Foto: Austin Smith

Die Face Art von empty.pools ist die perfekte Halloween-Inspiration

Die Kunst von Austin Smith zieht deinen Blick an, nur um dich danach wieder wegzustoßen.

von Wolfgang Ruth
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31 Oktober 2019, 10:00am

Foto: Austin Smith

2016 hat Austin Smith begonnen, mit extravaganten Masken zu experimentieren. Er perfektionierte seine blutigen Looks für die New Yorker Party Lady Fag's Holy Mountain und veröffentlichte seine Arbeiten auf seinem Account @empty.pools. Mittlerweile haben ihm die aufwendigen Meisterwerke aus Materialien wie Kunstblut, Maschendraht, Glas und Piercings eine bemerkenswerte Fangemeinde beschert – über 100k Menschen fühlen sich davon fasziniert.

Früher war Smith ein Punk-Junge mit einer Vorliebe für Grafik-Shirts. Er nähte selbstbedruckte Stoffe zusammen und kreierte so neue Pieces. Nach seinem Abschluss am School of the Art Institute of Chicago begann seine Karriere in der Textilindustrie. Doch Austin erkannte schnell, dass die Arbeit in der Fabrik seine Kreativität nicht befriedigen würde. Er fragte sich, wie er seine Ideen anderweitig zum Leben erwecken konnte? Die Antwort darauf: Face Art. Seine Kunstpraxis ist eine physische Manifestation dessen, wie er sich fühlt. Seine Gefühle spiegeln sich in den Kreationen auf seinem Gesicht.

Der Künstlername empty.pools wurde von einem Song des Musikers Shlohmo inspiriert. Das Internet spielt hierbei eine wichtige Rolle: "Du bekommst online Zugang zu allem auf der Welt. Du hast etwas direkt vor dir, ohne dass es wirklich da ist." Der Pool steht laut Austin für einen spaßigen Ort. Doch ist er leer, kannst du ihn zwar sehen, es aber nicht genießen.

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Foto: Austin Smith

Austin geht es darum, etwas Unmögliches möglich zu machen: "Manchmal fühle ich mich ein bisschen crazy, das lebe ich aus. Zuerst ist da eine Idee, dann finde ich heraus, wie ich sie umsetzen kann."

Für seinen Technologic-Look wickelt sich der Künstler Kabel in Regenbogenmuster um die Stirn, legt sie um seinen Kiefer herum. Winzige bunte Leuchtdioden flackern auf. Darunter ein zartes Muster auf seiner Haut, das dem von Computer-Platinen ähnelt. Dann wäre da noch Love Lockdown, eine kitschige Sammlung von Airbrush-Tattoos aus Einhörnern, Hello Kitty und Herzen, die das normalerweise dunkle Ambiente durchbrechen.

Die Looks produziert er selbst, seine Fotos schießt er mit Selbstauslöser in der eigenen Wohnung. Um Spezialeffekte zu kreieren, benutzt Austin Narbenwachs. Seine Bilder ziehen den Blick an, nur um den Betrachter danach wieder wegzustoßen. Ein fast schockierender Effekt, der durch das Zusammenspiel von Schönheit und Abscheu verursacht wird.

Austin überschreitet Grenzen und lehnt festgelegte Definitionen darüber ab, was Kunst sein sollte. "Ich mag die Tatsache, dass ich so 'anders' bin", erklärt er zum Schluss. "Und ich mag Leute, die genauso sind. Du musst dich nicht einschränken lassen!"

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei unseren Kolleg_innen aus der US Redaktion.

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