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5 dinge, die wir aus dem frank-ocean-interview gelernt haben

​In einem seiner äußerst seltenen Interviews spricht der geheimnisumwitterte Musiker über sein Leben nach dem Erscheinen seines Debütalbums „Channel Orange“, der kürzlich erschienenen, international gleichermaßen gefeierten Projekten „Blonde“ und...

Max Migowski

Max Migowski

Frank Ocean zählt einerseits zu den bekanntesten und erfolgreichsten Künstlern seiner Branche, auf der anderen Seite ist er jedoch auch einer der privatesten, geheimnisvollsten. Die New York Times hat den 28-Jährigen interviewt und mit ihm in einem seiner seltenen Interviews über Liebe, Award-Shows, Perfektionismus und mehr gesprochen. Wir haben für euch ein paar der interessantesten Infos herausgefiltert. 

1. Seit über einem Jahr hat er keinen festen Wohnsitz.
Es heißt, er sei stetig von Stadt zu Stadt, Hotelzimmer zu Hotelzimmer gezogen. 

2. Trotz des immensen kommerziellen Erfolges seines ersten Albums Channel Orange im Jahr 2012, gestaltete sich die Zeit danach sehr schwierig für ihn.
Unter anderem spricht er hier von finanziellen Komplikationen aufgrund von Label-Streitigkeiten: „Ich habe begriffen, dass ich alleine für meinen Erfolg verantwortlich war, aber nicht den mir zustehenden Anteil der Erlöse bekommen habe, was für mich zum Problem wurde." Darüber hinaus hat es ihn in seiner Verzweiflung aus seiner damaligen Heimat Los Angeles über den Atlantik nach London gezogen. Mit leichtem Gepäck, darunter einem Rucksack gefüllt mit Musikdateien, machte er sich auf, um ein neues Kapitel zu beginnen. Auf die Frage, ob es eine Flucht oder ein schierer Tapetenwechsel gewesen sei, der ihn antrieb, antwortete er so: „Wenn dein Haus in Flammen steht, musst du das Haus verlassen". Außerdem litt er lange Zeit an einer Schreibblockade.

3. Er hat sich seit 2012 nicht mehr richtig verliebt.
Sein Leben, das Dating insbesondere, hat sich extrem verändert. Bislang hat er noch keine Person kennengelernt, die er langfristig geliebt hat. 

4. Musikalisch ist er durch und durch Perfektionist.
„Vom Song ‚White Ferrari' gab es um die 50 verschiedenen Versionen. Ich weiß zwar nicht welche Dinge, welche Kombinationen genau zustande kommen müssen, damit ich spüre [, dass Text und Melodie perfekt sind,] aber ich weiß genau, wie es sich anfühlen muss."

5. Es war ganz allein seine Entscheidung, nicht für eine Grammy-Nominierung berücksichtigt zu werden.
Obwohl es für ihn auch eine Art nostalgischen Wert hat, hält Frank Ocean das Konzept Preisverleihung für nicht mehr zeitgemäß. Er versteht als Protest, nicht teilzuhaben: „Künstler, die da herkommen, wo ich herkomme, und die dafür stehen, wofür ich stehe, werden einfach nicht ausreichend berücksichtigt". Er bezieht sich dabei auf die Tatsache, dass es nur unverhältnismäßig wenige schwarze Künstler gibt, die jemals die Auszeichnung „Album of the Year" erhalten haben.

Credits


Text: Max Migowski
Foto: Todd Cole
Fotoassistenz: Alex Aristei
[i-D, The Royalty Issue, No. 318, Spring 12]