back to school: mit diesen tipps und tricks überlebst du dein modestudium

Bald startet wieder die Uni. Für einige zum ersten Mal und für andere gilt: same procedure as every year. Für alle, die sich gerade auf ihre Seminare und Module vorbereiten oder von einem kreativen Karrierewechsel träumen: Wir haben Modedesign...

von Chekii Harling
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09 September 2016, 10:50am

Beth Hall graduate collection via Instagram

Stan Green, ­Womenswear, ­Central Saint Martins
1) Du kannst die Regeln erst brechen, wenn du sie auch kennst.
2) Du solltest weder deine Muster noch deine Zeichengeräte mit anderen teilen, weil sie dir garantiert irgendwer klauen wird.
3) GIVE A SHIT.
4) Deine Kommilitonen sind nicht deine Konkurrenten, sondern deine Freunde. Ihr tretet nicht in einer Gameshow gegeneinander an.
5) Wenn dein Vater nicht mag, was du entwirfst, dann ist das ein gutes Zeichen.
6) Wenn du denkst, dass du genug gemacht hast, dann liegst du falsch.

Wir haben uns hier gefragt, warum es deutsche Kreative in der Branche besonders schwer haben.

Beth Hall, Fashion Design, ­Westminster
1) Die Fashionshow für die Presse ist nicht so wichtig.
2) Praktika, Praktika, Praktika.
3) Stelle dich darauf ein, dass es ein Leben einnehmen wird.

Lily May Ward­ Collins, ­Fashion Design, ­Kingston
1) Ordne dem Studium nicht deine ganze Freizeit unter. Gönn dir ab und zu einen guten Wein und versuche, auch noch auszugehen, sonst wirst du verrückt. Du musst einfach lernen, mit einem Kater zu arbeiten.
2) Freunde dich mit den Leuten an, die Stoffe verkaufen. Gut dafür ist beispielsweise der Wochenmarkt am Maybachufer in Berlin, wo du gute Stoffe zu akzeptablen Preisen bekommst. Egal, wo du deinen Stoff kaufst, sei immer nett und treu. Denn wer weiß, vielleicht sponsert der Laden deine Abschlusskollektion?
3) Mache im Sommer Praktika! Ich weiß, es ist hart, in deinem einzig Uni-freien Zeitraum zu arbeiten, aber was ich in dieser Zeit über die Industrie gelernt habe, ist unbezahlbar. Leider werden viele Praktika kaum oder schlecht bezahlt. Was du machen kannst: Biete an, drei oder vier Tage zu arbeiten und den Rest der Zeit kannst du was Anderes machen. Ich hatte nur einen Tag in der Woche frei, konnte mir aber immer etwas zu essen leisten.

Elizabeth Kain, Fashion Design and Development,­ London College of Fashion
1) „Für jeden Zug gibt es einen Passagier" ist ein bulgarisches Sprichwort. Es heißt nichts Anderes, dass egal wer du bist und was du machst, es wird da draußen jemanden geben, der deine Arbeit wertschätzt.
2) Experimentiere so viel wie du nur kannst. Du studierst Mode, um dich auszuprobieren und deinen Stil und deine Identität zu finden, ohne an die Profitabilität deines Labels denken zu müssen.
3) Frage deine Tutoren und die Leute in der deiner Umgebung nach deren Meinung. Das heißt zwar nicht, dass du zwangsläufig der gleichen Meinung sein musst, aber es hilft dir dabei, zu verstehen, warum Leute das denken, was sie denken, wenn sie deine Sachen anschauen.

Lies hier unser Interview mit Nachwuchsdesigner Tim Labenda.

Chanette Laing, Fashion Design, UCA Epsom
1) Erweitere deinen Horizont! Geh in Museen und Galerien, um dir einen Eindruck von der sich verändernden Kunst- und Modewelt zu verschaffen.
2) Lesen, lesen, lesen! Lies so viele Bücher wie nur möglich, um den Designprozess besser verstehen zu können.
3) Hebe jeden Cent auf und sei sparsam, damit du dir inspirierende Trips und neues Material leisten kannst.

