fanny latour-lamberts fotografien sind zeitlos und emotional

„Am meisten mag ich Fotos, die aus der Zeit gefallen wirken. Sie können aus der Gegenwart stammen oder auch aus der Vergangenheit.“

von i-D Staff
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04 Januar 2017, 2:50pm

Photography Fanny Latour-Lambert, Stylist David St John James. Model Jeremy Dufour.

Neues Jahr, frische Talente. In unserer neuen Serie „New Genuary" stellen wir euch den ganzen Januar über neue Fotografietalente vor, von denen wir 2017 garantiert noch mehr hören werden. Die neue Generation fängt die Welt um sich herum nicht einfach nur ein, sondern interpretiert sie durch ihre eigenen Erfahrungen ganz neu. Jeder Fotograf erzählt durch seine eigenen Bilder auf einzigartige Art und Weise seine eigene Geschichte. Heute: die französische Fotografin Fanny Latour-Lamb.

Erzähle uns mehr über dich und wo du herkommst.
Ich bin Fotografin und wurde im Süden Frankreichs geboren, bin aber in Paris aufgewachsen.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Ich hatte im Alter von 14 die Möglichkeit, eine Spiegelreflexkamera auszuprobieren. Nachdem hat mich der Gedanke, eine eigene zu besitzen und so ziemlich alles zu fotografieren, nicht mehr losgelassen. Nach endlosen Verhandlungen mit meinen Eltern haben die mir mit 15 meine erste eigene Amateur-Spiegelreflexkamera geschenkt. Seitdem habe ich nicht mehr mit dem Fotografieren aufgehört. Ich könnte ewig darüber weitererzählen, wie ich mich gefühlt habe, wie neugierig ich dadurch wurde und immer mehr wollte. Das würde aber den Rahmen hier sprengen.

Styling: Madeleine Ostlie. Model: Leo Topalov.

Was findest du so toll am Fotografieren?
Es gibt wahrscheinlich genauso viele Gründe, wie es Fotografen gibt. Am tollsten finde ich aber den Umstand, dass man mit der Realität arbeitet, die einem zur Verfügung steht und sieht, wie interessant menschlichen Interaktionen sein können.

Wie und wo hast du dein Handwerk gelernt?
Ich habe das meiste selbst beigebracht. Alles, was ich wissen wollte, habe ich gegoogelt. Und ich habe viel fotografiert. Bis zu meinem Schulabschluss mit 17 gab es keine Woche, in der ich nicht fotografiert hätte oder neue Dinge ausprobiert hätte. Außerdem habe ich viel durch Fehler gelernt, weil ich wissen wollte, was ich falsch gemacht habe und neue Sachen zufällig entdeckt. Neugier hat auch eine große Rolle gespielt und ich war nie völlig zufrieden und wollte immer weitergehen.

Braucht man dafür deiner Meinung nach einen Abschluss, um sich eine Karriere als Fotograf aufzubauen?
Ob er heutzutage noch relevant ist, weiß ich gar nicht so genau. Wichtig für die eigene Karriere ist es, ob man gut darin ist, was man macht. Damit meine ich nicht, dass man großartige Dinge macht, wenn keiner dabei ist. Gut zu sein heißt auch, am Set mit 20 Leiten gute Arbeit zu leisten, herauszufinden, was mögliche Auflagen des Kunden oder von Dritten sind und dabei nicht aus den Augen zu verlieren, was man eigentlich machen wollte, auch wenn es viele Köche gibt. Die eigene Identität zu finden, sie behalten, wenn man mit Kunden arbeitet, ist das wichtigste. Meiner Meinung nach sorgt eine solide Kundenliste für mehr Jobs als ein Abschluss. Damit zeugt man nicht nur, dass man gut ist, sondern dass man auch liefern kann, denn das erwarten Kunden.

Wer oder was inspiriert dich?
Mich inspirieren Filme oder Bewegtbilder im Allgemeinen sehr, auch Schauspieler. Wie werden Emotionen vermittelt, die man eigentlich gar nicht fühlt? Wie bringt man Menschen zum Fühlen? Außerdem inspiriert mich Straßenfotografiere, Christina Garcia Rodero, Koudelka, Diane Arbus und so viele weitere fantastische Fotografen. Ich liebe Authentizität und Gefühlsausdruck in Fotos, Filmen oder auch in Gemälden.

Wie würdest du deine Ästhetik beschreiben?
Am meisten mag ich Fotos, die aus der Zeit gefallen wirken. Sie können aus der Gegenwart stammen oder auch aus der Vergangenheit. 

Styling: Madeleine Ostlie. Model: Leo Topalov.

Was ist dein bisheriges Karriere-Highlight?
Es ist unmöglich, ein Highlight auszuwählen, denn es kann der kleinste Auftrag gewesen sein, durch den man die Person kennengelernt hat, die einem persönlich oder beruflich sehr wichtig werden kann.

Worauf freust du dich 2017 am meisten?
Dass 2016 endlich vorbei ist.

Styling: Simon Pylyser. Grooming: Rimi Ura. Model: Erik van Gils. 

Woran arbeitest du im Moment?
Die letzten Schliffe an meinem letzten Editorial, über das ich mich sehr freue und für ein privates Projekte caste ich gerade Pärchen.

Styling: Simon Pylyser. Grooming: Laure Dansou. Model: Hugo Puvion. 

Wofür stehst du?
Ich bin französisch, wir lieben es für etwas zu stehen. Ich stehe für Frauen, für Respekt und Menschlichkeit. Ich stehe dafür, dass man sein Wissen mit denen in seiner Umgebung teilt. Ich stehe sogar für die richtige Art und Weise, Käse zu schneiden.

Was sind deine Hoffnungen und Träume für die Zukunft?
Ich würde nur zu politisch werden, deshalb: Ich hoffe nur das Beste.

Eliot Sumner.

Credits


Text: Tish Weinstock
Fotos: Fanny Latour-Lambert

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