Diese Fotografin dokumentiert ihren Aufenthalt in der geschlossenen Psychiatrie in konfrontativen Bildern

Die 21-jährige Niederländerin Laura Hospes lässt die Welt wissen, was es bedeutet, weggesperrt zu sein.

von i-D Staff; Fotos von Laura Hospes
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02 September 2015, 11:00am

"Wann immer ich deprimiert bin oder den Drang habe, mich ausdrücken zu müssen, fotografiere ich. Für mich ist es dasselbe wie zu weinen, wenn man traurig ist, oder zu schreien, wenn man wütend ist", erklärt die 21-jährige Niederländerin Laura Hospes. Deprimiert zu sein, ist natürlich und normal, aber nach einem besonders schlimmen Depressionsschub wurde Laura in die Geschlossene Psychiatrie eingeliefert, nachdem sie sich im April dieses Jahres versucht hat umzubringen.

Sie traf während ihres Aufenthaltes die bewusste Entscheidung, weiter zu fotografieren. "Durch die Fotografie kann ich mich ausdrücken und mir meine Gefühle klarmachen", sagt sie. "Sie sind für mich Mittel, um Dinge und Ereignisse, die um mich herum passieren, einzuordnen."


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"Meine Kamera hört mir auf eine Art und Weise zu, wie es niemand sonst kann", erklärt sie weiter. "Meine Kamera ist mein Trost im Angesicht des ganzen Bösen auf der Welt." Die Fotoserie heißt UCP UMCG und ist nach der geschlossenen Abteilung benannt, in der sie lebte und wo die Fotografien entstanden sind. Die konfrontativen Schwarz-weiß-Fotos treffen den Betrachter hart. "Die Bilder spiegeln meine tiefsten Gefühle wider", erklärt Laura.

Laura ist nicht länger Patientin in der Geschlossenen Abteilung, sie geht aber noch täglich zu einen Psychiater, der ihr mit Gesprächen und Therapien hilft. "Ich möchte die Gefühle, die ich eingefangen habe, mit der ganzen Welt teilen", erklärt sie. "Ich möchte, dass jeder sieht, wie schwer es ist. Die Betrachter soll Schmerzen empfinden, wenn sie sich meine Fotos anschauen. Ich möchte, dass andere fühlen, was es bedeutet, eingesperrt zu werden und nicht mehr am Leben teilzunehmen."

laurahospes.com