in berlin soll bald das erste heim für lgbt-flüchtlinge eröffnet werden

Bereits im März soll das erste Flüchtlingsheim für LGBT-Flüchtlinge in Berlin fertiggestellt werden. Es wäre ein wichtiger Schritt, um sie vor verbalen und physischen Angriffen zu schützen.

von i-D Staff
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22 Januar 2016, 2:25pm

Nach Monaten der schlechten Nachrichten rund um das Lageso in Berlin wurden in den letzten Tagen endlich auch einige vielversprechende Neuigkeiten verkündet: Neue Leitung, neue Pläne, neue Heime. So hat Sebastian Muschter, ehemaliger McKinsey-Berater, am Montag die Leitung des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, und damit auch die Leitung über das vorherrschende Chaos vor Ort, übernommen. Die Erwartungen an Muschter sind groß, die Hoffnung noch viel größer. Wann das geplante Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten eröffnet wird, bleibt allerdings weiter unklar, wie so vieles. 

Immerhin: Die Suche nach knapp 60 Grundstücken, auf denen neue Flüchtlingsunterkünfte gebaut werden sollen, sei fast abgeschlossen, die ersten Wohnungen sollen 2017 bewohnbar sein, die Gesetzesänderung zur geplanten Großunterkunft auf dem Tempelhofer Feld soll nächste Woche durchgebracht werden. Schon ganz bald, nämlich im März 2016, soll die Unterkunft für Flüchtlinge aus der LGBT-Community fertiggestellt werden. Diese seien in anderen Unterkünften oftmals verbaler und physischer Gewalt ausgesetzt und gelten daher als besonders schutzbedürftig. Der Lesben- und Schwulenverband Berlin protokollierte vom 1. August bis 31. Dezember 2015 insgesamt 95 Fälle, die von Nötigungen, Drohungen und Beleidigungen betroffen waren. 29 Mal wurde physische Gewalt ausgeübt. Kaum ein Fall angezeigt wurde. Die Dunkelziffer wird außerdem weitaus höher geschätzt. Im Gespräch mit dem Tagesspiegel erzählte Saideh Saadat-Lendle von der Antidiskriminierungsstelle Lesmigras, dass bereits im Sommer letzen Jahres eine aggressive Atmosphäre gegenüber LGBT-Flüchtlingen vorgeherrscht habe. 

Berlin wäre damit das erste Bundesland, das eine solche Unterkunft errichtet. Schade nur, dass von den mittlerweile circa 3.500 registrierten LGBT-Flüchtlingen erst einmal nur 100 bis 120 von ihnen im Heim untergebracht werden können. Aber es ist ein Anfang, und es bleibt zu hoffen, dass auf all diese Meldungen auch Taten folgen werden. Wir halten euch jedenfalls auf dem Laufenden. 

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Foto: via queerspiegel.de

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