Foto: Collage via i-D UK /  Screenshots von Instagram

Du kennst vielleicht nicht ihren Namen, aber Gab Bois' Fotografien schon

Die in Montreal lebende Künstlerin überzeugt auf Instagram unter @gabbois mit ihrem Mix aus Logo-Mania, Gore und einer guten Portion Humor.

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Apr. 25 2018, 8:58am

Foto: Collage via i-D UK /  Screenshots von Instagram

Einzelkinder haben einen schweren Stand. Sie gelten als verwöhnt, leiden angeblich unter dem Einzelkind-Syndrom und legen demzufolge manchmal ein auffälliges Sozialverhalten an den Tag. Wie eine Studie aus China jedoch zeigt, muss das nichts Negatives sein. Laut den chinesischen Wissenschaftlern neigen Einzelkinder dazu, kreativer zu sein als diejenigen, die mit Geschwistern aufwachsen. Die in Montreal lebende Künstlerin @gabbois ist ein Einzelkind und ihr Instagram-Account ist der Beweis für die Theorie von Professor Jiang Qiu und seinem Team.


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"Jeder sagt mir immer, wie gelangweilt ich als Kind gewesen sein muss, weil ich nur mit mir selbst spielen konnte. Aber das Gegenteil ist der Fall. Ich habe viel Zeit damit verbracht, mich kreativ auszuleben und viel auszuprobieren. Das nützt mir heute immer noch viel." Als Kind hat Gab viel Zeit mit ihrem Vater verbracht und viel über Spiritualität gelernt. "Wir haben Gräber für den verstorbenen Goldfisch und die toten Vögel gebuddelt", sagt sie. "Diese Gräber wurden kleine Friedhöfe, die wir mit Blättern und Steinen ausgeschmückt haben. Zum ersten Mal habe ich so etwas ästhetisches Ansprechendes kreiert. Das war meine Art, mich von den Tieren zu verabschieden, die ich geliebt habe."

Heute gehört die junge Kanadierin zu den Künstlern mit dem meisten Regrams auf Instagram, auch wenn sie nicht immer den nötigen Credit bekommt. Ein Phänomen, durch das sie sich hilflos fühlt. Die Nahaufnahmen von gepiercten Körperstellen (häufig ist es ihr eigener Körper), von zufällig gefundenen Objekten und schrägen Food-Kombinationen wirken auf den ersten Blick oft leicht verstörend, und doch scrollt man immer weiter und will mehr: Es gibt Tangas aus Käse, Erdnussbutter-iPhone-Sandwiches, Oreo-Kekse mit Wattepads sowie Schuhe aus Spritzen

"Mich inspirieren die Objekte, die ich kenne", erklärt Gab Bois ihre Auswahlkriterien. "Ich arbeite mit den Dingen aus meinem Alltag. Nur so weiß ich, dass die Fotografien relevant sind. Meistens mache ich die Bilder nur für mich selbst, weil ich bestimmte Erinnerungen damit verbinde. Das ist alles ziemlich Ich-bezogen. Wenn sich meine Follower in meinen Fotografien wiedererkennen, um so besser. Aber das ist nicht mein Ziel." Mit mittlerweile über 140.000 Followern scheint sie viel richtig zu machen. Was will sie also mit ihrem Account erreichen? "Ich denke nicht groß darüber nach", antwortet sie. "Für mich ist Instagram mein Moodboard, ich kann meine Gedanken dort bildlich umsetzen. Vielleicht werde ich irgendwann die Follower-Zahl monetarisieren und in der Werbung und Content-Erstellung arbeiten." Da helfen wir gerne nach: Liebe Werbe-Welt, bitte gib diesem Girl einen Job.

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.