenzeichen. Ihr thematisches Spektrum reicht von Humor, Ironie über Sexualität bis hin zu Religion, und macht ihre Arbeiten so einzigartig. Sie sagt: „Ich beziehe meine Inspirationen aus dem Alltag: Musik, Kunst, Sex, Spiritualität und Drogen. Es geht darum, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und Liebe zu geben und zu verbreiten."

Ihre Mutter gab ihr den Spitznamen „Bon à Rien" (frz. für good for nothing), da sie dachte, „dass ich meine Zeit verschwende, indem ich nicht das tue, was ich an der Universität gelernt habe." Zu der Zeit studierte sie BWL und hatte keinerlei Verbindung zur Mode, aber sie wusste, dass sie etwas anderes machen wollte. „Ich habe einfach gelebt. Ich wollte die Welt sehen und keinen geregelten Bürojob haben. Ich wollte andere Kulturen sehen und neue Sprache lernen", erklärt sie uns. Aus dem Spitznamen entwickelte sich der Namen ihres Labels GoodforNothingEmbroidery.

Eher zufällig kam sie zur Stickerei und verwandelte ihre Skizzen zu Designentwürfen. „Für mich war es einfach eine weitere Plattform, um mich künstlerisch auszudrücken. Die ersten Aufnäher habe ich für meine Freunde gemacht. Sie bekamen die Stickereien und ich dafür von ihnen Bilder, Kunst oder Gras", erklärt sie.

Momentan lebt und arbeitet sie in Brooklyn und ihr Terminplan ist alles andere als der eines sorgenfreien Blumenkinds. Letztes Jahr erhielt sie von großen Namen aus der Popkultur Aufträge und sie ging mit einem renommierten Modehaus eine Kollaboration ein. Ihre bestickten Jeans werden mittlerweile bei Browns Fashion verkauft und eine Kollaboration mit Stella McCartney ist in Planung. Sie scheint am Ende doch für etwas gut zu sein.

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Credits


Text: Zeyna Sy
Fotos: James Parker 

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