smart girl club: das sind die wichtigsten menschen in princess nokias leben

Destiny Frasqueri, aka Princess Nokia, schreibt Songs, die vom Leben in New York beeinflusst wurden und oft durch die Frauen inspiriert werden, die ihr am nächsten stehen: ihre besten Freundinnen Gia und Rafa.

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März 15 2017, 3:27pm

Gia trägt ein Hemd von Tome. Boxershorts: GAP. Destiny trägt ein Hemd von ManGo. BH: Araks. Boxershorts: GAP. Briefs: Model's own. Rafa trägt ein Hemd von DKNY. 

Als wir Destiny Frasqueri, besser bekannt unter ihrem Rap-Namen Princess Nokia, in ihrer Heimatstadt New York treffen, hat sie zwei der Frauen mitgebracht, die ihr am nächsten stehen. Eine von ihnen heißt Rafa, die laut Destiny „eine fantastische Organisatorin ist, die sich mit Stadtplanung und Feminismus auseinandersetzt und Gentrifizierung bekämpft." Heutzutage organisiert Rafa Punkkonzerte für Teenager in der Bronx. Die andere heißt Gia „ist seit Jahren Tierrechtsaktivistin und setzt sich für soziale Gerechtigkeit ein." Sie stellt ihren Körper für Kunstinstallationen zur Verfügung.

Wir sitzen in Gias Wohnung in der Bronx. Weil sie sich auf Schlangenmedizin spezialisiert hat, hält sie fünf Reptilien in der Hand. „Wenn wir bei Gia abhängen, schauen wir Filme, spielen mit den Kindern, quatschen einfach dummes Zeug und immer sind Schlangen dabei", erklärt Destiny. „Die haben etwas an sich, durch das wir ruhiger werden." Die Stärke, ihre scharfe Zunge und die Kraft, die sie durch ihre Musik transportiert, ist genauso spürbar wie ihr Mitgefühl, ihre Empathie und die Weisheit ihrer Texte: „Ich passe auf sie auf, sie passen auf mich auf. Gemeinsam sind wir Kriegerinnen. Wir halten uns gegenseitig den Rücken frei, wir achten auf die anderen, wir lieben uns bedingungslos", sagt Destiny über ihren Tribe. „So etwas findet man selten auf der Welt."

Destiny hat bessere Worte als „Freundin", um ihre Beziehung zu Rafa und Gia zu charakterisieren. Einer dieser Begriffe ist comai. Das bedeutet im Spanischen so viel wie „deine Schwester, die Person, die auf deine Kinder aufpasst", erklärt sie uns. „Ich bin die Patentante ihrer Kinder, ich bin ihre comai. Wenn ich Kinder haben sollte, werden die Kinder die Patentanten meiner Kinder, weil sie meine comai sind." Ein anderes Wort ist hoodrat, das signalisiert, dass man aus dem Ghetto kommt. Das ist einfach unser Leben. Wir gehören nirgends dazu. Wir personifizieren den Zwischenzustand."

Nirgends ist es so auffällig wie auf Destinys aktueller Platte 1992. Auf der EP zeigt sie ihre dynamische Entwicklung als Musikerin, die keine Angst davor hat, alle Facetten ihrer Identität zu zeigen. Nach ihrem Debütalbum Metallic Butterfly aus dem Jahr 2014 folgte Honeysuckle, eine an Donna Summer angelehnte Disco-Platte, die sie unter ihrem eigenen Namen veröffentlicht hat. 1992 ist eine Hommage an die HipHop-Szene New Yorks der 90er, eine Zeit, in der Destiny aufgewachsen ist. Sie hat in Harlem, der Lower East Side und in der Bronx gelebt. Standout-Track ist „Green Line", eine Jazz-Produktion mit Sirenen-Sounds. „Brujas" ist vom Sound her Underground-Electro, mit dem sie ihren Wurzeln Tribut zollt. Mit dem Opening-Track „Bart Simpson" hat sie der Skateboardszene in Manhattan ein Denkmal gesetzt. Das Album ist eine Hommage an ihre Heimatstadt New York.

„New York ist ein lebendiger Organismus aus Poetry, Kunst und Mode. Hier passieren Tragödien, es ist ein einzigartiger Ort voller Farbe, Diversität, Schrägheit und Armut. Alles fasziniert mich", sagt Destiny. Rafa, Gia und Destiny eint ihr Sinn für die Community. „Wo wir leben, passiert viel Scheiße. Wir lieben es, wo wir leben. Wir wollen gar nicht woanders in New York leben. Hier sind wir unter unseres Gleichen. Hier können wir sein, wie wir sind, und das macht uns einzigartig."

Destiny weiß, dass Communitys auch jenseits der eigenen Stadt wichtig sind. Ihre Konzerte werden zu Safe Spaces, die sie durch Positivität und Respekt kreiert. Warum ist ihr das so wichtig? „Ich weiß, wie es sich anfühlt, sich an einem Ort extrem unwohl zu fühlen, wenn man dadurch eine Wut entwickelt und wenn man sich an einem Ort nicht sicher fühlt", erklärt sie. „Als junge Woman of Color ist es mir wichtig, dass unsere Stimmen, unsere Meinungen, unsere Werte und unsere Narrative verstanden, gehört und respektiert werden."

Abseits ihrer Konzerte nutzt Destiny dafür ihr Kollektiv Smart Girl Club mit Workshops, Radiosendungen und Poetry-Performances. Das Ziel des Smart Girl Clubs ist es, die kreative Zusammenarbeit zwischen Frauen aller Hautfarben und Sexualitäten zu fördern. Für Destiny ist Smart Girl Club „ein Safe Space, um meine Wut und meine Unzufriedenheit in etwas Positives zu verwandeln. Es ist eine Sache, die Wut zu spüren, aber es geht immer darum, dafür eine gesunde Lösung zu finden."

Smart Girl Club hat den Urban Feminism im Blick. „Das ist eine greifbare Form des Feminismus, der auch Frauen erreicht, die keinen Zugang zu institutionalisierten Formen des Feminismus an den Universitäten haben." Es ist für Frauen wie mich, die sich mit so vielem identifizieren und die etwas brauchen, womit sie sich identifizieren können. Urban Feminism ist Teil der Community, in der ich aufgewachsen bin, wir sind nicht unsichtbar", sagt sie zum Abschluss. „Ob man es nun gut findet oder nicht: wir wollen repräsentiert werden. Wir fordern Respekt ein. Wir werden auf die Vernachlässigung mit unserer Präsenz reagieren. Wir werden Tools zur Verfügung stellen, um ein Bewusstsein für Sisterhood zu schaffen. Wir werden Weiterbildung und Wege anbieten, um sich durch das Leben zu navigieren. Es ist unser Ziel."

Hier findest du alles aus unserer The Family Values Issue.

Credits


Text: Emily Manning 
Foto: Zachary Chick 
Styling: Katelyn Gray
Stylingassistenz: Marie Choi