wie uns diese fröhlich-bunten illustrationen durch den winter bringen

Wir haben uns mit der Frankfurter Künstlerin über ihre mehrteilige Accessoire-Kollektion für das deutsche Handtaschen-Label JOST unterhalten.

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Dez. 13 2016, 9:10am

Es ist wieder Winter in Deutschland. Die Straßen sind—wie jedes Jahr aufs Neue—von bauschigen Jacken, Wollschals und einer eher düsteren Farbpalette geprägt. Das ist zwar nicht unbedingt etwas Schlechtes, aber wir sind der Meinung, dass man der wetterbedingten Trostlosigkeit entgegen wirken kann. Zum Beispiel mit der Kollaboration The Beautiful Differences des Leder-Labels JOST mit der Frankfurter Illustratorin Kristina Suvorova, die am 9. Dezember offiziell gelauncht wurde. Die klassisch-zeitlosen JOST-Silhouetten gepaart mit den bunten, humorvollen Pop-Art-Designs der jungen Künstlerin bringen ein wenig Farbe in den tristen Winter. Wir haben der 26-Jährigen ein paar Fragen gestellt und uns von ihr erklären lassen, was sie eigentlich macht, wer ihre Vorbilder sind und wie es überhaupt zu der Kollaboration kam.  

Warum bist du Illustratorin geworden?
Es ist für mich die einfachste und angenehmste Ausdrucksform mit der ich meine Ideen umsetzen kann. Auf diese Art kann ich außerdem am besten meine Gedanken sortieren und auf Papier bringen.

Hat es Mut gekostet, sich voll und ganz auf das kompetitive Metier einzulassen?  
Was wirklich Mut gekostet hat, war diese Entscheidung für mich allein zu treffen, an mich und die Sache zu glauben und immer weiterzumachen. Ein bisschen Konkurrenz ist dabei ganz gesund. Es gibt einen Kick, sich ständig weiterzuentwickeln und was Neues zu lernen. Dadurch wird die Passion noch stärker, es gibt Kraft und der Mut wächst. Man hat immer neue Ziele vor Augen.

War es schon immer dein Plan?
Schon im Kindergarten habe ich kleine Ausstellungen mit meinen Zeichnungen gemacht und dann alle Kinder und Eltern eingeladen. Ich glaube es war einfach von Anfang an ein Teil von mir, selbst wenn ich zwischendurch überlegt habe Schauspielerin, Psychologin oder auch Diplomatin zu werden.

Wie würdest du denn selbst deinen Stil beschreiben? 
Irgendwie hat es keinen Namen für mich. Ich denke es geht mir mehr um das Gesamtgefühl, das meine Arbeit ausstrahlt. Aber wenn ich es jetzt doch kurz benennen müsste, dann würde ich es Modern Fairytales nennen.

Wo und mit welcher Verwendung siehst du deine Arbeiten?
Ich will die Leute zum Lachen bringen aber gleichzeitig auch zum Nachdenken anregen, das Erwachsen- und Kindsein zu genießen.

Wie kommst du auf die Ideen für deine Illustrationen? Wer oder was inspiriert dich? 
Meistens sind es ganz besondere Mischungen von vielen unterschiedlichen Dingen. Alles was mein Radar empfängt. Ganz häufige Inspirationen sind Kindheit, besondere Charaktere, meine schon fast verrückte Liebe nach Tieren, Natur, Mode, Kunst, verborgene Schönheit, Philosophie, Bücher ... Oh je! Ich merke die Liste würde sehr lang werden—ich höre hier lieber auf. 

Gibt es echte Vorlagen zu deinen Motiven?
Das wäre witzig! Ein paar Mal habe ich mir schon gewünscht, dass ein einige meiner Kreationen in meinem Zimmer vorbeilaufen oder auch deswegen wirklich werden könnten, weil ich sie jemandem schenke, der mir sehr wichtig ist.

Wie kam es zu der Kooperation mit JOST?
Vor fast zwei Jahren habe ich eine kleine spontane Ausstellung in Frankfurt gemacht. Dort habe ich Marco Lachner, den Creative Director von Jost kennengelernt. Er ist direkt ein Fan von meinen Illustrationen geworden und hat mich später gefragt ob ich mir vorstellen kann, ein besonderes Projekt zusammen mit Jost zumachen. Ich habe mich ganz schön gefreut. Daraus ist dann unsere tolle Capsule Collection The Beautiful Differences entstanden.

Deinem Blog zufolge lässt du dich unter anderem sehr von Mode inspirieren? Gibt es einen bestimmten Grund dafür?
Mode spielt in meinem Leben ganz große, inspirierende Rolle. Ich finde Mode ist auf jeden Fall eine sehr starke Ausdrucksform und eine besondere Art von Kunst.

Hättest du auch zukünftig Lust, deine Kunst in Form von Bekleidung zu sehen? 
Es ist einer meiner größten Träume Wearable Art zu machen, die Kooperation mit JOST war der erste Schritt dorthin.

Hast du auch weitere Projekte in Aussicht?
Ein paar klopfen schon an die Tür und ich freue mich sehr darüber, weil es für mich ganz schlimm ist, wenn ich nichts zu tun habe. Obwohl, ich finde eigentlich immer was zu tun.

Wer sind denn einige Kollegen (tot oder lebendig), die für dich eine Art Vorbildfunktion einnehmen oder mit denen du gerne kollaborieren würdest?
Picasso. Er war wohl einer derjenigen, der sein inneres Kind noch nicht vergessen hat. Ich glaube, es würde Spaß machen bei ihm im Atelier zu kreieren. Monet, weil er als Künstler die Natur ganz besonders gesehen und verstanden hat. Hieronymus Bosch—Ich würde mit ihm einfach gerne reden, um zumindest ein bisschen zu verstehen, was er damals so gedacht hat. Aber ehrlich gesagt, hätte ich auch bisschen Schiss vor ihm. Haha, aber diese Neugierde ... Und Takashi Murakami, weil er richtig verrückte und krasse Sachen macht. Ich würde super gerne mit ihm eine Skulptur oder Installation machen. 

@kristinasuvorova

Credits


Text: Max Migowski
Illustrationen: Kristina Suvorova 
Fotos: Janwillem den Hollander