my crew: amelia umuhires freunde erklären dir, was es bedeutet, ein polyglot zu sein

Wir starten heute mit Amelia Umuhire und ihren Freunden, die zusammen gerade mit ihrer Webserie „Polyglot“ das Internet im Sturm erobern.

von i-D Staff
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04 Dezember 2015, 11:25am

Amelia Umuhire, 24

Woher kommst du?
Ich komme aus Kigali, Ruanda, und aus dem Ruhrpott.

Was machst du?
Ich bin Filmemacherin und mache die Webserie Polyglot. Nebenbei arbeite ich beim Fernsehen, um mir das Filmemachen leisten zu können.

Warum ist es wichtig, eine Crew zu haben?
Weil es wichtig ist, Leute zu haben, denen man vertrauen kann und die einen verstehen. Gerade beim Filmemachen ist es wichtig, so talentierte, visionäre und liebevolle Leute um sich herum zu haben, weil sich die Stimmung innerhalb der Gruppe auch in die Serie überträgt.

Was bedeutet Polyglot für dich?
Der Begriff beschreibt Mehrsprachler, aber es gibt noch eine kulturelle Mehrsprachigkeit, die in meinem Polyglot-Verständnis eine große Rolle spielt. Die kulturelle Mehrsprachigkeit als Fähigkeit, zwischen mehreren Kulturen zu wechseln und sie dabei fließend zu beherrschen.

Was ist so besonders an der Polyglot-Crew?
Das Besondere an dieser Crew ist, dass alle unglaublich talentiert sind, es unter uns so viel Liebe gibt und wir größtenteils auch tatsächlich Familie sind. Außerdem sind alle in dieser Crew herzensgute, ehrgeizige und pflichtbewusste Menschen, die an das glauben, was wir machen.

Wie hast du die anderen kennengelernt?
Anna und Amanda sind meine Schwestern und ein Teil von mir. Roger ist mein Cousin und wir sind zusammen aufgewachsen. Danny ist sein Mitbewohner und so habe ich ihn kennengelernt. Ferhat habe ich durch viele gemeinsame Kinobesuche und Freunde kennengelernt.

Was machst du am liebsten mit deinen Freunden?
Extrem chillen und Videos anschauen.

Was bedeutet Freundschaft für dich?
Freundschaft bedeutet für mich, sich verstehen und vertrauen zu können und sich füreinander zu freuen.

Wofür steht Berlin für dich?
Berlin steht für vieles, für mich aber vor allem für diesen Lebensabschnitt in meinem Leben. Die Stadt kann motivierend sein, an manchen Tagen verführerisch und manchmal auch faul. Berlin ist jetzt so sehr zuhause wie meine anderen Heimaten.

@polyglot.webseries

Ferhat Yunus Topraklar, 32

Woher kommst du?
Aus Berlin.

Was machst du?
Meistens zu viel auf einmal.

Warum ist es wichtig, eine Crew zu haben?
Crew love is true love!

Was bedeutet Polyglot für dich?
Das große Ganze sehen und über den Tellerrand schauen zu können.

Was ist so besonders an der Polyglot-Crew?
Wir verstehen uns fast ohne Worte.

Wie hast du die anderen kennengelernt?
Durch die Liebe.

Was machst du am liebsten mit deinen Freunden?
Alles.

Was bedeutet Freundschaft für dich?
Vertrauen.

Wofür steht Berlin für dich?
Berlin ist meine Heimat.

@funkygermans

Amanda Mukasonga, 22

Wer bist du?
Babiche Papaya aka Go-to-Bantu aka Deine Perle Katrin.

Woher kommst du?
Ich komme aus Kigali in Ruanda und Neukirchen-Vluyn im Ruhrgebiet.

Was machst du?
Ich rappe, schauspielere, studiere und arbeite jetzt vor allem an meinem ersten Theaterstück im Ballhaus Naunystrasse in Kreuzberg. #plug

Warum ist es wichtig, eine Crew zu haben?
Es ist wichtig, eine Crew zu haben, um Sachen auf die beste Art und Weise hinzukriegen und dabei auch noch Spaß zu haben, und nicht anschließend vor dem Material zu flüchten oder es irgendwo in der persönlichen Erinnerung abheften zu müssen. Schaffen, teilen und in Teilen schaffen.

