Foto: Sam Hellmann

Wie fotografiert man eigentlich Liebe und Einsamkeit?

Künstlerin Sam Hellmann erklärt es dir.

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21 Dezember 2018, 10:13am

Foto: Sam Hellmann

Love and Loneliness heißt das neue Zine von Sam Hellmann, das seinen Ursprung in einem ganz besonderen Foto hat. Aufgenommen vor einigen Jahren zeigt es ihren kleinen Bruder Liam am Pool. "Er hat geschlafen und sah dabei so süß aus", erzählt die Fotografin einige Tage vor dem offiziellen Zine-Launch in Paris. "Man sieht den Schatten meiner Hand auf seinem Gesicht, weil ich plötzlich das Bedürfnis verspürte, seine Wange zu streicheln, ihn aber auch nicht aufwecken wollte."


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Liebe und Einsamkeit sind Gefühle, die sich unentwegt in unser Leben schleichen – und das auch gern zur gleichen Zeit. Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt liegen so nah beieinander. Mal spüren wir die Verbindung zueinander und dann, im nächsten Moment, scheint es als wären wir allein in einem Raum voller Menschen. Warum schotten wir uns selbst ab, wenn wir doch eigentlich dringend jemanden an unserer Seite bräuchten? "Sich einsam zu fühlen, obwohl man verliebt ist, habe ich einige Jahre lang selbst erfahren. Das steckt auch hinter einigen der Fotografien."

Die Serie reflektiert verschiedene Formen von Liebe: freundschaftliche Liebe, Liebe, die nur für einen gewissen Augenblick lebt, Liebe für eine bestimme Erinnerung – und natürlich die geliebte Einsamkeit.

samantha hellmann love and loneliness

Das Resultat: Bilder, die verschiedenste Emotionen ausdrücken. Darauf zu sehen, ist ein schlafender Körper in einer Decke gehüllt, ein zum Bersten voller Club oder auch ein weinendes Kind am Küchentisch. Sam erzählt mit all diesen Fotos eine Geschichte: Egal an welchem Punkt im Leben du dich gerade befindest, egal wo du lebst, Liebe und Einsamkeit kommen unerwartet. "'Der leise Teil eines Songs ist ein Teil des Songs' habe ich irgendwo mal gelesen", erzählt die Fotografin. "Das trifft es ganz gut, was ich mit dem Projekt und meinen Fotos sagen möchte."

"Das Schwierigste ist es am Ende, etwas in der Hand zu halten, das sich ehrlich und persönlich anfühlt. Und dabei nicht zu persönlich, sodass sich die Leute ausgeschlossen fühlen. Man muss einen Weg finden, ein Gefühl zu übersetzen, das sich vertraut anfühlt, damit der Betrachter seine eigene Geschichte darin wiederfindet."

@hellmannsam

photographer samantha hellmann love and loneliness
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Dieser Artikel stammt ursprünglich von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.