Mein Jahr in Fotos ... mit Rita Lino

Ein Trip nach Griechenland, ein Prada-Shooting und eine neue Liebe – Fotografin Rita Lino lässt das Jahr 2018 Revue passieren.

von Marieke Fischer
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25 Dezember 2018, 11:22am

Sie erforscht ihren Körper, ihre Umgebung und Zeit durch Bilder, die stets einen wundervollen Funken Verrücktheit in sich tragen. Dann schießt die in Berlin lebende Fotografin ein Selfie nachdem sie weint, verrenkt ihren nackten Körper auf einem schwarzen Kasten oder lässt ihre Models mit Masken über den Boden robben.

Rita Lino schafft es, ihre verschrobene Kreativität mit all ihren einmaligen Geschichten für andere visuell und emotional erlebbar zu machen. Diese Kreativität wird stark davon beeinflusst, wo auf der Welt sich die geborene Portugiesin gerade herumtreibt – und im vergangenen Jahr war sie ziemlich viel unterwegs. Von Japan und China bis nach Griechenland, Frankreich und Spanien: 2018 hat es gut gemeint mit spannenden Momenten. Und 2019 kann es nur noch besser werden ...

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Januar
Ich habe das Jahr in Berlin gestartet, der Stadt, in der ich lebe. Der Januar war ganz schön busy und hart: zwischen Auftragsproduktionen und dem Versuch, meine Vorsätze für das neue Jahr zu erfüllen. Dann erschien das neue Album von The Legendary Tigerman, für das ich das Cover gestaltet habe. Eigentlich habe ich das gesamte vorherige Jahr eng mit ihm an dem kompletten Artwork und sogar dem Film How To Become Nothing gearbeitet. Es war so schön, meine Fotos auf einer Platte zu sehen.

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Februar
Der Februar war ein süßer Monat voller persönlicher Projekte. Ich hatte das Glück für das Granta Mag zu shooten. Da es eine Zeitschrift für Literatur ist, konnte ich tief eintauchen in meine Gedanken und wirklich erforschen, wie man Geschichten erzählt.

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März
Diesen Monat habe ich in Höchstgeschwindigkeit gelebt, er war sehr besonders. Ich bin nach Portugal geflogen, um mein drittes Buch, Kingdom Zine, drucken zu lassen. Zwischen Druck und dem Signieren von 500 Kopien hatten wir ein kleines Launch-Event in der Abyms Gallery in Lissabon. Viele meiner alten und neuen Freunde kamen. Der März war definitiv ein Monat, in dem ich realisiert habe, wie wichtig es ist, deine eigenen Projekte weiterzuführen #printmatters.

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April
Nach dem Höchsttempo in Lissabon flog ich nach Shanghai – was für eine Stadt! Für mich war es das erste Mal in China und ich liebe es! Die Energie, die von der jungen Generation ausging, war unbeschreiblich und sehr anders als die anderen asiatischen Länder, die ich bisher besucht habe. Hier hatte ich das Vergnügen mit der Brand Sirlion zusammenzuarbeiten. Außerdem habe ich ein Seminar gehalten, in dem ich meine künstlerische Arbeit und die Beziehung zwischen Mode und Werbung beleuchtet habe. Glücklicherweise war es nicht die ganze Zeit nur Arbeit, sondern ich hatte auch ein bisschen Zeit, die Stadt zu erkunden, alles mögliche an Essen zu probieren, neue Menschen kennenzulernen und – was wohl das Verrückteste war – die Liebe zu finden. Ein wunderschöner dänischer Mann, mit dem ich nun in Berlin zusammenlebe.

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Mai
Von Shanghai ging es dann für 20 Tage nach Tokio. Es war ein Mix aus Urlaub, Freunde treffen und Kingdom promoten. Ich veranstaltete einen Buch-Launch, wir schmissen eine große Party, es war super voll, wir machten T-Shirts und betranken uns. Es war so viel Liebe in der Luft ... Shoutout an Labrat Tokyo und Flotsam books, ich liebe euch!

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Juni
This is Badland kommt raus. Das pure Glücksgefühl. Zusammen mit meiner Freundin und Partnerin Rafaela Kaćunić realisierte ich ein unglaubliches Projekt. Sechs Tage lang waren wir auf einer verlassenen Insel in Griechenland und verbrachten Stunden damit, Steine zu fotografieren und durch die Berge zu fahren, bis wir nicht mehr wussten, wo wir waren. Diese Erfahrung kann ich nicht in Worte fassen – danke Badland, danke Rafa für dieses verrückte Erlebnis und dafür, dass meine Verrücktheit nun auch das Cover deines Magazins ziert.

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Juli
Jetzt in Arles, Frankreich. Ich bin glücklich und stolz ein Teil der wundervollen Installation Family of No Men zu sein, kuratiert von Natasha Christia.

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August
Family Time! Zusammen mit einem Freund besuchte ich meine Eltern in meiner Heimatstadt im Süden Portugals, ein kleines Fischerdorf namens Moncarapacho. Irgendwie habe ich es geschafft, trotz des Urlaubs noch die Kampagne für Reality Studio und Simple Society zu shooten. Es war das allererste Mal, dass ich in meiner Heimatstadt so ein Shooting hatte – meine Mutter kümmerte sich ums Catering, meine Nichte half mir mit den Kameras. Das Resultat ist eines meiner liebsten Shootings des Jahres.

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September
In Lissabon habe ich für das Principal Mag fotografiert. Ein richtig cooles Magazin, bei dem ich mich freue, einer der Contributor zu sein.

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Oktober
Zurück in Berlin hatte ich eines der wichtigsten Auftragsshootings meiner Karriere. Es war eine Huldigung der Prada Linea Rossa. Ich hatte die Ehre, eines meiner absoluten Lieblings-Brands zu fotografieren. Danke an das Dream Team!

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November
In diesem Monat ging es nach Barcelona, um eine sehr wichtige Ausstellung aufzubauen. Das Projekt My name is Rita habe ich bereits 2008 begonnen und 2018 finalisiert. Es sind zehn Jahre vergangen, seitdem ich zum ersten Mal meine Eltern und unsere Beziehung fotografierte. Wie sich unsere Beziehung und meine eigene Arbeit beeinflussen. Diese ganze komplizierte Relation wurde in einer einfachen Halle gezeigt, alles kuratiert von Natasha Cristia. Ich habe gelacht und geweint, als ich meinen Eltern die Fotos gezeigt habe – das Opening war wirklich sehr emotional.

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Dezember
Ich bin in Berlin, in vollkommener Ruhe und Frieden. Hier mache ich das, was ich am liebsten tue: fotografieren. Außerdem habe ich in diesem Jahr eine neue Unterstützung gefunden: Ich bin Teil eines Fotokollektivs geworden, das eine eigene Dunkelkammer und alle Utensilien für den Druck analoger Fotos besitzt ... 2019 lächelt mir schon verlockend zu.

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