Was bedeutet Polyglot für dich?
Polyglot bedeutet für mich vor allem eine Hammer korrekte Zeit. Polyglot bedeutet für mich Hybrid, Mutant im besten Sinne. Nicht X-Men, aber eine andere Art von Superheld. Das Krasse bei unserer Crew ist nicht, dass sie so viel mehr kann als normale Menschen, sondern dass sie trotz der vielen Hindernisse nicht anders kann, als sie selbst zu sein. Das ist Widerstand.

Was ist so besonders an der Polyglot-Crew?
Wir sind unterschiedlich groß geworden und sind uns doch ähnlich. Alleine schon wir, die verwandt sind, hatten trotzdem eine unterschiedliche Kindheit. Ferhat und ich hingegen sind an unterschiedlichen Orten aufgewachsen, hatten aber eine sehr ähnliche Kindheit, was willkürlich scheint, aber eigentlich nur die wiederkehrenden Prinzipien von Migration aufzeigt. Das ist so besonders, die Connection.

Wie hast du die anderen kennengelernt?
Amelia und Anna sind meine beiden älteren Schwestern, die kenne ich also von meiner Mutter. Seit ich denken kann, sind sie da und die besten Weggefährtinnen. Roger ist mein Cousin, mit dem ich auch eine Zeit lang aufgewachsen bin. Er ist mein Bruder. Ich weiß nicht mehr, wann wir uns kennengelernt haben, aber meine frühste Erinnerung von uns (vielleicht auch mehr ein Foto) ist, wie wir beide im Alter von drei Jahren Samstagmorgen in einen einzigen Stuhl gequetscht sitzen und richtig vertieft Fernsehen gucken.

Ferhat habe ich an der Aral-Tankstelle vor dem Chalet in Berlin-Kreuzberg kennengelernt. Er raucht auch gerne und trinkt Tee und Kaffee mit viel Zucker. Danny kenne ich am kürzesten. Ich habe ihn kennengelernt, als ich bei Roger in London zu Besuch war und wir extrem viel abgehangen haben. Es kann gut sein, dass seine Seele und ich in derselben Grundschulklasse waren.

Was machst du am liebsten mit deinen Freunden?
Sachen erfinden und Bedingungen für Szenarien aufstellen. Musik hören. Chillen. Serien schauen. Filme und Dokus gucken. Telefonieren.

Was bedeutet Freundschaft für dich?
Jemanden lieben und feiern, auch wenn man nicht alles versteht.

Wofür steht Berlin für dich?
Möglichkeiten & Sichtbarkeit.

@babichepapaya

Roger Jean Nsengiyumva, 21

Woher kommst du?
Ich wurde in Kigali, Ruanda, geborgen. Aufgewachsen bin ich in Norwich, Norfolk.

Was machst du?
Ich bin Schauspieler. Erst kürzlich habe ich mit meinem Freund Danny den Film Av Alda: No More Kings geschrieben und gedreht. Wir wollen ihn Anfang 2016 veröffentlichen.

Warum ist es wichtig, eine Crew zu haben?
Es ist wichtig, sich mit Gleichgesinnten zu umgeben. Alle Aspekte des Films machen einfach so viel mehr Sinn, wenn mehrere eine Meinung dazu haben.

Was bedeutet Polyglot für dich?
Die Serie wird in einer ganz eigenen Art und Weise gedreht. Meine Cousine meinte, dass sie nach London kommen und die dritte Episode filmen wollen. Im Laufe eines Wochenendes haben wir dann entschieden, was wir mit der Folge erreichen wollen. Wir haben sie auch gleichzeitig gedreht. Ich liebe es, zu improvisieren. Wir hatten kein Drehbuch, deshalb war das so gut.

Was ist so besonders an der Polyglot-Crew?
Amelia, Babiche und Anna sind meine Cousinen. Mit Danny lebe ich schon seit zwei Jahren zusammen. Wir haben niemals aufgehört, etwas zu schaffen. Irgendwie macht alles Sinn.

Was machst du am liebsten mit deinen Freunden?
Weil die Lebenshaltungskosten in London so hoch sind, verbringe ich die meiste Zeit damit, Geld für meine U-Bahn-Tickets und meine Miete zu verdienen. Wenn ich dann mal nicht arbeite, hänge ich mit meiner Freundin und meinen Mitbewohnern ab. Wow, ich höre mich so alt an.

