Das solltest du bei der Berlin Art Week auf gar keinen Fall verpassen

Wir haben das Programm durchforstet und zeigen dir einige Highlights.

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Sep. 13 2017, 9:07am

Auch wenn es so mancher Instagram-Feed suggerieren könnte: Bei der Berlin Art Week, die vom 13. bis 17. September stattfindet, geht es nicht nur darum, sich von einer Vernissage zur nächsten zu trinken. Es geht hier eigentlich um die Kunst. Und um was für eine! Noch bis Sonntag lassen sich neben etablierten Künstlern und Künstlerinnen wie der Bildenden Künstlerin Monica Bonvicini, dem Fotografen und Filmemacher Danny Lyon oder dem Medienkünstler Willem de Rooij auch zahlreiche noch unbekanntere Talente entdecken. Weil wir wissen, wie anstrengend es ist, sich durch das ganze Programm der 200 Galerien, mehr als 1000 Künstler und 150 Events zu lesen, haben wir das für dich übernommen und einige Highlights herausgepickt, die definitiv einen Besuch wert sind.


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Daria Martin. A Hunger Artist, Schering Stiftung, Unter den Linden 32-34 .
Voyeurismus, Machtbeziehungen, das Surreale und der Mythos des Künstlers sind Themen, die sich durch das Werk von Daria Martin ziehen. Nun übersetzt sie das in eine filmische Adaption von "Ein Hungerkünstler". Kafkas Erzählung setzt einen neuen Rahmen und einen neuen Fokus: Die widersprüchliche Beziehung zum eigenen Körper und die Selbst-Objektifizierung durch soziale Medien. Daria Martin macht sich in diesem filmischen Werk nahbarer, verständlicher und massentauglicher, ohne das selbstkritische Momentum zu vergessen: Die Frage nach den Möglichkeiten des Künstlers und des Films.

Daria Martin, A Hunger Artist,Filmstill, HD Film, 15 min, 2017, ©Daria Martin, courtesy Maureen Paley, London

Bea Feitler. New Picture, Between Bridges, Keithstraße 15
Bea Feitler ist die revolutionäre Artdirektorin von Harper's Bazaar, Ms., Rolling Stone und Vanity Fair und wird ab dem 12. September bei Between Bridges präsentiert. Zu sehen gibt es Magazine und Bücher der späten 1950er bis zu ihrem Tod 1982. Durch die Ausstellung von Fotos aus ihrem Privatleben eröffnet sich eine neue Perspektive auf diese eindrucksvolle Person.

Ms Cover A4 über Between Bridges

Peter Phobia. I´ll bring you flowers, Sound of Snow, Dieffenbachstraße 37
Am 15. September präsentiert uns Peter Phobia höchstpersönlich die Ästhetik der späten 70er und frühen 80er-Jahre. Er versetzt uns zurück in eine Zeit vor dem Internet. Warum ist man melancholisch, wenn man an diese Zeit zurückdenkt? Was hat sich seitdem verändert? Zu wem sind wir geworden? Der Künstler, der derzeit Wien sein Zuhause nennt, ist in seinen Arbeiten, die Zeichnungen und geschriebene Elemente umgreifen, stark von der Popkultur geprägt.

Monica Bonvicini. 3612,54 M³ VS 0,05 M³, Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124-128
In der großen Ausstellungshalle der Berlinischen Galerie setzt sich die bedeutende Gegenwartskünstlerin mit dem Begriff und Funktion der Fassade auseinander. In ihren Anspielungen auf Normen der architektonischen und künstlerischen Moderne schafft sie eine Brücke zwischen ihrem Werk und dem Betrachter – denn Fassaden sind mehr als nur Architektur.

Monica Bonvicini, Hard String, 2017, © Monica Bonvicini and VG-Bild Kunst, Foto: Tobias Hübel, Courtesy: Die Künstlerin und König Galerie, Berlin; Galerie Peter Kilchmann, Zürich; Mitchell-Innes & Nash, New York.

Willem de Rooij. WHITEOUT, KW Insitute for Contemporary Art, Auguststraße 69
Am 13. September eröffnet im KW eine Ausstellung ausgewählter Werke des Künstlers Willem de Rooj aus den letzten 20 Jahren. Zentrales Thema ist die massenhaften Verbreitung visueller Medien – und dessen ethische und politische Folgen.

KW Institute for Contemporary Art, Willem de Rooij, Willem de Rooij, Bouquet VI, 2010, 100 schwarze Tulpen, 100 weiße Tulpen / 100 black tulips, 100 white tulips, Vase, Sockel / plinth, Sammlung / Collection Stedelijk Museum, Amsterdam

Portrait of a Nation, Me COLLECTORS ROOM, Auguststraße 68
Das Schaffen von 50 zeitgenössichen Künstlern und Künstlerinnen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist Gegenstand der sieben Themenräume bei Portrait of a Nation. Nation & Einheit, Geographie & Natur, Architektur & Urbanismus, Porträt & Identität, Religion & Spiritualität, Sprache & Kalligraphie, Tradition & Erbe – als was sehen wir uns selbst und zu wem werden wir gemacht? Die Künstler und Künstlerinnen geben uns einen Einblick in eine Welt zwischen Verstehen und Nicht-Verstehen, zwischen Faszination und Dunkel.

me Collectors Room, Portrait of a Nation, Lamya Gargash, Diana, 2012, aus der Serie ‚Im Spiegel', Diptychon C-Print, je 114 x 76 cm, Credit: Lamya Gargash / Galerie The Third Line

Geoffrey Farmer. The Care with which the rain is wrong, Schinkel Pavillon, Overwallstraße 1
Wie wird Wahrnehmung durch den spezifischen Bereich, den wir sehen, bestimmt? Fotografie, Video, Skulptur, Zeichnung und Installation zeigen alle einen Ausschnitt der Wirklichkeit und das Gesehene manipuliert uns. Geoffrey Farmer eröffnet uns in raumgreifenden Installationen eine Blick auf das große Ganze.

Das ganze Programm kannst du dir hier anschauen.