5 ergreifende Romanverfilmungen, die du dir auf Netflix anschauen kannst

Weil Literatur schon immer die beste Vorlage für unsere Lieblingsfilme war.

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Dez. 8 2017, 10:30am

Foto: Screenshot von Youtube aus dem Video "The Boy In the Striped Pajamas trailer" von Andie Caba

Die letzten Serien-Hits auf Netflix haben dich in einen seelenlosen Binge-Watch-Zombie verwandelt? Hast du dir gestern auch mal wieder vorgenommen, wirklich produktiv zu sein, und hast dich stattdessen sieben Stunden von Episode zu Episode geklickt, bis entweder der Schlaf eingesetzt oder die Staffel ihr Ende gefunden hat? Das lässt sich auch stilvoller gestalten, ohne dabei Gefahr zu laufen, sich beim alltäglichen Netflix-Talk ausgeschlossen zu fühlen. Wir präsentieren dir fünf großartige Romane, deren Verfilmungen du auch bei Netflix findest.

Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry

Der Erzähler, dem die "großen Leute" als Kind schon suspekt vorkamen, stürzt mit seinem Flugzeug in der Wüste ab und trifft dort auf den kleinen Prinzen, der von einem kleinen Asteroiden stammt, kaum größer als ein Haus. Der Prinz erzählt dem Piloten von seinen Stationen auf dem Weg zur Erde und den Begegnungen mit allerlei großen Leuten und deren höchst fragwürdigen Weltansichten. Auf dem Affenbrot-Asteroiden zurückgelassen besitzt der kleine Prinz eine ganz besondere Rose, die es nur einmal im Universum gibt. Wird der Pilot den kleinen Prinzen wiederfinden? Sicher ist nur: "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Der kleine Prinz ist ein modernes Märchen und zugleich ein Plädoyer für die Kraft der Fantasie und Menschlichkeit.

Der weite Weg der Hoffnung, Loung Ung

Die Geschichte Loung Ungs ist in der Tat ein weiter Weg. Einer der Schmerzen, Ungerechtigkeit und des Krieges. Und letztlich doch auch einer der Hoffnung. Das Mädchen ist fünf als die Roten Khmer 1975 in Kambodscha einmarschieren. Das Ziel des Anführers: Die Auslöschung der Metropolen. Hunger, Tod und unsagbares Leid bricht über die Menschen Kambodschas herein. Loung wird ihrer Familie entrissen, flieht alleine in den Dschungel und wird in ein Waisenheim gesteckt, in dem sie zu einer Kindersoldatin ausgebildet wird. Die Hoffnung ihrer Eltern und Geschwister sich eines Tages in Frieden wiederzusehen, erhält sie am Leben. Kein Roman, sondern ein Lebensschicksal in Buchform, das dem Leser in seiner ungeschönten Schilderung die Risse in der Welt und unser privilegiertes Lebens vor Augen führt – und doch durch jede Zeile die Hoffnung blicken lässt.

Wie ein einziger Tag, Nicholas Sparks

Wer hat sich spätestens in diesem Film nicht in den jungen Ryan Gosling und die Geschichte von Noah und Allie verknallt? Die junge Frau ist schwer an Alzheimer erkrankt, doch Noah versucht, die Liebe seines Lebens durch die Erzählung ihrer großen Geschichte im Hier und Jetzt zu behalten. Als Noah in den Zweiten Weltkrieg zieht, schreibt er ihr unzählige Briefe – die von der bösen Capulet-Mutter zurückgehalten werden. Währenddessen heiratetet sie einen gutbetuchten Anwalt, doch als Noah ihr Haus wieder aufbaut, was er vor so vielen Jahren seiner großen Liebe Allie versprach, kreuzen sich die Wege der beiden wieder. Doch kann der 84-jährige Noah seine Allie wieder zurückgewinnen? Klingt kitschig? Ist es auch – und das im guten Sinne. Setzt euch einen Tee der Sorte "Heiße Liebe" auf und wärmt euch mit einer der vielleicht schönsten Schnulz-Romanzen aller Zeiten.

Wer die Nachtigall stört, Harper Lee

Im Alabama der 30er Jahre sind Rassismus und Vorurteile an der Tagesordnung. Wenn ein Verbrechen geschieht, wissen die Bürger schnell, wer es mal wieder gewesen ist. Der alleinerziehende Anwalt Atticus Finch tickt da anders. Allen Anfeindungen zum Trotz kämpft er für die Wahrheit, gegen das Unrecht, erzieht seine beiden Kinder Scout und Jem liebevoll und lehrt sie die Tugenden von Toleranz und Mitgefühl. Als Atticus den wegen Vergewaltigung angeklagten Feldarbeiter of colour Tom Robinson vor Gericht verteidigt, bricht im kleinen Örtchen blanker Hass aus. Aus Sicht der kleinen Scout erzählt, werden wir Zeuge des Kampfes für das einzig Richtige: Gerechtigkeit. Gemeinsam mit ihrem Bruder Jem und Freund Dill lernt sie, was Moral und Courage bedeutet und tritt dem wütenden Mob entgegen.

Der Junge im gestreiften Pyjama, John Boyne

Bruno ist neun Jahre alt und lebt in Berlin, bis er an einen Ort namens "Aus-Wisch" ziehen muss. Der kleine Junge mag sein neues Zuhause nicht: Alles ist grau, niemand spielt mit ihm und überall stehen Zäune. Und hinter den Zäunen? Menschen in gestreiften Pyjamas. Was soll das? Sein Vater behauptet, dass dies keine Menschen seien, doch Bruno glaubt ihm nicht. Erst recht nicht, als er Schmuel kennenlernt, einen dünnen Jungen in seinem Alter, der hinter dem Stacheldraht lebt. Die beiden freunden sich an und treffen sich jeden Nachmittag. Als Schmuel seinen Vater nicht mehr finden kann, beschließt Bruno seinem Freund zu helfen, zieht sich selbst einen der gestreiften Pyjamas an und begibt sich auf die andere Seite des Zaunes. John Boyne schafft es, durch die Augen des jungen Brunos, eine neue Perspektive auf den menschenverachtenden Schrecken der KZs zu eröffnen.