werbekampagnen und ihre botschaften

In seiner Ausstellung „Unbranded: A Century of White Women, 1915 – 2015“ löst Hank Willis Thomas Werbekampagnen aus ihrem Markenkontext und zeigt uns, wie uns die Werbung in den letzten 100 Jahren das Klischee vom Frau-Sein verkauft hat.

von Felicity Kinsella
|
13 April 2015, 10:10am

House rules! 1957/2015

Jeder weiß, dass ein Bild mehr als tausend Worte sagen kann. Aber füge eine Bildunterschrift hinzu und die Bedeutung dieser tausenden Wörter ändert sich sofort. Eine Werbekampagne braucht, damit die Werbebotschaft transportiert wird, beides - Wörter und Bilder Entfernt man aber den Text und betrachtet die Bilder alleine, dann stellt man erschreckt fest, wie sehr kulturelle Stereotype zur Normalität geworden sind.

Die mittlerweile fünfte Einzelausstellung „Unbranded: A Century of White Women, 1915 - 2015" des amerikanischen Künstlers Hank Willis Thomas ist das Ergebnis seiner Beschäftigung mit dem Einfluss von Werbung. Nachdem er in der Ausstellung „Unbranded: Reflections in Black by Corporate America 1968 - 2008" durch 82 Anzeigen aus Zeitschriften, die an eine schwarze Zielgruppe gerichtet waren oder in denen zumindest schwarze Models zu sehen waren und aus denen er sämtlichen Text und alle Logo entfernt hatte, 100 Jahre ethnischer Stereotypisierung sichtbar machte, dreht sich seine neueste Arbeit in der New Yorker Jack Shainman Gallery um 100 Jahre Gender-Klischees in der Werbung und deren Wirkungsmacht.

Sobald die Bilder einmal von ihrem Text befreit wurden, richtet sich der Fokus auf die Frauen an sich. Eine Frau, die nur Unterwäsche trägt, und von fünf vollständig bekleideten Männern in fünf verschiedene Richtungen gezogen wird. Muss man mehr sagen? Es ist klar, dass Werbung Produkte durch Illusionen verkauft, aber indem man Anzeigen aus ihrem Markenkontext löst, werden die darunter liegenden Botschaften kristallklar: Die „weiße Frau" wurde uns in den letzten 100 Jahren als das unschuldige, reine, privilegierte, aber gleichzeitig vollständig marginalisierte Ding verkauft.

Lass die Bilder für sich selbst sprechen...

Can't claim all the credit, 1927/2015

Come out of the Bone Age, darling..., 1955/2015

The common enemy, 1941/2015

Chained to Perfection, 1965

Will not go dull and lifeless, 1953/2015

Only women can know how it feels, 1988/2015

Unbranded: A Century of White Women, 1915 - 2015 läuft noch bis zum 23. Mai in der Jack Shainman Gallery in New York. 

Credits


Bilder: Courtesy of Hank Willis Thomas und Jack Shainman Gallery, New York.

Tagged:
New York
Feminismus
Werbung
Kultur
hank willis thomas
jack shainman gallery
Ausstellungen
1915 – 2015
unbranded: a century of white women
kampagnen