Barragán, Herbst/Winter 17, Courtesy of Barragán

5 experimentelle und junge Labels von der NYFW, die du dir merken solltest

Während das Modevolk auf London schaut, blicken wir zur New York Fashion Week zurück und zeigen euch unsere spannendsten Entdeckungen.

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Sep. 18 2017, 2:10pm

Barragán, Herbst/Winter 17, Courtesy of Barragán

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.

Während viele der etablierteren New Yorker Modelabel ­– allen voran Rodarte, Altuzarra und Proenza Schouler – mittlerweile in Paris zeigen, wird die neue Designer-Generation der USA immer aktiver und lauter. Sie stehen für eine neue New-York-Ästhetik, die nichts mit der Kommerzialität zu tun hat, die sonst immer mit der Stadt verbunden wird. Von JunJie Yang bis Barragán: Diese Label stehen weniger für bürotaugliche und formale amerikanische Mode als viel mehr für Emotionen. Wir stellen sie euch näher vor.

JunJie Yang Herbst/Winter 17. Courtesy of VFILES.

JunJie Yang Herbst/Winter 17. Courtesy of VFILES.

JunJie Yang
Oversized-Caps mit Leo-Prints und Jacken, die aussehen wie Bettlaken: Der in Antwerpen lebende Menswear-Designer JunJie Yang zeigte zum ersten Mal in New York – im Rahmen von VFILES, wo er sich den Laufsteg mit dem Designer Lamborghini von Offset teilte. JunJie hat seinen Abschluss von der angesehenen Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen. So ist es nicht verwunderlich, dass Handwerk und Details bei ihm im Vordergrund stehen. Er hat, zum Beispiel, für jede der Jacken 20 Muster entworfen und die Daunenfedern abgezählt, die in jedem Stück stecken. Inspiriert wird von der Kultur Asiens, sagt er, und übersetzt sein Verständnis in die heutige Welt. JunJies Bandbreite macht ihn zu einem der Label-to-watch.

PRISCAVera Herbst/Winter 17. Courtesy of PRISCAVera.

PRISCAVera
Die italienische Designerin Prisca Vera Franchetti entwirft als PRISCAVera bereits seit zwei Jahren Mode und hat sich in der Zeit schon eine loyale Fangemeinde aufbauen können. Sie hat zum ersten Mal in New York präsentiert und Prisca kleidet inzwischen Musik-Newcomer wie Tei Shi ein. Ihre Mode zeichnet sich durch ihre Leichtigkeit, wie einfache Seidenkleider und schimmernde Tanktops, und ihre Coolness aus und weckt Assoziationen an Calvin Klein in den 90ern. Ihre Pieces eignen sich für vielfältige Looks: trendige Bibliothekarin ist ebenso möglich wie Raverin. Ihre Kollektion sei ein Clash aus österreichischen und bayrischen Einflüssen gemixt mit Clubwear aus den 90ern und auch Anleihen bei Underwear, so die Designerin zu ihren Inspirationen.

Kim Shui Herbst/Winter 17. Courtesy of Kim Shui.

Kim Shui
Kim Shui hat bereits im Rahmen der VFILES-Fashionshow Herbst/Winter 16 präsentiert. Sie wurde in den USA geboren, ist in Rom aufgewachsen und hat zuerst Wirtschaft und Französisch an der Duke University studiert, bevor sie an die Parsons und Central Saint Martins gewechselt ist. Ihr Lebenslauf ist genauso abwechslungsreich und beeindruckend wie ihre Teile, in denen bereits Solange (die bei ihr einen roten Samt-Jumpsuit in Auftrag gegeben hat) und Cardi B gesichtet wurden. Kims Mode ist perfekt für Partynächte geeignet: goldfarbene Bikinis aus Lamé, Jacken aus Schlangenhaut und Hosen aus Leder. In dieser Saison sei es ihr mit ihrer Kollektion darum gegangen, wie individuelle Identität ihren Ausdruck im Improvisieren finden könne, so die Designerin selbst. Deshalb steht die Frühjahr-/Sommerkollektion 2018 ganz im Zeichen davon, Grenzen aufzubrechen: zwischen dem Leisen und dem Lauten, dem Exzessiven und dem Verzicht.

Barragán Herbst/Winter 17. Courtesy of Barragán.

Barragán
Dir wird das Label Barragán vielleicht noch nicht sonderlich sagen, aber die T-Shirts mit dem Wort "L.E.S.B.I.A.N" in der allbekannten Friends-Schrift von Instagram schon eher. Die Designs von Victor Barragán werden durch Social Media beeinflusst und auch fleißig geteilt. Aufgewachsen ist der Modedesigner in Mexiko, lebt aber mittlerweile in New York, wo er dafür gefeiert wird, die Kultur der 90er und 2000er in unglaublich frisch wirkende Looks zu verwandeln. "Barragán ist ein Experiment in Modetrends, in Gender-Identität und Medienkonsum", so das Label selbst über sich auf der Website. Victors neueste Kollektion ist eine surreale Explosion von Federn und Samt. So finden sich Löcher an ungewöhnlichen Stellen und legen Brüste und das Hinterteil frei. Mittlerweile ist es schon die dritte Kollektion für den jungen Designer unter für sein Label Barragán. Dieses Jahr zum ersten Mal mit einer eigenen Runway-Fashionshow.

Linder Herbst/Winter 17. Courtesy of Linder.

Linder
Bereits seit ein paar Saisons entwirft Linder eine interessante Unisex-Kollektion nach der anderen. Bisher ist das New Yorker Label unter dem Radar geflogen und bekommt jetzt erst allmählich die Aufmerksamkeit, die es verdient. Eigentlich wurde Linder 2013 als Menswear-Label lanciert, präsentierte in New York dieses Jahr aber bereits zum zweiten Mal unter der Flagge von Womenswear, obwohl sich ihr cleaner und doch witziger Designansatz fühlt sich geschlechtslos an. Im Juni, während der New Yorker Männermodewoche, haben Kirk und Sam ihre Club-Kids in sandbehandelten Denim und mit Pailletten bestickt, einem staunenden Publikum präsentiert. "Die neue Kollektion ist eine Erweiterung der letzten Saison, aber verschiebt noch einmal die Grenzen", so Kreativchef Kirk Millar zu WWD.