Fotos: Frank Ocean 

Du kannst jetzt einen ganzen Frank-Ocean-Kurs belegen

Ja, du hast richtig gehört.

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Juni 19 2018, 9:25am

Fotos: Frank Ocean 

Die Bedeutung von Frank Oceans Musik geht über den Sound hinaus. Sie steckt voller Botschaften: von Identitätsfragen über Sexualität bis hin zu Drogen und Strippern. Doch nicht nur Dutzende Artikel und ein eigener Podcast theoretisieren seine Musik – nun wird der US-Sänger und seine Musik sogar Gegenstand eines Uni-Seminars.


Auch auf i-D: Wir haben den US-Rapper zum Interview getroffen


Preya Gill, Studentin der University of California Berkeley, twitterte, dass sie einen Kurs über Frank Ocean als Lehreinheit vorgeschlagen und die Uni ihn zugelassen habe. Sie fügte hinzu, dass sie gemeinsam mit ihrer Mitbewohnerin lange an dem Antrag gearbeitet hätte und ihn gemeinsam ab kommenden Wintersemester in Berkeley unterrichten werden. In Berkeley dürfen Studierende selbst Seminare geben. "In dem Kurs wird es neben Franks Kindheit und Jugend sowie seinen musikalischen Hintergrund auch um Themen wie Männlichkeit und Gender-Politik gehen", sagten die beiden in einem Interview mit The Fader.

Frank ist nicht der einzige Popstar, den die Wissenschaft für sich entdeckt hat. Letztes Jahr kündigte die Universität von Kopenhagen an, dass sie das Seminar Beyoncé, Gender and Race einführen wird . "Wir werden ihre Songs und Musikvideos analysieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Gender, Sexualität und Herkunft. Wir wollen Black Feminism in Skandinavien bekannter machen", sagte Professor Erik Steinskog gegenüber TV2 .

Das Ganze kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Afroamerikaner und Latinos an den amerikanischen Colleges immer noch unterrepräsentiert sind. Laut der New York Times hat sich die Lage in den letzten zehn Jahren sogar verschlechtert. "Es spielen mehrere Faktoren eine Rolle, warum kaum Minderheiten an den Top-Unis vertreten sind", so David Hawkins, Executive Director bei der National Association for College. Berkeley kommt in seinem Diversity-Bericht für 2016 zu dem Schluss: "Zwar habe sich die Schere in den letzten drei Jahrzehnten bei den Abschlussraten von weißen und nicht-weißen Studenten angeglichen, aber nach wie vor existieren Unterschiede."

Es ist großartig, dass das Thema Diversity über die Popkultur an den Universitäten in Europa und den USA in die Lehrpläne aufgenommen wird. Trotzdem liegt noch einiges vor uns, damit alle jungen Menschen Zugang zu diesen Seminaren erhalten und nicht nur hauptsächlich weiße Studenten aus der Mittelschicht.