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FJAAK: music to... get ready for Pbar

Ganz in Berliner Partyboy-Manier teilen die drei Jungs von FJAAK mit uns die Musik, mit der sie sich auf einen Abend oder Nachmittag oder Morgen in der Panoramabar vorbereiten.

von Alexandra Bondi de Antoni
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02 Oktober 2015, 9:10am

„i-D goes techno": Wir werfen einen genauen Blick auf die Szene, die die Jugendkultur Deutschlands musikalisch, modisch und kulturell wie kaum eine andere geprägt hat: Die deutsche Techno-Szene.

FJAAK sind Kevin, Aaron und Felix, die sich schon seit ihrer Kindheit kennen und sich so ziemlich alles teilen, was man sich teilen kann. Seit sechs Jahren treten sie nun schon zusammen als FJAAK auf. Wenn man mit den drei cuten Boys aus Spandau redet bzw. wenn man sie auf der Bühne bei einem ihrer Live-Sets sieht, merkt man, dass sie einfach unglaublich viel Spaß damit haben, was sie tun. Bei ihren Auftritten starren sie konzentriert auf ihre Regler, grinsen sie dazwischen gegenseitig verschmitzt an, springen herum und machen einfach gute Laune. Davon kann man sich auch regelmässig im Berghain überzeugen.

FJAAK sind die letzten Musiker, die wir im Zuge unseres „i-D goes techno"-Special gebeten haben, uns einen Mix zu basteln, der für das Berlin im Jetzt steht. Sie reihen sich somit an Egon Elliut, Magic Island und RIN. Ganz in Berliner Partyboy-Manier teilen die drei Jungs mit uns die Musik, mit der sie sich auf einen Abend oder Nachmittag oder Morgen in der Panoramabar vorbereiten. Viel Spaß beim Hören!

Euer Sound ist eine gute Mischung vieler alternativer Elemente. Woher kommen die?
Da wir zu dritt sind, müsste eigentlich jeder von uns eine eigene Antwort geben. Da wir uns schon seit unserer Kindheit kennen, haben wir uns musikalisch auch zusammen entwickelt. Besondere Einflüsse waren und sind immer noch HipHop, Rock, Jazz und Pop.

Ihr kennt euch schon eine ganze Weile und macht jetzt seit sechs Jahren zusammen Musik. Was habt ihr in der Zeit über die jeweils anderen gelernt?
Wir haben auch schon vor der Gründung von FJAAK zusammen Musik gemacht, haben zusammen in einer Band gespielt und vorher auch schon alles mögliche zusammen durchlebt: Die erste große Liebe, die erste große Enttäuschung, die erste Homeparty und später auch die verrücktesten Partys und die längsten und betrunkensten Fahrten nach Hause, Spandau. Außerdem leben wir seit mehr als vier Jahren zusammen. Mal so gesagt: Es gibt (fast) nichts, was der eine nicht über den anderen weiß. Und am wichtigsten ist, dass wir uns alle lieb haben.

Was habt ihr in den letzten Jahren über Berlin und die Techno-Szene gelernt?
Da wir aus Spandau kommen, gab es da am Anfang nicht viel, was wir gelernt haben, außer dass man tatsächlich wieder nüchtern vor der Haustür steht, wenn man 1 1/2 Stunden vom Club nach Hause braucht. Später kam dann dazu, dass wir realisierest haben, wie welche Art von Musik in Clubs und auf der Tanzfläche funktioniert.

Ihr habt einen Plattendeal und reist aufgrund eurer Gigs sehr viel. Hättet ihr jemals gedacht, dass es soweit kommt, oder hattet ihr andere Vorstellungen von eurer Zukunft?
Am Anfang waren wir nur am Träumen. Es war einfach unendlich interessant, auf elektronischen Wegen Musik zu machen und alles was dazugehört zu durchdringen, zu erforschen und zu verstehen. Wir wurden irgendwann aber auch immer überzeugter von dem, was wir machten. Dann ist man alt genug und steht vor der Entscheidung: Studiere ich jetzt oder mache ich jeden Tag Musik bis zum Abwinken? Solche Entscheidungen hängen stark mit der Überzeugung zusammen, mit der man an die Sachen herangeht. An diesem Punkt haben wir schon stark an unsere Durchsetzungsfähigkeit geglaubt, die bei der Vielzahl an Produzenten heutzutage nicht wegzudenken ist.

Wie halten eure Eltern von eurer Entscheidung? Eltern sind ja oft sehr kritisch, wenn die Kinder beschließen, etwas Kreatives zu machen.
Das ist tagesabhängig. An manchen Tagen kam Papa 20 mal runter und meckert über den Bass. Der Bass kommt aber aus den Boxen, die zum Geburtstag geschenkt wurden. Mittlerweile verstehen sie sehr gut, warum wir das machen und stehen hinter uns. Besonders, dass wir so viel reisen, finden sie toll. Wir haben die Chance, etwas von der Welt zu sehen und hängen nicht nur ständig im Studio ab.

Mit eurer Musik malt ihr dynamische, akustische Bilder. Wie denkt ihr über Komposition und Ästhetik in anderen Bereichen der Kunst? Gibt es Kunstströmungen, die euch inspirieren?
Ein Bild und ein Song haben vieles gemeinsam. Platzierung, Konstellation und Kontraste spielen bei beiden Kunstformen gleich große Rollen. Seinen Großeltern am Weihnachtstisch das neuste, krasseste Techno-Brett zu zeigen, macht genauso wenig Sinn, wie ein Bild von Salvador Dali in eine Irrenanstalt zu hängen.

Was für eine Bedeutung hat für euch die Kleidung, die ihr tragt? Kulturell gesehen hängen Musik und Mode bekanntlich oft zusammen.
Kleidung heißt für uns Wohlfühlen. Uns ist es wichtig, dass man sich gut und verbunden fühlt, mit dem, was man an hat. Auch Menschen, die keinen Wert auf ihr Äußeres legen, legen also Wert auf Kleidung. Mit der Musik ist das für uns genauso. Gute Musik ist die, mit der man sich verbunden fühlt.

Angenommen eure Wohnung würde brennen und ihr könntet nur ein einziges Kleidungsstück retten - welches wäre das?
Unterwäsche, die groß genug für uns drei ist. Der Feuerwehrmann wird uns ohnehin schon komisch anschauen, wenn wir so vor ihm stehen! Oder einen hässlichen Poncho, in den so viel wie möglich von unserem Equipment passt. Alles retten, was das Zeug hält!

Und welche wäre es, wenn ihr nur eine Vinyl-Platte retten könntet?
Das Testpressing unserer ersten Schallplatte!

Tracklist:

1. Moodymann, Its 2 Late 4 U & Me
2. Anonym, Time for Love
3. Metro Area, Miura
4. Alan Braxe & Fred Falke Presents Running, Intro
5. Holy Garage, Surprise
6. Soundstream, All Night
7. FJAAK, Don't Leave Me
8. FJAAK, Super Smash

@fjaak

Hier geht es zu mehr Techno auf i-D.

Credits


Foto: Benjamin Mallek
Styling: Erik Raynal
Haare & Make-up: Tan Vuong
Kevin trägt einen Anzug von Vetements. Gürtel: Vivienne Westwood. Felix trägt einen Pullover und Blazer von Vivienne Westwood. Hose: Vintage. Aaron trägt einen Mantel von Vivienne Westwood. Hose und Top: 22/4. Alle tragen Schuhe von Converse.
Interview: Suzie Grimes
In Kooperation mit Converse.