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Bücher, die du lesen solltest, wenn du beginnst, dich mit Feminismus zu beschäftigen

Weil die schier unendliche Auswahl an Büchern, die sich mit diesem Thema beschäftigen, oftmals überfordernd sein kann, legen wir die hier nun ein paar ans Herz, die dir einen guten Einblick in die Thematik geben.

von Alexandra Bondi de Antoni
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22 September 2016, 2:00pm

Feminismus ist in aller Munde. In den Sozialen Medien wird mit Hilfe von Hashtags zur Revolutionen aufgerufen, immer mehr Frauenkollektive formen sich, Prominente bezeichnen Feminismus als ihre Berufung und man merkt: Es tut sich etwas. Wir bei i-D haben unsere letzte Printausgabe ganz den Frauen gewidmet und haben dir in den letzten Wochen viele starke Frauen vorgestellt und hier zu Wort kommen lassen, die etwas bewegen und etwas im Kampf für die endgültige und vollkommene Gleichberechtigung tun. Eine Sache, die uns dabei immer wieder aufgefallen ist: Dieses Thema ist so weitläufig, dass man sich schnell darin verlieren kann. Vor allem in der Literatur, die man in der Buchhandlung seines Vertrauens findet, weiß man oft nicht, welches Buch nun das passende ist. Weil die schier unendliche Auswahl an Büchern, die sich mit diesem Thema beschäftigen, oftmals überfordernd sein kann, legen wir die hier nun ein paar ans Herz, die dir einen guten Start in die Thematik geben. (Und wissen natürlich, dass diese Liste keines Falls vollständig ist, hoffen aber, dass du dadurch auf den Geschmack kommst und weitersuchst):


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Die Klassiker
Wenn man die Jetztzeit verstehen will, muss man die Geschichte kennen. Klingt kitschig—ist aber so. Vor allem bei einem so großen und omnipräsenten Thema ist es wichtig, die Anfänge zu kennen und zu wissen, wo die ganzen Lena Dunhams dieser Welt ihre Ideen herhaben. Wir gehen also in der Zeit zurück und legen dir Das andere Geschlecht von Simone Beauvoir, A Room of One's Own und Orlando: A Biography von Virginia Woolf, Women Who Run With the Wolves von Clarissa Pinkola Estés und zu guter Letzt noch Slouching Towards Bethlehem und The White Album von Joan Didion ans Herz.

Die neuen Klassiker
Der Feminismus ist einen weiten Weg gegangen und fast jeden Tag werden neue Werke veröffentlicht. Bücher, die alle in den letzten Jahren erschienen sind und die Geschichten von Sexismus im Alltag erzählen und hinterfragen, was wie man heute Feministin sein kann und was die Kommerzialisierung von Feminismus mit den Grundwerten dieser Bewegung macht, sind wichtig, um den allgemeinen Zeitgeist zu verstehen. Für den Anfang empfehlen wir dir Bad Feminist von Roxanna Gay, I love Dick von Chris Kraus, Meat Market und Unspeakable Things von Laurie Penny, Men explain things to me von Rebecca Solni und We Were Feminists Once: From Riot Grrrl to CoverGirl®, the Buying and Selling of a Political Movement von Andi Zeisler. In Essays, Kurzgeschichten oder Romanen erklären diese Frauen, wie man heutzutage in dem Jungle an T-Shirts mit feministischen Slogans, Alltagsseximus und blöden Kommentaren und den Sozialen Medien, in denen jeder eine Meinung hat, trotzdem noch einen klaren Kopf bewahrt und als Frau wachsen kann.

Autobiografien von starken Frauen
Man kann sich weiter und weiter in der Theorie verkriechen, aber es gibt (fast) nichts besseres, als von anderen Frauen zu lernen. Da es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass wir uns irgendwann einmal auf einen Tee oder ein Glas Rotwein mit Patti Smith und Co. treffen werden, haben wir ihre Autobiografien zu Hause liegen. Just Kids und M Train von Patti Smith, Girl in a Band, A Memoir von Kim Gordon und Hunger Makes Me a Modern Girl: A Memoir von Carrie Brownstein sind die Klassiker, in denen die Musikerinnen ihren Lebensweg beschreiben und zeigen, wie man als Frau sein Ding macht und seine Kreativität ganz auslebt. Zusätzlich noch wärmstens zu empfehlen ist Wüstenblume von Waris Dirie. Darin beschreibt das Model ihren Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Wenn du ein bisschen weiter in der Zeit zurückgehen willst, dann lies alles über und von Alma Mahler. Sie war die Ehefrau des Komponisten Gustav Mahler und des Architekten Walter Gropius und war um die Jahrhundertwende eine Grande Dame in Wien, die sich nicht den Mund verbiegen gelassen hat.

Die Podcasts
Wenn du genug vom Lesen hast, empfehlen wir dir zwei Podcasts: Women of the Hour von Lena Dunham ist mittlerweile ein moderner Klassiker, in dem die Amerikanerin in den verschiedenen Folgen jedes Thema in seine Einzelthemen zerlegt und Freunde zu Wort kommen lässt. Reversal of the Muse ist der Podcast von Sängerin Laura Marling, die mit Musikerkollegen, weiblichen Tontechnikern und Produzentinnen über Sexismus in der Musikbranche und Feminismus allgemein diskutiert. Zu Gast waren schon i-D Favs wie Shura oder Marika Hackman. Sehr hörenswert!