Was bedeutet Freundschaft für dich?
Menschen, mit denen du reden, relaxen und trinken kannst.

@rogerjeann

Anna Dushime, 27

Woher kommst du?
Ich komme aus Kigali, Ruanda.

Was machst du?
Ich bin Redakteurin bei BuzzFeed Deutschland.

Warum ist es wichtig, eine Crew zu haben?
Weil eine Crew eine Familie ist. Mit deiner Crew kannst du Spaß haben, ernst sein und sie ist immer ehrlich zu dir.

Was bedeutet Polyglot für dich?
Polyglot bedeutet mir sehr viel. Erstens ist es ein Beweis, dass meine Schwestern extrem talentiert sind. Zweitens ist es für mich der Hammer, wie sehr ich mich mit den Charakteren identifizieren kann. Drittens ist es langsam an der Zeit, andere Geschichten zu erzählen und andere Menschen zu zeigen.

Was ist so besonders an der Polyglot-Crew?
Das besondere an der Polyglot-Crew ist, dass sie meine Familie ist.

Wie hast du die anderen kennengelernt?
Amelia und Amanda sind meine jüngeren Schwestern und Ferhat ist wie der Bruder meines Freundes Adrien, und damit mein Schwager aka Brother from another mother.

Was machst du am liebsten mit deinen Freunden?
Reden, Schlafen und Kuscheln.

Was bedeutet Freundschaft für dich?
Früher empfand ich Freundschaften als stressige Beziehungen, die man neben der Familie pflegen muss. Ich dachte, dass Freunde Menschen sind, die mit einem bei Ernsting's Family den ersten BH aussuchen, soviel über dich wissen, dass sie dich erpressen könnten und ständig über deine Unpünktlichkeit nörgeln. Deshalb habe ich lieber mit meiner Familie oder mit mir selbst abgehangen. Offensichtlich hatte ich die falschen Freunde. Jetzt weiß ich, dass Freunde und Freundschaften extrem wichtig sind und die richtigen Freunde dein Leben verändern können.

Wofür steht Berlin für dich?
Puh. Also seit auch meine Schwestern hier leben, ist Berlin auch meine Heimat geworden. Ich mag Berlin mega gerne, bin aber momentan nicht gut auf die Stadt zu sprechen, weil sie im Umgang mit den Flüchtlingen so versagt hat.

@AnnaDushime

Danny Watson, 22

Woher kommst du?
Eigentlich aus den Midlands, aber ich lebe schon seit ein paar Jahren in London.

Was machst du?
Ich arbeite als Künstler mit den verschiedensten Medien, jedoch habe ich eine besondere Leidenschaft für Musik, Video und Fotografie. Seit ein paar Jahren produziere ich unter dem Namen VEHDA verträumte UK-Beats, die meine Geschichte hier in London erzählen. Gerade arbeite ich an meiner neuen EP, die auch die Musik aus der Polyglot-Folge beinhaltet. Außerdem habe ich die Regie beim Film No More Kings geführt. Es macht Spaß, sich in den verschiedensten Disziplinen auszudrücken.

Warum ist es wichtig, eine Crew zu haben?
Es ist viel leichter, in der Gruppe Ideen zu entwickeln. Du kannst mehr erreichen, als du dir jemals vorstellen könntest. Wenn du in einer guten Crew etwas erarbeitest, dann kannst du im Endprodukt die Teiles jedes Einzelnen sehen.

Was bedeutet Polyglot für dich?
Polyglot ist pur. Es zeigt, dass auch aus dem Alltäglichen etwas Außergewöhnliches entstehen kann.

Was ist so besonders an der Polyglot-Crew?
Die Crew fühlt sich wie eine lange verloren geglaubte Familie an. Meine Musik passt so gut zu der Gruppe und ihrer Kunst.

Was machst du am liebsten mit deinen Freunden?
Musik hören, spazieren gehen, auf Solar-Pandas fliegen und auf Privatpartys feiern.

Was bedeutet Freundschaft für dich?
Aufmerksam sein und immer noch Mixtapes machen.

soundcloud.com/vehda

Die neue Folge von Polyglot kannst du dir hier anschauen.

@polyglot

Credits


Alle Bilder von Joseph Wolfgang Ohlert, außer die von Roger und Danny. Diese wurden von Benjamin Mallek fotografiert.
Produktion: Alexandra Bondi de Antoni

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