2, 4, 6, 8 we appreciate ... laina

Langsame, aber eindringliche Beats, Texte, die uns aus der Seele sprechen, und eine Stimme, an der man sich nicht satthören kann: Das ist Laina.

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22 April 2016, 9:30am

Sophie Adamski

Langsame, aber eindringliche Beats, Texte, die uns aus der Seele sprechen, und eine Stimme, an der man sich nicht satthören kann: Die Musik der in Berlin lebenden Künstlerin LAINA hat in den letzten Tagen einige Stressmomente im Büro eliminiert. Ihre Herangehensweise ist intuitiv, die Lyrics stets autobiografisch geprägt. Musik ist ihr Rückzugsort, in den sie uns—zum Glück!—einlädt.

Wir haben der talentierten Dame ein paar Fragen gestellt.

2 Rituale, ohne die du keinen Tag überleben kannst
1. Vermutlich ist das nun eine wirklich unspektakuläre Antwort, aber ohne Kaffee würde ich tatsächlich nie überleben. Den trinke ich dann im Bademantel. Schwarz. Ohne Zucker. Der ist wie mit gutem Design: perfekt, wenn man nichts mehr weglassen kann.
2. Zeit für mich. Mein Leben—und Berlin—ist super turbulent. Und ich mag das unheimlich. Jeder Tag ist anders und eigentlich folgt kein Tag einem Ritual. Trotzdem nehme ich mir jeden Tag 5 Minuten Zeit, um die Gedanken schweifen zu lassen. Da reicht ein Blick aus dem Fester, eine Bank im Park oder zu früh im Restaurant sein, um den Tisch kurz für sich alleine zu haben. Ich bin eine Träumerin, das hört man auch in meiner Musik.

4 Ziele, die du dir bis Ende 2016 gesteckt hast
1. Allen meinen Ideen eine Form, ein Gerüst geben. Was ich schon immer mal machen wollte, ist, mich mit Musikern tagelang in einen Raum einzuschließen und herauszufinden, was intuitiv passiert. Wie bei einer Jam-Session: ohne Plan, dafür mit ganz viel Zeit. Wo Musik und Klänge entstehen, weil man gemeinsam, zusammen Momente erlebt. Das ist der Traum—aber das konkrete Ziel ist es, die EP fertig zu produzieren.
2. In den Urlaub fahren. Toll ist natürlich, wenn ich das Reisen mit der Musik verbinden kann. Jedes Land hat eine andere Verbindung, einen anderen Blick, ein anderes Ohr für Musik. Ob man in Schweden oder in England einen Song produziert, das Ergebnis kann sich am Ende ganz schön unterschiedlich anhören. Das finde ich spannend. Dieses Jahr will ich unbedingt meinen Koffer packen und den Winter in der Sonne verbringen. Vielleicht in Südafrika. Wer weiß, vielleicht schreibe ich dann dort auch einen ersten Happy-Song.
3. Öfter Briefe schreiben. Nichts geht über einen handgeschriebenen Brief von einem guten Freund, der in einer anderen Stadt wohnt.
4. Dieses Jahr endlich mal rechtzeitig alle Weihnachtsgeschenke besorgen.

6. Songs, die du immer wieder hören kannst
1. „Heartbeats" - Jose Gonzales. Herzschmerz par excellence: Der Song ist für mich die perfekte Mischung aus Melancholie und Lagerfeuer.
2. „I'd rather dance with you" - Kings of Convenience. Der Song klingt für mich wie ein perfekter Sonntagmorgen im Sommer.
3. „To build a home" - The Cinematic Orchestra. Ein Song, der mich an meine Heimat erinnert. Gerne und immer auf Replay, sobald ich im Zug nach Hause sitze.
4. „Ludovico Einaudi" - Time Lapse. Beruhigend, plätschernd. Fließend. Für mich der ideale Song zum Kochen. Kochen hat für mich etwas Meditatives. Dieser Moment, wenn der Tisch gedeckt ist, Weingläser und Blumen auf dem Tisch stehen und man Gäste erwartet, die den ganzen Abend fröhlich beisammensitzen. Das ist der Moment, in dem ich diesen Song in der Küche höre. Die Ruhe vor dem Sturm.
5. „Reason Why" - Rachael Yamagata. Der Klassiker: Mein erster Liebeskummer. Und vier Jahre später waren wir zusammen als Freunde auf dem Konzert.
6. „Crying in Public" - Chairlift. Dieser Song hat mich im letzten Monat total geflasht. Gesanglich, lyrisch als auch instrumental. Für mich die ehrlichste Art und Weise, Emotionen musikalisch umzusetzen. Und das Musikvideo ist der Wahnsinn. Wer es noch nicht gesehen hat, sollte sich es unbedingt anschauen.

8 Worte, die dich am besten beschreiben
1. Herbst
2. Einfühlsam
3. Why Not?!
4. Weißweinschorle
5. Freundschaft
6. Forever young
7. Gerne allein
8. La dolce vita

@LAINA

Hier geht's zu den anderen Interviews aus unserer Rubrik „2, 4, 6, 8 We Appreciate".

Credits


Text: Zsuzsanna Toth 
Foto: Sophie Adamski