Fotos: Courtesy of Diesel

Wenn Werbung gegen Cyber-Mobbing nach hinten losgeht

Eigentlich hatte die neue "Hate Couture"-Kampagne von Diesel das Ziel, Trollkommentaren den Spiegel vorzuhalten.

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Sep. 24 2018, 10:33am

Fotos: Courtesy of Diesel

"Diesel Is Dead", liest sich in einem der vielen Kommentare auf dem Instagram-Account des bekannten Denim-Labels. Normalerweise würden wir diesem Statement nicht wirklich viel Aufmerksamkeit schenken, hätte Diesel nicht eine brillante Antwort darauf gehabt. Anstatt den Kommentar zu ignorieren, druckte es das Label auf eine Jacke als Teil von "Hate Couture", der neuen Diesel-Kampagne gegen Online-Hass. Mit den Worten "The more hate you wear, the less you care" (dt. "Je mehr Hass du trägst, desto weniger kümmert es dich") spaltet das italienische Label gerade das Internet.


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In der neuen Kampagne sind Künstler und Aktivisten wie Nicki Minaj, Gucci Mane, Barbie Ferreira, Bria Vinaite und Tommy Dorfman zu sehen, die ihre eigenen Hasskommentare auf Jacken und T-Shirts tragen. Alle wurden gebeten, einige der verletzendsten Kommentare aus ihren sozialen Netzwerken beizutragen, die nun die neue Kollektion von Diesel zieren. Body-Positive-Babe Barbie Ferreira trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift "FAT", der queere Schauspieler Tommy Dorfman aus 13 Reasons Why trägt einen "FAGGOT"-Sweater und Rap-Queen Nicki Minaj eine Jacke mit den Worten "THE BAD GUY". "Je mehr wir uns über Online-Hass aufregen, desto mehr wird es davon geben", schreibt Barbie unter einen bezahlten, aber aufrichtigen Post auf Instagram.

Eigentlich keine schlechte Idee, hätte man sie ein wenig besser durchdacht. Viele der Online-User fragen sich, warum sich Diesel gerade für Nicki Minaj als eines der Kampagnengesichter entschieden hat, schließlich wurde ihr vorgeworfen, dass ihr neues Album homophobe Lyrics beinhalte.

Diesel ist nicht das einzige Label, das sich mit Hate-Kommentaren auseinandersetzt. Erst vor Kurzem gab es einen Shitstorm um das Modelabel Revolve, das dünne Models in "Being fat is not beautiful it's an excuse"-Sweater steckte. Eigentlich ging es auch in dieser Kampagne darum, Trollkommentaren ein Ende zu setzen. Soweit so gut, doch leider war den teilnehmenden Aktivisten Paloma Elsesser und Jameela Jamil nicht klar, dass ihre T-Shirts an dünnen, weißen Models gezeigt werden.

Auch wenn sich über die Wahl der teilnehmenden Künstler streiten lässt, kämpft Diesel für eine bessere Zukunft. Ein Teil der Hate-Couture-Einnahmen spendet das italienische Label an die OTB Foundation, um Anti-Mobbing-Programme zu unterstützen. "Du musst diese grausamen Worte zu deinem Eigen machen", schreibt die queere Ikone Zolita auf Twitter. "Ich liebe es, dass Diesel die Negativität für sich beansprucht, um etwas Positives daraus zu ziehen."

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.