cara delevingne spricht offen über ihre depression

Das Model und der „Suicide Squad“-Star nutzt ihre Bekanntheit erneut, um über ein wichtiges Thema zu sprechen.

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Aug. 8 2016, 9:06am

@caradelevingne

Anfang dieses Jahres hat Cara Delevingne zum ersten Mal offen über ihren Kampf mit Depression gesprochen, nachdem sie von Fans gefragt wurde, warum sie das Gesicht von Saint Laurent-Kampagnen sei, wenn sie doch das Modeln gegen das Filmgeschäft eingetauscht habe. „Ich leide unter Depressionen und habe während einer besonders schweren Zeit des Selbsthasses als Model gearbeitet", twitterte sie damals. „Ich freue mich über die Arbeit, die ich tun darf. Aber ich habe die Arbeit genutzt, um das zu überspielen. Das Ergebnis war, dass ich unter totaler Erschöpfung litt."

Bereits seit Jahren nutzt die Schauspielerin Schrägstrich das Teilzeit-Model ihre Plattform, um über für sie wichtige Themen zu sprechen: Tierschutz, Sexismus in der Modeindustrie, bis zu beschissenen Interviews, in denen sie nicht ernst genommen wird. In einem aktuellen Interview mit Esquire hat die Britin nun sehr offen über ihre lange Geschichte mit psychischen Erkrankungen gesprochen und enthüllt, dass sie als Teenager Selbstmordgedanken hatte. 

„Ich kam damit einfach nicht mehr zurecht. Ich habe realisiert, wie viel Glück ich habe und wie privilegiert ich lebe. Aber das Einzige, das ich wollte, war sterben. Ich habe mich deswegen so schuldig gefühlt und habe mich dafür gehasst. Dann ist daraus ein Kreislauf entstanden. Ich wollte einfach nicht mehr existieren. Ich wollte, dass sich jedes Molekül in meinem Körper auflöst. Ich wollte sterben", sagte sie dem Magazin. „Ich bin in den Wald gerannt, habe eine ganze Packung Zigaretten geraucht und meinen Kopf hart gegen einen Baum geschleudert. Ich wollte einfach bewusstlos werden", beschreibt sie einen Selbstmordversuch.

In dem Interview spricht sie auch über die Heroin-Abhängigkeit ihrer Mutter Pandora. Manchmal sei sie tagelang verschwunden und sie habe sehr viel Angst dabei gehabt. Sowohl Caras Mutter wie Cara selbst wurden Medikamente verschrieben, um ihre inneren Dämonen in den Begriff zu bekommen. Die Medikamente hätten zwar das Leben ihrer Mutter gerettet, aber Cara entschied sich mit 18 Jahren, dass sie die Medikamente absetzt. „In dieser Woche habe ich meine Unschuld verloren, ich habe mich geprügelt, ich habe geweint, ich habe gelacht", erinnert sie die britische Schauspielerin. „Es war das Beste auf der Welt: einfach wieder Emotionen zu fühlen. Und die Depressionen kamen wieder, aber ich habe gelernt, mit ihnen umzugehen, anstatt für immer auf Medikamenten angewiesen zu sein." Das Ex-Model hat andere Strategien entwickelt, um mit depressiven Episoden umzugehen. Dazu gehört auch ihre Beziehung zu Annie Clark, aka St. Vincent.

Dass in den letzten Monaten immer mehr Prominente ihre psychischen Erkrankungen wie Angstzustände und Depression öffentlich gemacht haben, darunter Olly Alexander, Zayn Malik, Kehlani und Kaytranada, ist ein ermutigendes Zeichen. Denn wenn Leute, deren jeder Schritt von der Öffentlichkeit registriert wird, über ihre eigenen Kämpfe sprechen, kann es für ihre Fans, die in einer ähnlichen Situation stecken, einfacher werden, mit ihren eigenen Problemen fertig zu werden. Wie der Fall Cara Delevigne zeigt, schützt auch jedes Geld der Welt nicht davor, unter Depressionen zu leiden. 

Wenn du selbst in einer seelischen Krisensituation stecken solltest: Es gibt kostenlose Hilfsangebote wie die örtlichen Kinder- und Jugendnotdienste oder die Nummer gegen Kummer.

Credits


Text: Hannah Ongley
Foto via Instagram