Im St. Georg wird die Berliner Nacht zum Tag

Wir haben uns mit der jungen Berliner Fotografin Sina Lesnik getroffen und mit ihr über ihre verrückteste Party-Erinnerung gesprochen.

von Max Migowski; Fotos von Sina Lesnik
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02 Dezember 2016, 11:00am

Wir schreiben hier auf i-D regelmässig übers Ausgehen in Berlin. Die Gründe hierfür liegen dabei auf der Hand: 1. Weil wir selber alle sehr gerne die Nächte durchtanzen. 2. Weil es wohl kaum in einer anderen Stadt so einfach ist, einmal nicht zu schlafen. Und 3. Weil wir zeigen wollen, dass es in Berlin mehr als das Berghain gibt. Eine dieser Clubs ist das St. Georg. Wie oft haben wir uns plötzlich in dem kleinen Kellerclub am Moritzplatz wiedergefunden, nachdem wir eigentlich nur auf einen Drink mit unserem Bestie gehen wollten.


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Aber es ist auch verständlich: Kaum ein Club in Berlin bedient ein so breites Spektrum an Partys, die weit abseits des Mainstreams liegen, wie das St. Georg und ist für sein bunt gemischtes Publikum bekannt. Szenen, die den Club normalerweise nicht verlassen, wurden nun von der 22-Jährigen Fotografin Sina Lesnik festgehalten. Sie ist zusammen mit ihrer Crew regelmässiger Gast und hält bei allem, was ihre Freunde so anstellen, einfach die Kamera drauf. Wir haben uns mit der jungen Wahlberlinerin über ihre Inspirationen, Freundschaften und ihre verrücktesten Party-Erlebnisse unterhalten:

Warum ist die Fotografie das Medium deiner Wahl?
Fotografie wurde mir in die Wiege gelegt. So wurde es das Medium meiner Wahl. Aber ich muss zugeben, dass ich mich nie wirklich dafür entschieden habe. Als ich zwei oder drei Jahre alt war, hat mein Vater mir eine Kamera in die Hand gedrückt und ich hab einfach nie wieder los gelassen.

Wer sind die Leute auf deinen Fotos?
Die meisten Leute auf den Bildern sind Freunde und Bekannte. Und der Rest soll sich einfach in unserer Community willkommen fühlen. Man kennt sich dann eben doch über tausend Ecken.

Was macht die St. George Party so besonders?
Ich mag's einfach sehr gerne dort. Es ist immer sehr ungezwungen und hat einfach einen sehr familiären Vibe. Die Musik ist zum Glück nicht "Mainstream" im Vergleich zu fast jedem Hiphop Club in Berlin. Ich denke, dass die meisten deswegen das St.Georg so schätzen. Der Club ist für uns fast schon wie ein Wohnzimmer geworden.

Welchen Reiz hat es, bei Partys Fotos zu machen?
Um ehrlich zu sein, wollte ich nie Partyfotos machen. Ich bin da so ein bisschen reingerutscht und mach es halt ganz gerne, weil ich ohnehin oft im St. Georg bin. One hand helps the other.

Hast du eine Partyerinnerung, die dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Als ich einmal 500 Euro gefunden habe.

Was ist das Beste daran, jung zu sein und in Berlin zu leben?
Es ist überall geil, wenn man jung ist.

Würdest du sagen, dass deine Fotos das junge Berlin zeigen?
Das weiß ich nicht, aber ich weiß, dass meine Bilder am Nerv der Zeit sind.

Was willst du, das die Leute denken, wenn sie deine Fotos sehen?
Kunst hat keine Vorgaben. Jeder kann sich seinen eigenen Teil selbst zu meinen Arbeiten denken.

@sinalesnik