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„Selma“ ist ein starker Film über die amerikanische Bürgerrechtsbewegung

Der Film über den berühmten Marsch von Martin Luther King für Gleichberechtigung in Selma ist aktueller denn je.

von Colin Crummy
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18 Februar 2015, 10:05am

Selma erzählt die Geschichte vom historischen Marsch auf die Kleinstadt Selma im US-Bundesstaat Alabama. Obwohl dem Film vorgeworfen wird, dass er Fakten auslässt (kurzgefasst: Es geht im Grunde genommen darum, dass Präsident Lyndon B. Johnson als Bad Guy und nicht als braver Verbündeter von Luther King dargestellt wird), und er unglücklicherweise für Regisseurin Ava DuVernay der einzig groß produzierte Film ist, der bei den Oscar-Nominierungen übergangen wurde, macht der Film gleich von Anfang an seinen Standpunkt klar. 

Selma ist ein starker Film von DuVernay, der 1965 beginnt, nachdem Luther King seine  „I have a dream"-Rede gehalten und den Friedensnobelpreis entgegengenommen hatte. Die Stadt Selma wird zum Höhepunkt im Kampf für die Wahlrechte von Afro-Amerikanern - ein Ort, an dem gewaltfreier Widerstand auf gewalttätige Kräfte stoßen.

Zusätzlich muss sich Luther King mit Politikern auseinandersetzten, sich der Tatsache unbewusst, dass diese sich gegen ihn verschwören und ihn mit einem indiskreten Videotape stürzen wollen. All dies wird von großer Autorität und Ernsthaftigkeit von einem weitgehend britischen Ensemble, angeführt vom beeindruckenden David Oyelowo, getragen.

Oprah taucht in einer Nebenrolle auf, nervös beantragt sie den Bürgertest, der ihrem Charakter das Wahlrecht geben würde (Spoiler Alert: der Test ist manipuliert, genau wie das ganze System). Diese Szene bleibt einem im Gedächtnis, beamt einen von 1965 direkt ins Jahr 2015 und lässt einen an die Polizeischüsse auf Michael Brown und Trayvon Martin denken. Ungeachtet der angeblichen historischen Ungenauigkeiten: Selma ist ein Film, der den Nerv der amerikanischen Gegenwart trifft.

Wie Tina Fey bei den Golden Globes scherzte, Selma ist ein Film über die Bürgerrechtsbewegung und wie sie alles geändert hat. Jetzt kann ja Friede, Freude, Eierkuchen in Amerika herrschen, oder? Leider nein, traurigerweise sind die Problematiken von Selma aktueller denn je.

Selma startet am 19. Februar in den deutschen Kinos. 

Credits


Text: Colin Crummy