2, 4, 6, 8 we appreciate ... kafka tamura

Wir haben dem sympathischen Trio ein paar Fragen gestellt und uns erklären lassen, was wir uns unter einer musikalischen Fernbeziehungen vorstellen können.

von Alexandra Bondi de Antoni
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02 September 2015, 8:10am

Patrick, Gabriel und Emma haben sich online auf Soundlcoud kennengelernt und begonnen, Soundfiles zwischen Deutschland und England hin und her zu schicken. Das war vor drei Jahren. Seitdem haben sie ihren Indie-Pop immer weiterentwickelt und im Juni 2015 ihr erstes Album herausgebracht. Wir finden, dass Kafka Tamuras Sound mit Emmas verzaubernder Stimme perfekt zum beginnenden Herbst passt. Deshalb haben wir ihnen ein paar Fragen gestellt und uns erklären lassen, wie man eine musikalische Fernbeziehung führt. 

2 Momente, in denen ihr gedacht habt ‚Was geht hier ab?'
1. Die ganze Support-Tour, als wir in ganz Europa gespielt haben, war eine unbeschreibliche Zeit. Es war sehr anstrengend und eine tolle Erfahrung gleichzeitig. Es gab aber nicht den Moment, in dem wir uns gefragt haben ‚Was geht ihr ab?', da sich die ganze Entwicklung bis jetzt als sehr natürlich anfühlt. Wir machen einen Schritt nach dem anderen und arbeiten hart dafür. Wenn wir dann mal auf das bereits Erreichte zurückblicken, fragen uns manchmal ‚Das soll alles wirklich passiert sein?', aber richtig Zeit haben wir dafür eigentlich nicht, weil immer wieder neue Dinge passieren.
2. Ich hatte einen echten „Was geht hier ab"-Moment, als wir das Musikvideo zu „No Hope" drehten. Patrick und ich müssten auf einem Pferd reiten. Alles musste schnell gehen und wir hatten nicht viel Zeit, um zu üben oder uns an die ganze Situation zu gewöhnen. Nach ein paar Minuten saß ich dann auf diesem wirklich großen, schwarzen Tier und es fing an, langsam loszulaufen. Ich wusste nicht, wie ich das Pferd zum Stehen bringen konnte. In diesem Moment habe ich mich wirklich gefragt ‚Was geht ihr ab'. Nach ein paar Sekunden sagte mir dann der Pferdebesitzer, was ich machen muss und alles war super. Aber im ersten Moment war ich schockiert.

4 Songs, die euch beeinflusst haben und wieso
Der Song „He doesn't know why" von Fleet Foxes hat mit seinem tollen Piano-Outro die Piano-Sounds auf unserem Album beeinflusst. Außerdem üben The XX einen großen Einfluss auf die Art und Weise, wie wir unsere Gitarrenlinien verwenden, aus. Allgemein gesprochen ist es eher eine Band oder ein Album, das uns beeinflusst also Total Life Forever von den Foals oder Machine Dreams von den Little Dragons, um nur ein paar zu nennen.

6 Gründe, wieso ihr so klingt, wie ihr klingt
1. Wir sind in unterschiedlichen Ländern aufgewachsen.
2. Wir haben die Songs auf unserem Album praktisch online geschrieben.
3. Es gibt einen guten Altersmix in der Band.
4. Es gibt kulturelle Unterschiede zwischen uns.
5. Wir haben einen minimalistischen Ansatz beim Songwriting.
6. Wir haben alle einen ähnlichen Musikgeschmack.

8 Dinge, die du über Kafka Tamura wissen solltest
1. Unser Bandname leitet sich von Haruki Murakamis Roman Kafka am Strand ab. Einer der Hauptcharaktere heißt Kafka Tamura. Patrick hat als Erster das Buch gelesen und hat es Gabi und mir empfohlen. Wir haben uns alle ein bisschen ihn diesen Charakter verliebt. Wir entdecken Dingen in ihm wieder, die wir auch in uns selbst entdecken, und außerdem inspiriert er uns.
2. Nothing To Everyone heißt nicht nur unser Album, sondern ist auch ein Song von uns. Außerdem bietet der Titel viele verschiedene Interpretationsmöglichkeiten. Eine dieser Interpretationen ist das starke Gefühl, das wir mit dem Album selbst verbinden. Auch wenn das Album Nothing to Everyone heißt, mögen wir es und wissen, dass es gut ist. Entweder man mag es oder eben nicht.
3. Wir freuen uns, so talentierte Videokünstler wie Julia & Maurice gefunden zu haben. Wir können nicht oft genug sagen, wie froh wir über die Zusammenarbeit mit ihnen sind. Sie machen das Unmögliche möglich und verstehen unsere Musik.
4. Wir würden gerne auf Murakamis Geburtstagsparty auftreten. Falls ihn jemand persönlich kennen sollte, bitte lasst es ihn wissen und fragt ihn. 
5. Emma hat ein Kaninchen namens Alfie.
6. „Lullabies" war der erste Song, den wir geschrieben haben, bevor wir uns überhaupt in der Offline-Welt getroffen haben.
7. Gabi isst kein Fleisch.
8. Fernbeziehungen funktionieren, auch als Bandkollegen.

Nothing to Everyone ist bei Lichtdicht Records erschienen.

@kafkatamura

Hier geht's zu den anderen Interviews aus unserer Rubrik „2, 4, 6, 8 We Appreciate".

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