Lily Bowler, Sportswear, London College of Fashion
1) Schiebe Nachtschichten und mach keine halben Sachen! Trotz der harten Arbeit wirst du dich tausendmal besser fühlen, wenn du ALL deine wunderschönen Teile eingereicht hast.
2) Lass den Fluss an neuen Ideen nie versiegen und sei offen gegenüber neuen Leuten und Ansätzen, egal wie „komisch" sie sich anfangs auch anfühlen mögen.
3) Diskutiere mit kreativen Gleichgesinnten.
4) Lies Bücher, hör Musik, schau Filme, reise und sprich mit Leuten. Manchmal fällt es schwer, kreativ zu sein, deshalb ist es so wichtig, dass du lernst, wie du von allen und allem inspiriert werden kannst. Ein Projekt von mir ist mal wegen eines Cocktailwürstchens entstanden. 

Adhan Jalhal, ­Knitwear, ­Central Saint Martins (Abschluss 2016)
1) Wir leben einer Zeit des Oversharings: Es ist OK, wenn du privat und diskret bist.
2) Baue eine Beziehung zu deiner Arbeit auf. Liebe sie aus ganzem Herzen und liebe das, was du tust und hab Spaß dabei. So kommt es dir nicht wie Arbeit vor und es bringt dir persönlich etwas.
3) Reagiere mit deiner Arbeit auf Vorkommnisse in deinem Leben. Übersetze das auf kreative Art und Weise.
4) Stecke deine Gefühle in deine Arbeit und erzähle deine Geschichte.
5) Sei nicht ängstlich mit deiner Arbeit. Es ist OK, wenn du Scheiße baust. Manchmal ist es ein Fehler, aber manchmal entstehen dadurch die besten Dinge!

Liam O'Sullivan, Fashion Design, ­Westminster (Abschluss 2016)
1) Das Studium ist nicht dein gesamtes Leben. Klar, es ist harte Arbeit, aber betrinke dich, geh weg und hab Spaß. Du bist nur einmal jung und wirst es bereuen, wenn du dein ganzes Studium nur über die Stoßkante nachdenkst, anstatt bizarre Erfahrungen frühmorgens in der U-Bahn zu sammeln.
2) Lerne, mit Kritik umzugehen und lerne vor allem, welche Kritik du ernst nehmen solltest.
3) Freunde dich mit Leuten an, die das Handwerk aus dem Effeff können und kaufe ihnen ab und zu mal einen Kaffee. Denn genau das wird dich im letzten Jahr retten, wenn du einen Nervenzusammenbruch hast, weil du nicht nähen kannst. Danke an alle Schneideirinnen und Schneider!

Lorna Harrington,­ MA Fashion, Kingston
1) Mode kann nicht dein einziges Interessengebiet sein. Hab andere Interessen jenseits davon. Das wirkt sich erstens auf deine Entwürfe aus und zweitens unterscheidet es dich von anderen Modestudenten, wenn ihr euch auf dieselben Jobs bewerbt.
2) Bewege dich nicht nur zwischen Uni und Studentenwohnheim, sondern lerne deine Gegend richtig kennen. Erfahre aus erster Hand, was kulturell und gesellschaftlich passiert.
3) Kollaboriere mit andere Studenten, die nicht in deinem Kurs und nicht auf deine Uni gehen. Das hilft dir beim Netzwerken und verbessert deine Kommunikationsfähigkeiten; deine Ideen werden vor anderen Leuten ausgetestet.

Humera, ­Womenswear, ­Central Saint Martins
1) Sei frei! Geistig, körperlich und generell: in jedem erdenklichen Sinne!
2) Lerne, dich mit deiner Arbeit zu identifizieren, aber auch Abstand dazu zu gewinnen.
3) Schärfe deine Design-Vision so weit, dass all deine Ängste unwichtig werden.

Liza Keene, ­Womenswear, ­Central Saint Martins
1) Lerne, auch mit wenig Schlaf klarzukommen.
2) Zeitmanagement ist das A und O. Plane alles. Und ich meine damit wirklich alles.
3) Fordere den vorherrschenden Geschmack heraus. Denke dir das Schrecklichste aus, was du dir zu einer gegebenen Zeit vorstellen kannst und voilá: Du hast einen neuen Look kreiert!

Credits


Text: Chekii Harling
Foto: via Instagram

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