2, 4, 6, 8 we appreciate … nicholas larsen

Der verträumte Elektro-Sound des dänisch-deutschen Schönling wird dir den Sommer versüßen.

von Tish Weinstock
|
22 Mai 2015, 7:35am

Foto: Toby Knott

Zwei sind nett, drei sind gut, aber alles darüber ist besser und eine Party, genauso mag es der 24-jährige, in London lebende Musikproduzent Nicholas Larsen. Er arbeitete bereits mit zahlreichen Brancheninsidern wie Milo B (zusammen sind sie Wautzi und werden im Laufe des Jahres eine EP veröffentlichen) und dem Bassisten von Jamiroquai Stuart Zender zusammen. Wenn es um seine Musik geht, dann ist für den dänisch-deutschen Schönling mehr sicherlich besser. Mit Eltern, die in der Musikindustrie arbeiten und einem Grammy-prämierten Produzentenbruder, wurden ihm softe Sounds und Beats schon in die Wiege gelegt. Wir trafen Nicholas Larsen und sind uns sicher, dass sein Sound leicht zum Sound deines Sommers werden könnte.

2 Gründe, wieso ich im Musikgeschäft bin
1. Bedauerlicherweise habe ich hier keine rührende Story zu bieten. Meine Eltern arbeiten in der Musikindustrie und mein Bruder ist ein Grammy-prämierter Musikproduzent. Eigentlich haben sie mir keine andere Wahl gelassen.

2. Ich habe mit vier Klavierspielen gelernt, Gitarre mit sechs und mit 13 das Produzieren. Zuerst wurde ich klassisch ausgebildet, dann in Jazz und dann habe ich mein eigenes Ding gemacht. Ich will jetzt meinen eigenen Sound schaffen. Ich spiele auch in der Funk-Band ‚The Haggard'.

4 Songs, von denen ich wünschte, dass ich sie geschrieben hätte
1. „Chiquitita" von ABBA, aber nur weil ich mich nicht entscheiden kann, welchen Abba-Song ich nennen soll. Mein Vater denkt, dass Abba toll ist, weil er mit ihnen in den Siebzigern zusammengearbeitet hat (und einen Slow-Dancing-Abend mit Agnetha hatte). Ich kann also nicht sagen, ob er dabei denkt, dass er toll oder Abba toll ist. Egal, wie herum. Sie wurden Larsen-Haushalt immer als Pop-Koryphäen gesehen. Die Sache mit Abba und der Popmusik damals ist, dass es so scheint, dass es weniger Anspruch gab. 

2. Der nächste Song ist „Window Seat" von Erykah Badu, aber nur weil ich mich nicht entscheiden kann, welchen Song von ihr ich nenne soll (Sorry, ich werde das nicht nochmal verwenden). Sie co-produzierte jeden Song auf ihrem Album New Amerykah Part Two. Sie ist einfach so cool, sie hat großartige Musik herausgebracht, ging mit Andre 3000 aus und sie ist einfach nur eine Vibe-Queen. (Schaut euch das Video zu „Other Side Of the Game" an!)

3. „Inner City Blues" von Gil Scott-Heron. Ich weiß, dass Marvin Gaye den Song ursprünglich geschrieben hat, aber ich bevorzuge diese Version, weil sie irgendwie total gangster ist. Ein Freund von mir hat sie mich darauf aufmerksam gemacht und er sagte mir ‚Gil Scott-Heron hat mit Rap angefangen, er hat mit diesem Street-Ding angefangen, er war dieser Typ' - und er hat irgendwie recht. Gil war ein Visionär und einfach ein genereller Badass - wie der Song.

4. „The Girl From Ipanema" von Antonio Carlos Jobim. Es ist wirklich schwierig, einzelne Songs zu nennen, weil das ganze Album der Wahnsinn war. Es gewann 1965 den Grammy für das beste Album und jeder kennt diesen Song, auch wenn sie denken, sie tun es nicht. Ich mag brasilianische und lateinamerikanische Musik sehr. Bossa Nova ist wirklich cool, wortwörtlich übersetzt bedeutet es „Neuer Stil". Es ist einfach eine interessante Betrachtung einer Kultur. 

6 der größten Musiklegenden aller Zeiten
1. Dave Brubeck
Der kleine, dürre Weiße, der zum Paten vos Westküsten-Jazz wurde. Dieser lebhafte Typ schrieb so viele Jazz-Hits, es ist einfach nur unglaublich, ganz zu schweigen vom Album Time Out, das den Nagel wirklich auf den Kopf traf.

2. Bobby McFerrin
Ein toller Künstler mit einer wahnsinnigen Stimme. Außerdem ist er klug und reflektiert und regt immer noch zum Nachdenken an. Er gibt TED-Talks über Musik (Notes and Neurons: In Search of the Common Chorus) und wirkt wie ein edler Löwe mit Dreadlocks-Mähne. Sein Song „Don't Worry, Be Happy" war der erste Acapella-Song, der Platz eins in den Billboard 100-Charts erreicht hat. Aber Bobby McFerrin ist viel mehr als dieser Song; er benutzt seine Stimme auf eine so interessante Art und Weise und er ist einfach nur total kreativ.

3. Herbie Hancock
Herbie Hancock ist einfach nur total cool. Schon als Teenager hat er Piano für Miles Davis, der auch ohne Weiteres hier auf dieser Liste erscheinen könnte, gespielt. Ich würde gerne in dem Song „Cantaloupe Island" leben. Außerdem ist das irre Synth-lastige Album Head Hunters toll. Das Intro und das Outro von „Watermelon Man" ist der Klang, wenn man in einen Bierflasche pustet.

4. J Dilla
Zu einfach? Vielleicht, aber Dilla hat soviel für die zeitgenössische Musik getan. Es wäre eine Schande, ihn hier zu übergehen. Von Slum Village zu Ummah, von Pharcyde zu A Tribe Called Quest, von Erykah Badu zu The Roots - er hat so viele Sounds geschaffen.

5. Floating Points
Ein persönlicher Favorit. Er hat Sachen mit Dance gemacht, die andere nicht getan haben. Das muss mit seiner klassischen Ausbildung zu tun haben. Er ist einfach so toll.

6. Harry Love
Ein Produzent aus London, der Teil der Scratch Perverts in den Neuzigern war, außerdem ist er ein fantastischer DJ. Er hat mit so vielen talentierten Rappern zusammengearbeitet, besonders während des Höhepunktes des britischen HipHops vor zehn Jahren.

8 Worte, die dich beschreiben
Hoffnungsvoll
Ansonsten kannst du gleich hinsetzen und sterben.

Zynisch
Bringt Hoffnung überhaupt irgendwas?

Freundlich
Freundlich ist das neue Cool.

Romantisch
Love is God, Baby!

Unbeschwert
Nehm dich selbst nicht zu wichtig.

Ängstlich
Alles ist manchmal erschreckend.

Motiviert
Auf merkwürdige Art und Weise.

Eingebildet
Verdammt, ich klinge ja wie ein Arschloch.

Noch mehr junge Musik findest du hier

Hier geht's zu den anderen Interviews aus unserer Rubrik „2, 4, 6, 8 We Appreciate".

Tagged:
Musik
Tish Weinstock
2 4 6 8
nicholas larsen
quietman
watuzi