Foto: Screenshot von Instagram

Diese Monobraue spaltet gerade das Internet

Model Sophia Hadjipanteli fügt sich keinen gängigen Schönheitsidealen.

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März 28 2018, 7:44am

Foto: Screenshot von Instagram

Die 21-jährige Sophia Hadjipanteli hat eine Monobraue. Sie ist groß, buschig und geht über ihr komplettes Gesicht. Die guten Gene hat sie von ihrem zyprischen Vater, der selbst ein wahres Vorzeigeexemplar besitzt.

Eigentlich ist Sophia naturblond, doch nachdem sie ihre Augenbrauen versehentlich schwarz gefärbt hatte, fand sie Gefallen daran und ließ sie dunkel. Kurze Zeit später hat sie auch damit aufgehört, sie zu zupfen. Warum auch? Es tut nur weh und kostet Zeit.


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Doch das Internet scheint eine große Sache daraus zu machen. Du musst keine zwei Minuten auf Sophias Instagram-Account verbringen, um zu merken, dass ihre Augenbrauen polarisieren. Während die einen den einzigartigen Look des Models feiern, bekommt sie genauso viele Hasskommentare. Doch das Model lässt sich nicht unterkriegen und rief die Online-Initiative #UnibrowMovement ins Leben, die Schönheit in all ihren Facetten feiert. Hier teilt sie ihre Geschichte mit uns.

"Einige meiner ersten Erinnerungen sind vor der Kamera. Modeln war schon immer etwas sehr Natürliches für mich, auch schon als Kind. Die erste öffentliche Plattform, auf der mein Gesicht zu sehen war, war auf der Website der italienischen Vogue. Ich glaube, damals war ich 15. Nur als kleine Randnotiz für all die Hater, die meinen, dass meine Augenbrauen der einzige Grund für meine Modelkarriere seien. Damals hatte ich weder dunkle Augenbrauen, noch eine Monobraue.

Als ich aufgewachsen bin, haben meine Eltern nie Wert darauf gelegt, wie ich ausgesehen habe. Wenn ich eine gute Note mit nach Hause gebracht habe, haben sie mich in den Arm genommen und gesagt, dass sie stolz auf ihre schöne Tochter seien. Meine Eltern haben das Wort 'schön' immer auf mein Handeln bezogen – wer ich als Mensch war und wie ich meine Mitmenschen behandelt habe.

Je älter ich wurde, desto öfter kamen meine Verwandten und Freunde auf mich zu und meinten, wie schön ich aussehen würde. Irgendwie hat mich das gelangweilt, weil ich so viel in der Schule erreicht hatte, aber immer das Gefühl nicht los wurde, nur auf mein Äußeres reduziert zu werden.

Als ich mir dessen bewusst wurde, wollte ich alles mögliche machen, um zu kontrollieren, wie mich andere wahrnehmen. Am Anfang waren es exzentrische Outfits, dann kam meine rebellische Phase, die sich in der Art äußerte, wie ich mit meinen Mitmenschen geredet habe. Und irgendwann habe ich aufgehört, meine Augenbrauen zu zupfen.

So konnte ich die Aufmerksamkeit kontrollieren, die ich bekam und immer noch bekomme. Das fühlt sich gut an. Und trotzdem verändern wir uns ständig – das ist etwas, das wir nicht kontrollieren können. Das #UnibrowMovement ist eine Bewegung, weil es sich weiterentwickelt. Ich habe mich für einen Hashtag entschieden, weil sich viele Menschen online hinter Dingen verstecken. Damit möchte ich sie inspirieren, Dinge zu offenbaren, die sie normalerweise verstecken würden – sowohl online als auch offline. Jeder sollte einander durch diesen Hashtag unterstützen.

Ich bin stolz darauf, dass ich andere dazu inspiriere, selbstsicherer zu sein. Es ist schon komisch, die Internet Community mit ein paar Haaren zwischen meinen Augen zu spalten.

Meine Beziehung zu meinem Körper und Selbstbild ist definitiv etwas, an dem ich immer konstant arbeite. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich mich an einem Punkt in meinem Leben schlecht gefühlt habe und nun besser fühle. Das ist kompletter Schwachsinn, wenn Leute so etwas von sich geben. Unsicherheiten sind leider etwas, das nicht so einfach und ganz verschwindet. Wir selbst sind unsere größten Kritiker – vor allem dann, wenn wir die beste Version von uns selbst sein wollen. Unsicherheiten haben aber auch ihre gute Seite, weil sie das Beste aus uns herausholen. Trotzdem sollten sie nicht definieren, wer wir sind. Du darfst deinen Selbstwert nie daran bemessen, wie sehr du etwas an dir nicht magst.

Egal, was du auch machst, du wirst immer negative Kritik einstecken müssen. Manche mehr, manche weniger. Ich antworte auf gewisse Kommentare, die ich bekomme, nicht unbedingt um mich zu verteidigen, sondern weil die Leute darauf zählen, dass ich sie repräsentiere und ihre Stimme bin. Also zeige ich ihnen, dass ich für sie da bin. Und das gibt mir ein gutes Gefühl.

Ich bin hier, um ich selbst zu sein und wenn das anderen hilft, ist das großartig."

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.